Fußball Bundesliga
MSV-Keeper Koch belastet Karl schwer

Im Prozess um den Wett- und Manipulationsskandal ist Ex-Profi Steffen Karl von Duisburgs Schlussmann Georg Koch am Donnerstag schwer belastet worden.

Der Duisburger Bundesliga-Torhüter Georg Koch hat im Prozess um den Fußball-Wett- und Manipulationsskandal Ex-Profi Steffen Karl schwer belastet. Jemand habe ihn im Mai 2004 telefonisch aufgefordert, ein Spiel zu manipulieren. Derjenige habe sich als Steffen Karl ausgegeben, sagte Koch im ausgegliederten Verfahren gegen den früheren Chemnitzer.

Die Person soll vor der Zweitliga-Partie zwischen Energie Cottbus und Jahn Regensburg gefragt haben, ob Koch bereit wäre, "einige Gegentore reinzulassen". Koch stand zu diesem Zeitpunkt in Diensten von Energie. "Ich habe das verneint, und damit war das Gespräch beendet", so Koch, der damit seine Aussagen vom Frühjahr bestätigte.

"Hier ist Steffen Karl, bitte melde dich bei mir."

Auf Nachfrage erinnerte er sich an weitere Details. Im Vorfeld des Telefonats habe er eine Nachricht auf seinem Handy erhalten, in der es hieß: "Hier ist Steffen Karl, bitte melde dich bei mir." Koch gab an, dass eine Summe von bis zu 20 000 Euro für die Manipulation geboten wurde. Der Anrufer habe um strikte Geheimhaltung gebeten. Nach Bekanntwerden des Wett- und Manipulationsskandals erhielt Koch dann Drohanrufe. Von ihm sei am 3. Februar 2005 nachdrücklich Stillschweigen über die Vorfälle im Mai 2004 verlangt worden.

Zuvor hatte sich die als Zeugin geladene Schiedsrichter-Assistentin Inka Müller nicht detailliert an die Regionalliga-Partie zwischen dem SC Paderborn und dem Chemnitzer FC am 22. Mai 2004 (4:0) erinnern können. In dieser soll Karl nach Aussage von Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer mit "angezogener Handbremse" gespielt haben. Müller entlastete Karl jedoch nicht.

Strittig war besonders ein Elfmeterpfiff von Hoyzer

Strittig war besonders ein Elfmeterpfiff von Hoyzer, den Müller korrigierte. An Proteste von Karl erinnerte sie sich nicht. "Ich war über kein Verhalten eines Spielers besonders verwundert. Es hat sich alles im Bereich des Üblichen bewegt." Dagegen glich die Aussage des Chemnitzer Ex-Trainers Frank Rohde einem Plädoyer pro Karl: "Ich kenne ihn so, dass er immer die Ärmel hochgekrempelt hat", sagte der ehemalige DDR-Nationalspieler. Mit Blick auf die zur Diskussion stehenden Spiele in Paderborn und bei Holstein Kiel am 1. Mai 2004 (0:3) meinte Rohde, Karl habe völlig normal gespielt. Zum Auftakt des zweiten Prozesstages hatte sich das Gericht Ausschnitte aus beiden Begegnungen angeschaut.

Am 8. Dezember soll die Verhandlung mit der Aussage des ehemaligen Zweitligaspielers Torsten Bittermann fortgesetzt werden. Die Urteilsverkündung ist für den 15. Dezember vorgesehen.

© SID

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