Fußball Bundesliga
Podolski läuft seiner Form hinterher

Die Transfergerüchte um Nationalspieler Lukas Podolski reißen nicht ab, halb Europa scheint am Stürmer von Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln interessiert zu sein. Bei den Geißböcken droht dem Jungstar hingegen die Verbannung auf die Bank. Bereits die gesamte Saison über konnte Podolski in Köln nicht an seine tollen Leistungen bei der Nationalmannschaft anknüpfen. In 20 Saisonspielen kam Podolski gerade einmal auf fünf Tore, zwei davon per Elfmeter. Sein letzter Treffer aus dem Spiel heraus liegt schon 582 Minuten (beim 1:1 in Duisburg) zurück.

Narrenfreiheit genießt "Prinz-Poldi" auch in der Karnevalszeit nicht, FC-Trainer Hanspeter Latour scheint nach den schwachen Auftritten des 20-Jährigen in der Rückrunde mit seiner Geduld am Ende. "Das ist zu wenig, was Lukas momentan zeigt. Die elf besten Spieler müssen spielen. Dabei geht es nicht darum, ob einer Nationalspieler ist", kündigt Latour mögliche Konsequenzen für die Zukunft an.

Für das rheinische Derby gegen Bayer Leverkusen am Samstag (15. 30 Uhr/live bei Premiere) muss Podolski aber noch nicht mit Konsequenzen rechnen. "Ich war mit ihm in Gladbach erstmals nicht zufrieden. Deshalb habe ich ihn kritisiert. Aber wenn er gesund und fit ist, gehe ich davon aus, dass er gegen Leverkusen von Beginn an spielt", meinte der Schweizer Coach am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind

In nur acht Monaten hat sich Podolski vom umjubelten Hoffnungsträger des deutschen Fußballs zum Kölner Sorgenkind entwickelt. Beim 0:2 in Gladbach am vergangenen Samstag erreichte der Stürmer seinen vorläufigen Tiefpunkt. Eine schlechte Leistung, dazu nicht ein einziger Torschuss - Podolski wirkt derzeit wie ein Fremdkörper im Offensivspiel der "Geißböcke". "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent", verteidigt sich der 20-Jährige, der in der Winterpause nur die Hälfte der Vorbereitung absolvierte: "Man kann nicht von mir erwarten, dass ich allein den FC zum Klassenerhalt schieße."

Coach Latour hingegen dordert von Podolski eine Trotzreaktion. "Ein Spieler mit seiner Qualität muss mit so einer heiklen Situation umgehen". Bisher hatte der Schweizer Coach stets seine schützende Hand über den 20-maligen Nationalspieler gelegt. Damit scheint nun Schluss zu sein. Latours Vorgänger Uwe Rapolder ("Podolski ist kein Wunderjunge") hatte in der Hinrunde einmal gewagt, den Kölner Publikumsliebling auf die Bank zu setzen. Es folgte bei den Anhängern ein Sturm der Entrüstung, erst ein kurzfristig einberufener Friedensgipfel entschärfte die Lage damals.

Inzwischen hat sich die Meinung der Fans ein wenig gewandelt. Bei einer Internet-Umfrage im Kölner Fan-Forum haben sich mehr als die Hälfte für eine Verbannung auf die Bank ausgesprochen - und das bei den vorhandenen Alternativen Imre Szabics, Matthias Scherz oder Patrick Helmes.

Bayerns Chancen auf eine Podolski-Verpflichtung steigen

Podolski weht in der Domstadt inzwischen ein eisiger Wind ins Gesicht. Dass er eine Entscheidung über seine Zukunft bis zum Saisonende vertagt hat, wird nicht gerade positiv aufgenommen. Sein Abschied zum Saisonende zu Meister Bayern München scheint sich trotz aller Dementis mehr und mehr abzuzeichnen. Nicht zuletzt Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte zuletzt die Chancen auf eine Podolski-Verpflichtung als "sehr gut" bezeichnet.

Der im polnischen Gleiwitz geborene Stürmer besitzt beim FC noch einen Vertrag bis 2008, kann aber 2007 für eine festgeschriebene Summe von einer Million Euro gehen. Dass er - wie von Klubboss Wolfgang Overath gewünscht - noch zwei, drei Jahre in Köln bleibt, scheint unwahrscheinlich. Für Overath liegt in dem Wirbel um seine Person auch der Grund für die schlechten Leistungen. "Er ist der ganzen Sache nicht mehr gewachsen. Auf dem Platz ist er nicht mehr so unbekümmert", meinte der Weltmeister von 1974, der in Podolski nach wie vor das "größte Talent der letzten 20 Jahren" sieht.

© SID

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