Fußball Bundesliga: Pauli und HSV trennen sich 1:1 im Dynamit-Derby

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Pauli und HSV trennen sich 1:1 im Dynamit-Derby

Einen geschichtsträchtigen Sieg hat der FC St. Pauli am 4. Bundesliga-Spieltag gegen den Hamburger SV knapp verpasst. Mladen Petric sorgte in 88. Minute für den 1:1-Ausgleich.

Edel-Reservist Mladen Petric bewahrte den Hamburger SV im Stadtderby gegen den FC St. Pauli mit einem Kunstschuss zwar vor der Pleite, doch zum Feiern war dem Kroaten nicht zumute. So schnell wie möglich verließ er mit seinen Teamkameraden nach dem 1:1 (0:0) im langweiligen Duell der beiden so verschiedenen Traditionsklubs das Stadion am Millerntor, während sich die erschöpften St. Pauli-Spieler auf einer kleinen Jubelrunde von ihren Fans verabschiedeten. Nur wenige Minuten hatten den "Braunen" zum ersten Derby-Sieg seit 1977 gefehlt.

Zumindest die Erleichterung war deshalb groß bei Petric, der in der 87. Minute die HSV-Anhänger mit einem sehenswerten Volleyschuss aus 20 Metern erlöst hatte. "Nicht jeder Ball kann so reingehen, aber diesmal war es um so schöner. Die ganz große Katastrophe haben wir dadurch noch abgewendet", sagte der zuletzt kaum eingesetzte Kroate. St. Pauli war durch Fabian Boll per Flachschuss in der 77. Minute in Führung gegangen.

Rost: "Es hat ja schon vor dem Spiel eine Harmoniestrategie gegeben"

HSV-Torwart und-Kapitän Frank Rost war zwar erleichtert, dass es am Ende noch zu einem Punkt gereicht hat, die mangelnde Aggressivität seiner Mitspieler in dem seltsam emotionslosen Derby stieß ihm aber bitter auf: "Es hat ja schon vor dem Spiel eine Harmoniestrategie gegeben. Es hat nur noch gefehlt, dass wir in rosa Röckchen aufgelaufen wären."

Auch für Pauli-Trainer Holger Stanislawski war es "mit Sicherheit kein gutes Fußballspiel". Das 1:1 bezeichnete er als leistungsgerecht, "aber wir waren ganz nahe dran, deshalb ist das Unentschieden für uns ärgerlich".

Im prestigebeladenen Stadtduell tat sich der favorisierte Hamburger SV schon in den ersten 45 Minuten schwer. Vor 24 360 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Millerntorstadion zeigten die Gäste zwar die etwas reifere Spielanlage, konnten sich aber gegen die robuste Deckung des Aufsteigers zunächst nicht entscheidend durchsetzen.

Überfallartiges Konterspiel von Seiten der Pauli-Elf

Der Neuling verlegte sich überwiegend auf ein überfallartiges Konterspiel und brachte damit das HSV-Tor gleich zweimal in Gefahr: Schon in der achten Minute scheiterte Mittelfeldspieler Boll mit einem strammen Distanzschuss nur knapp, 180 Sekunden später prüfte Rouwen Hennings Rost in dessen 400. Bundesligaspiel mit einem Kopfball. Die erste Tormöglichkeit für den HSV hatte Abwehrspieler Joris Mathijsen, dessen Kopfball in der 35. Minute knapp über die Latte strich.

Auch nach dem Seitenwechsel hielt der unübersehbare gegenseitige Respekt an, beide Mannschaften neutralisierten sich lange weitgehend. Starke Deckungsreihen drückten dem Match ihren Stempel auf, dementsprechend wenige spannende Torszenen gab es auch nach dem Wiederanpfiff zu sehen - bis zu Bolls Führung.

Der kampfstarke David Jarolim und der nahezu fehlerfrei agierende Mathijsen waren die stärksten Kräfte beim HSV. Aus dem St. Pauli-Team ragten Abwehrspieler Carlos Zambrano sowie Routinier Boll heraus. Ab der 74. Minute feierte der ehemaliger Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah nach mehrwöchiger Verletzungspause sein lautstark umjubeltes Millerntor-Debüt. Drei Minuten später bereitete er das 1:0 mit einem Querpass vor.

Einsatz von Wasserwerfern gegen HSV-Anhänger

Auf dem Anmarsch zum Stadion, abgesichert von rund 1 000 Polizisten, ging es nicht ohne einen Einsatz von Wasserwerfern ab, nachdem Polizeibeamte von HSV-Sympathisanten attackiert worden waren. Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann allerdings wurde kurz nach seinem Eintreffen mit Bier begossen.

Da nur 2 100 Gästefans am Millerntor live dabei sein konnten, verfolgten viele Anhänger der "Rothosen" die Partie auf einer Großbildleinwand in der HSV-Arena. Selbst dort waren aber auch Fans des FC St. Pauli präsent, die für die Partie in "ihrer" Arena keine Tickets erhalten hatten. Das Derby fand erstmals seit 48 Jahren wieder am Millerntor statt, zuvor hatten die "Braunen" aus Sicherheitsgründen stets im HSV-Stadion am Volkspark antreten müssen.

© SID

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