Fußball Bundesliga
Neue Anlagechance: Investieren in junge Ballkünstler

Der geschlossene Fonds FTR 1 bietet Beteiligungen an Fußballern an. Natürlich ist Zurückhaltung nicht zu erwarten, wenn die nicht eben leise Fondsbranche auf die nicht eben leise Fußballbranche trifft.

FRANKFURT. Als der deutsche Nationalspieler Jerome Boateng im Sommer für 12,5 Mio. Euro zu Manchester City gewechselt ist, freuten sich gleich zwei Vereine: Der Hamburger SV, der ihn drei Jahre vorher für 1,1 Mio. Euro gekauft hatte. Und der Verkäufer Hertha BSC Berlin, der 20 Prozent an den Transferrechten behielt.

Wo eine solch wundersame Geldvermehrung möglich ist, da sind findige Investoren nicht weit. Mit dem FTR 1 geht dieser Tage der erste geschlossene Fonds an den Start, der in die Transferrechte junger Spieler investiert. Für 10 000 Euro kann jeder Privatanleger dabei sein. Am Ende sollen zehn Mio. Euro zusammenkommen, die der Fondsbetreiber mit dem Namen Hanseatisches Fußballkontor in 20 bis 30 Jungtalente ab 18 Jahren investieren will.

Natürlich ist Zurückhaltung nicht zu erwarten, wenn die nicht eben leise Fondsbranche auf die nicht eben leise Fußballbranche trifft. „Eine aktuelle Studie zur Renditeentwicklung von Fußballspielern in diesem Alter belegt, dass der Fonds mit einer durchschnittlichen Wertentwicklung der Transferentwicklung von 100 Prozent vorsichtig kalkuliert“, heißt es gestern in einer Presseerklärung.

Schon im Jahr 2001 gab es einen ähnlichen Fonds, der aber nicht erfolgreich war und deshalb nach kurzer Zeit wieder verschwunden war. Beim FTR 1 will man deshalb vieles besser machen. Statt um die Talente betuchter Erstligisten aus München, Wolfsburg, Bremen oder Leverkusen zu buhlen, ziehen die Scouts auf die Sportplätze der dritten, vierten und fünften Liga. „Wir wollen nicht die Megatransfers, sondern das Brot- und Buttergeschäft“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Jörg Zeitz.

Dafür bedient man sich der Dienste des Ex-Profis Harald Spörl und beim Spielervermittler Extratime in Hamburg. Der hat lokale Talente wie den 19-jährigen Lucas Albrecht von Hansa Rostock oder den gleichaltrigen Tobias Klein von der zweiten Mannschaft des SC Freiburg unter Vertrag. Das Ziel: Den Spieler bei jedem Transfer eine Klasse höher bringen, am besten jedes Jahr. Dann wird aus einen 200 000 Euro teuren Spieler ein 500 000 Euro teurer. Und später vielleicht ein Millionentransfer.

Für den Anleger gibt es somit extreme Chancen gepaart mit extremen Verlusten. Finden die Scouts einen neuen Lahm, Müller oder gar Boateng auf den Sportplätzen der Provinz und geht der gar noch zu einem von Scheichs finanziell verwöhnten Verein wie Manchester City, dann sind drei, vier- und fünfstellige Renditen möglich. Kommen hingegen Verletzungen, sportliche Krisen oder Trainer, die das Potenzial eines Spielers nicht entdecken, dann droht im Extremfall der Totalverlust. Es ist insofern fast wie bei anderen geschlossenen Fonds, die auf Schiffe oder Immobilien setzen.

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