Fußball Bundesliga
"Pfälzer" Wolf will alles für Klassenerhalt geben

Bundesligist 1. FC Kaiserslautern will mit Neu-Trainer Wolfgang Wolf den Sprung aus der Krise meistern. Beim Kampf um den Klassenerhalt verzichtet der 48-Jährige auf eine Sforza-Rückkehr:"Es gibt kein Zurück für ihn."

Kaiserslauterns Neu-Trainer Wolfgang Wolf steht bei seinem neuen Arbeitgeber vor der wohl schwierigsten Aufgabe seiner bisherigen Trainerlaufbahn. Jedoch gibt sich der erst kürzlich bei Ligakonkurrent 1. FC Nürnberg entlassene Wolf optimistisch. "Keine Frage, auf den ersten Blick ist es ein Himmelfahrtskommando. Aber ich glaube, ich kann helfen", so der 48-Jährige bei seiner Vorstellung. Obwohl mit dem Engagement des "Pfälzer Bubs" Teil eins des FCK-Krisenmanagements bewältigt zu sein scheint, ist dem neuen Übungsleiter die Schwere der Aufgabe bewusst.

"Der FCK ist eine Herzensangelegenheit. Aber man darf nicht glauben, dass nun ein Pfälzer und Ex-Spieler, der zufällig Trainer ist, alles zum Guten wenden kann. Ich kann nicht versprechen, dass wir die Klasse erhalten. Aber ich kann versprechen, dass wir alles dafür tun werden", erklärte Wolf, der in 248 Bundesliga-Spielen für den FCK elf Tore erzielte und einen auch für die 2. Bundesliga gültigen Vertrag bis zum 30. Juni 2008 unterzeichnet hat.

Immerhin machte Wolf, der am 31. Oktober beim Lauterer Ligarivalen 1. FC Nürnberg entlassen wurde und sich selbst "den ein oder anderen Tag Urlaub mehr" gewünscht hatte, einen selbstbewussten Eindruck und legte seinen Maßnahmenkatalog für die ersten Tage seiner Amtszeit vor. Vor allem der am 18. Oktober nach kritischen Äußerungen zu Ex-Trainer Michael Henke suspendierte Ciriaco Sforza dürfte davon aber nicht allzu begeistert sein.

Wolf verzichtet auf Ciriaco Sforza

"Die Akte Sforza bleibt geschlossen. Es gibt kein Zurück für ihn. Das war allein meine Entscheidung. Ruhe in der Mannschaft ist jetzt oberstes Gebot. In der Winterpause werden wir schauen, ob wir die Position neu besetzen. Auch auf anderen Positionen können wir im Rahmen der Möglichkeiten handeln", meinte Wolf, und kündigte als weitere Sofortmaßnahme ein Trainingslager ab dem kommenden Dienstag bis zum Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt an. Auf diese Art will der neue Coach die Spieler kennen lernen.

Wolf ist sich auch darüber im klaren, dass er nicht nur als Trainer, sondern nach dem jüngsten Beben am Betzenberg auch als Integrationsfigur gebraucht wird. "Es ist mir bewusst, dass eine schwere Last auf meinen Schultern liegt. Aber ich bin bereit, sie zu tragen. Ich bin zu Hause angekommen, und die Situation hier hat mich nicht abgeschreckt", meinte der verheiratete Vater zweier Kinder, der am Dienstagnachmittag zum ersten Mal das Training leitete und seinen Co-Trainer am Donnerstag benennen will.

"Ich will jemanden, der neutral ist. Es soll keiner aus dem Umfeld sein, denn die Strömungen gefallen mir nicht", erklärte Wolf. Zudem will der gelernte Großhandels-Kaufmann seinen Bruder Arno, der momentan noch in Nürnberg unter Vertrag steht, als Scout holen.

"Spieler müssen zeigen, dass sie mehr können."

Wolf skizzierte neben den Personalfrageen eine Reihe von weiteren Aufgaben, die er bewältigen muss. "Es liegt jetzt an mir. Wenn möglich, soll schon beim Spiel in Hannover was auf unsere Konto kommen. Im Heimspiel gegen Frankfurt muss dann der Betze beben. Die Spieler müssen zeigen, dass sie mehr können. Wir müssen vor allem die Gegentorflut eindämmen", sagte der Trainer, der vor der Saison eine FCK-Anfrage abgelehnt hatte, weil er seinen Vertrag in Nürnberg erfüllen wollte.

Der gebürtige Pfälzer ist aber davon überzeugt, dass er die Herkulesaufgabe bewältigen kann. "Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir es schaffen können, wenn die ganze Pfalz zusammenhält. Ich bin mir sicher, dass sich die Spieler unter Wert verkaufen", sagte Wolf. Der Coach hat bei einem Scheitern aber auch einen Plan B in der Tasche: "Wenn wir absteigen, werde ich mich nicht aus der Verantwortung stehlen." Auch der Klub will dem Trainer die Treue halten. "Wenn es so kommen sollte, wollen wir mit ihm in der 2. Liga was aufbauen", sagte Teammanager Olaf Marschall.

Während die Trainersuche schnell beendet werden konnte, wird die Frage der künftigen Klubführung nach dem angekündigten Rücktritt von Rene C. Jäggi wohl erst nach der Mitgliederversammlung und der dabei stattfindenden Neuwahl des Aufsichtrats am 14. Dezember beantwortet werden. Bis dahin führt Jäggi kommissarisch die Geschäfte weiter.

© SID

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