Fußball Bundesliga
Nürnberg siegt im Chaosspiel in Frankfurt

Durch einen 3:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt hat der 1. FC Nürnberg das Tabellenende verlassen. Die Treffer erzielten Charisteas, Vittek und Misimovic, Fink traf für die Eintracht.

In einem von einem Abbruch bedrohten Spiel ist Pokalsieger 1. FC Nürnberg durch den ersten Sieg unter Trainer Thomas von Heesen und den ersten "Dreier" seit knapp vier Monaten der ersehnte Befreiungsschlag im Bundesliga-Abstiegskampf gelungen. Die Franken gewannen bei Eintracht Frankfurt mit 3:1 (1: 1) und gaben eine Woche nach dem Achtungserfolg gegen Rekordmeister Bayern München (1:1) die "Rote Laterne ab", bleiben aber auf einem Abstiegsrang.

Angelos Charisteas (18.), Robert Vittek (49.) und Zvjezdan Misimovic (83.) besiegelten nach einem frühen Gegentreffer von Michael Fink (3.) im zehnten Pflichtspiel unter von Heesen den ersten Erfolg der Nürnberger, die zuletzt am 9. Dezember 2007 (2:1 gegen Hertha BSC Berlin) gewonnen hatten. Die Frankfurter, zuvor zweitbestes Team der Rückrunde, verloren indes durch die erste Niederlage nach zuvor drei Siegen in Folge den Anschluss zu den Europacupplätzen.

Überschattet wurde die Begegnung von einer zwanzigminütigen Spielunterbrechung, nachdem Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) beide Mannschaften wegen wiederholt aus dem Nürnberger Fanblock aufs Spielfeld fliegender Feuerwerkskörper in der 30. Minute in die Kabine geschickt hatte.

Vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena gelang den überraschend offensiv ausgerichteten Gastgebern ein Auftakt nach Maß, als Fink eine Flanke von Kapitän Ioannis Amanatidis volley aus zwölf Metern unhaltbar für "Club"-Keeper Jaromir Blazek einnetzte. Auch in der Folge machte sich zunächst bezahlt, dass Eintracht-Coach Friedhelm Funkel den 3,8-Millionen-Euro-Zugang Caio erstmals von Beginn an spielen ließ. Der brasilianische Spielmacher zeigte gute Ansätze, allerdings später dann auch deutliche Schwächen im Defensivverhalten, weshalb er nach der ersten Halbzeit ausgewechselt wurde.

Nach einer starken und druckvollen Anfangsphase ließ die Eintracht, bei der Innenverteidiger Aleksandar Vasoski nach sechsmonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte, dann allerdings nach. Die Nürnberger, die auf die gesperrten Marco Engelhardt und Andreas Wolf verzichten mussten, indes kamen immer besser ins Spiel. Zunächst schoss der für Jan Koller als einzige Sturmspitze aufgebotene Charisteas nach einer Vorlage von Ivan Saenko vorbei (17.). Doch nur eine Minute später erzielte der griechische Europameister nach feinem Pass von Regisseur Zvjezdan Misimovic sein 5. Saisontor, als er aus kurzer Entfernung abstaubte.

Nachdem bereits in der ersten halben Stunde im Nürnberger Fanblock mehrere Feuerwerkskörper gezündet worden waren, unterbrach Gagelmann das Duell in der 30. Minute nach einem neuerlichen Zwischenfall mit einer Leuchtrakete und drohte mit einem Abbruch. Nürnbergs Präsident Michael A. Roth wandte sich daraufhin an die Gästeanhänger und rief zur Besonnenheit auf. "Ihr schadet unserem Club", sagte Roth, während Eintrachts-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen warnte: "Bei einem Abbruch könnte die Situation eskalieren."

Die Eintracht fand nach der "Zwangspause" schneller zurück in die von einigen Nickligkeiten geprägte Partie. Pech hatte Fink, als Nürnbergs Jan Kristiansen seinen Schuss von der Linie kratzte (36. ). Nach dem Wechsel verhalf Frankfurts Keeper Oka Nikolov den Franken zur Führung, als er eine Ecke von Misimovic nicht aus der Gefahrenzone fausten konnte und Vittek einschob. Einen Treffer von Amanatidis erkannte Gagelmann wegen Abseits nicht an (63.).

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%