Fußball Bundesliga
Petric muss unters Messer

Mladen Petric vom Hamburger SV hat sich die Führung der Peroneussehne im rechten Sprunggelenk gerissen. Der Kroate wird nun operiert und fällt die restliche Hinrunde aus.

Auf die Hiobsbotschaft folgte der kollektive Schock: Nach dem Kreuzbandriss von Angreifer Paolo Guerrero steht dem Hamburger SV nun auch sein zweiter Stürmerstar bis zum Ende Hinrunde in der Bundesliga nicht mehr zur Verfügung. Eingehende Untersuchungen ergaben am Dienstag, dass sich Mladen Petric beim 3:1-Sieg am Sonntag bei Hertha BSC Berlin die Führung der Peroneussehne im rechten Sprunggelenk gerissen hat. Bereits am Mittwoch wird der kroatische Nationalspieler in Basel operiert. Hamburgs Abteilung Attacke geht am Stock.

"Das ist richtig bitter"

"Das ist natürlich richtig bitter. Ich hoffe, dass Mladen so schnell wie möglich zurückkommt. Wir müssen in den kommenden Wochen noch enger zusammenrücken", sagte der vom neuerlichen Rückschlag sichtlich gezeichnete HSV-Trainer Bruno Labbadia, dem bis zur Winterpause nun nur noch ein gestandener Stürmer zur Verfügung steht. Der schwedische Millioneneinkauf Marcus Berg blieb zu allem Überfluss bisher aber hinter den Erwartungen zurück.

"Wir vertrauen Marcus und setzen auf ihn", sagte Labbadia und erinnerte an Bergs Doppelpack im Europa-League-Spiel gegen Hapoel Tel Aviv (4:2) in der vergangenen Woche: "Diese beiden Treffer haben ihm gut getan." Ob der zweifellos hochveranlagte Torschützenkönig der U21-EM die Herkulesaufgabe im HSV-Angriff jedoch tatsächlich allein schultern kann, ist fraglich. Zumal Petric und Guerrero mit insgesamt 15 Pflichtspieltreffern maßgeblich zum glänzenden Saisonstart des Bundesligazweiten beigetragen hatten.

Bis zum Dezember stehen für die Hamburger noch neun Bundesligaspiele und vier Begegnungen im Europapokal auf dem Programm. Nach der Länderspielpause kommt es am 17. Oktober gleich zum Gipfeltreffen mit Tabellenführer Bayer Leverkusen. "Es liegen schwierige Wochen hinter mir, aber ich glaube an meine Stärken", sagte Berg, der sich jedoch schon nach der Verletzung von Guerrero vor gut drei Wochen für die Nachverpflichtung eines derzeit vertragslosen Angreifers stark gemacht hatte.

Trotzdem kein Smolarek

Zuletzt testete der HSV im Training Ebi Smolarek. Der derzeit auf Jobsuche befindliche Ex-Dortmunder fiel bei den Hanseaten jedoch durch und wurde ohne nähere Angaben von Gründen wieder weggeschickt. Auch nach dem Ausfall von Petric und der angespannten Personalsituation wollen die Hamburger ihre Meinung nicht ändern. Mit dem bestehenden Kader soll sich in die Winterpause gerettet werden.

Labbadia ist nun zu taktischen Umstellungen gezwungen. So könnte Berg künftig als einzige Spitze auflaufen. Als Alternativen für den Platz an der Seite des Schweden stehen neben dem Talent Tolgay Arslan auch die bisher im Mittelfeld aufgebotenen Eljero Elia, Jonathan Pitroipa, Romeo Castelen und Tunay Torun zur Verfügung. Besonders die Stunde von Tunay Torun könnte nun schlagen. Gegen Tel Aviv und Berlin besetzte der 19-Jährige in der Startelf bereits die rechte Seite.

"Ich werde abwarten und meinen Weg Schritt für Schritt gehen", sagte Hamburgs Eigengewächs, das sogar seinen Trip zur türkischen U21-Nationalmannschaft in dieser Woche absagte, um sich im Training der Hamburger zu präsentieren. Eine Entscheidung, die sich nach Petric" Verletzung erst recht auszahlen könnte.

© SID

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