Fußball Bundesliga
Nürnberg steht mit einem Bein in der Bundesliga

Dank eines 3:0-Auswärtssieges bei Energie Cottbus im Hinspiel der Relegation hat Zweitligist 1. FC Nürnberg einen großen Schritt in Richtung Aufstieg gemacht.

Traditionsklub 1. FC Nürnberg hat die Rückkehr in den erlauchten Kreis der deutschen Fußball-Elite dicht vor Augen. Der Zweitligadritte gewann das Hinspiel des ersten Relegationsduells seit 18 Jahren bei Energie Cottbus deutlich mit 3:0 (1:0) und hat sich damit eine glänzende Ausgangsposition für den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga geschaffen. Im Rückspiel am Sonntag (15.30 Uhr/live in der ARD) kann der neunmalige deutsche Meister gegen den Bundesliga-16. vor wahrscheinlich 46 780 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion auch mit einer knappen Niederlage den siebten Aufstieg der Klubgeschichte perfekt machen. Energie dagegen droht der zweite Abstieg nach 2003.

Radeljic fälscht unhaltbar ab

Der 1:0-Führungstreffer für den "Club" durch Angreifer Isaac Boakye in der 13. Minute war in der Entstehung und gemessen am Spielverlauf glücklich. Sein eigentlich harmloser Schuss aus 22 Metern wurde vom Cottbuser Ivan Radeljic unhaltbar vor Torhüter Gerhard Tremmel abgefälscht. In der 55. Minute machte Sturmpartner Christian Eigler mit einem Heber über Tremmel alles klar für die in der zweiten Hälfte besseren Nürnberger. Boakye erzielte eine Minute vor dem Ende gar das 0:3.

"Das frühe Tor hat uns unheimlich geholfen. Dass es dann drei Tore werden, ist überragend. So ein Ergebnis birgt natürlich auch Gefahren, aber ich glaube, dass wir den Sack zumachen können", sagte "Club"-Trainer Michael Oenning. Energie-Keeper Tremmel war entsetzt: "Es ist schwierig, nach so einem Desaster Worte zu finden. Die Aussichten sind nun ganz schlecht."

"Das 0:1 war fast tragisch für uns"

"Nach diesem Spiel fällt mir eine Analyse sehr schwer", erklärte Cottbus-Trainer Bojan Prasnikar. "Wir hatten uns viel mehr vorgenommen. Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen und haben uns einige Chancen erarbeitet, aber das 0:1 war fast schon tragisch für uns. In der zweiten Halbzeit haben wir völlig falsch gespielt. Der Plan war, über die Flügel zu kommen, aber wir haben es immer mit hohen Bällen durch die Mitte versucht. Zum Schluss hat uns der Gegner ausgekontert. Jetzt haben wir noch einmal 90 Minuten und werden alles probieren. Im Fußball ist alles möglich"

"Für uns alle ist es sehr überraschend, hier so deutlich gewonnen zu haben", so Oenning. "Das haben wir uns in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Das frühe 1:0 hat uns geholfen, unser Spiel durchzuziehen. Zu dem haben wir eine Drangphase der Cottbuser unbeschadet überstanden. Danach haben wir selbstbewusst nach vorne gespielt und sind mit den wichtigen Toren belohnt worden. Ich bin sehr stolz, aber wir dürfen jetzt nicht glauben, dass wir schon durch sind. Wir werden den Gegner nicht unterschätzen."

Vor 22 528 Zuschauern im ausverkauften Stadion der Freundschaft entwickelte sich das erwartete Kampfspiel mit vielen Zweikämpfen und Emotionen auf beiden Seiten. Die Cottbuser begannen ungewohnt stürmisch und versuchten anfangs, mit Pässen in die Spitze das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Dadurch kamen sie früh zu Torchancen wie beim Schuss des Chinesen Jiayi Shao, den Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer nur mit viel Mühe über die Latte lenkte (7.).

Konzentration im Abschluss fehlte

Mitten in die Drangphase der Hausherren fiel jedoch die 1:0-Führung für den "Club". Die Cottbuser waren vom Rückstand nur kurz geschockt und drückten den Zweitligisten in die Defensive, doch es fehlte oft die Konzentration im Abschluss. Zudem musste in der 34. Minute Stürmer Emil Jula verletzt für Ivica Iliev ausgewechselt werden. Nürnberg verlegte sich fast ausschließlich auf Konter. Zweitliga-Torschützenkönig Marek Mintal, um den sich abwechselnd Energie-Kapitän Timo Rost und Mariusz Kukielka kümmerten, kam in der ersten Halbzeit nicht wie gewohnt zur Entfaltung.

Nach dem Seitenwechsel suchten die Gäste etwas mehr die Offensive und wurden prompt mit dem 2:0 durch Eigler belohnt. Danach schien der Widerstand der Lausitzer, die kaum noch Akzente nach vorne setzten, gebrochen. Die Fans quittierten die Leistung mit "Prasnikar-raus"-Rufen.

Bei den Cottbusern fiel erneut Torjäger Dimitar Rangelow (neun Bundesligatreffer) wegen einer Bänderdehnung aus. "Club"-Trainer Michael Oenning vertraute der gleichen Startformation, die am letzten Spieltag der 2. Liga gegen 1 860 München 2:1 gewonnen hatte.

© SID

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