Fußball Bundesliga
Neururer und Hannover 96 trennen sich

Die erste Trainerentlassung in der 44. Bundesliga-Saison ist perfekt. Hannover 96 und Trainer Peter Neururer gehen ab sofort getrennte Wege. Nach einer weiteren Krisensitzung beendeten die Niedersachsen am Mittwoch die Zusammenarbeit mit dem Chefcoach, der seit dem 9. November 2005 als Nachfolger von Ewald Lienen bei den Roten gearbeitet hatte.

Drei Saisonauftaktpleiten mit insgesamt elf Gegentoren, darunter am Samstag ein 0:3 daheim gegen Aufsteiger Alemannia Aachen, sorgten für die Trennung von Neururer. Die Roten sind insgesamt seit elf Punktspielen in Serie ohne Sieg. Ein Nachfolger für den 51-Jährigen steht noch nicht fest. Angeblich besteht Interesse am dänischen Fußball-Idol Michael Laudrup. Der Rauswurf von Neururer, der erste der Saison 2006/2 007, bedeutete die 297. Trainer-Entlassung seit der Bundesliga-Gründung 1963.

Überall gibt es hier Heckenschützen

Forciert hatte Neururer, seit März mit seinem Team sieglos, seinen Abgang durch brisante Aussagen in einem Interview. In Sport Bild erklärte der Coach, die Situation bei "96" sei schlimmer als bei allen anderen Vereinen. Neururer wörtlich: "Hannover ist mein zwölfter Job als Trainer. So wie hier habe ich das noch nie erlebt. Überall gibt es hier Heckenschützen."

Wenige Stunden vor der Trennung hingegen versuchte er vergebens, die Situation noch einmal zu beruhigen. "Grundsätzlich möchte ich weitermachen", sagte Neururer dem TV-Nachrichtensender N24. Doch bereits am Dienstagnachmittag und am Mittwochvormittag trainierte der Bundesliga-Kader der Niedersachsen ohne den Cheftrainer, die Übungseinheiten wurden von Co-Trainer Thomas Kristl geleitet.

Zeit für die Suche eines Nachfolgers

Die Hannoveraner haben nun Zeit, bis zum DFB-Pokalspiel am 9. September (15.00 Uhr) beim Regionalligisten Dynamo Dresden einen neuen Cheftrainer zu finden. Dabei wird auch der designierte neue Geschäftsführer Rene C. Jäggi, dessen Inthronisierung schon in der kommenden Woche stattfinden soll, ein Mitspracherecht haben. Vor der Entscheidung kontra Neururer war auch der 96-Mannschaftsrat gehört worden.

Von dem Schweizer Jäggi wird es wahrscheinlich auch abhängen, ob sein Landsmann Ilja Kaenzig Manager bleibt. Im Zuge der Diskussionen um die sportliche Talfahrt an der Leine war auch die Einkaufspolitik des ehemaligen Leverkuseners in die Kritik geraten. "Entweder wünscht man die weitere Zusammenarbeit oder nicht. Es wäre vermessen, in so einer Situation Ansprüche zu stellen", sagte Kaenzig der Neuen Presse.

Brdaric-Verbannung umstritten

Die Beendigung der Zusammenarbeit mit Neururer zeichnete sich bereits unmittelbar nach der Schlappe gegen Neuling Aachen ab. Dass es eine interne Abstimmung unter den Spielern mit einem Votum gegen Neururer gegeben habe, wurde zwar dementiert, doch die Verbannung von Torjäger Thomas Brdaric auf die Tribüne galt im Verein als äußerst umstrittene Maßnahme Neururers. Der Coach begründete sie rein sportlich: "Es war eine Konsequenz aus dem Verlauf der vergangenen Wochen. Thomas spielt nicht effektiv genug."

Die Bundesliga-Bilanz von Neururer als Chefcoach bei den Norddeutschen fällt mager aus. In 25 Spielen gab es lediglich fünf Siege bei elf Unentschieden und neun Niederlagen.

© SID

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