Fußball Bundesliga
Präsident Stein tritt Ende Juli in Cottbus zurück

Michael Stein hat ein Jahr nach seinem Amtsantritt bei Energie Cottbus seinen Rücktritt vom Amt des Präsidenten verkündet. "Ich ziehe mich am 31. Juli zurück", so Stein.

Führungswechsel beim Bundesliga-Aufsteiger Energie Cottbus: Präsident Michael Stein hat ein Jahr nach seinem Amtsantritt seinen Rücktritt verkündet und mit dem bisherigen Verwaltungsratschef Ulrich Lepsch seinen Nachfolger präsentiert. "Ich war von Anfang an nur der Lotse, der das wankende Schiff in den Hafen bringen sollte. Jetzt kann ich das Ruder übergeben", sagte Stein, der sich am 31. Juli von seinem Posten zurückzieht.

Nachfolger Lepsch wird seinen Vorsitz im Kontrollgremium an seinen Stellvertreter Friedhelm Wiegelmann übergeben, da die Satzung von Energie eine Doppelfunktion in Präsidium und Verwaltungsrat nicht zulässt. "Ich hätte gern gesehen, dass Michael Stein weitermacht. Aber wir hatten ihn schon in den vergangenen Monaten zwei-, dreimal überreden müssen, nicht zurückzutreten", sagte Lepsch.

Stein betonte, dass sein Rückzug aus der ehrenamtlichen Funktion auf Grund der starken beruflichen Inanspruchnahme sein eigener Entschluss sei. "Man sollte aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ich hatte eine interessante, aber auch anstrengende Zeit. Gemeinsam haben wir mit dem Aufstieg in Cottbus ein zweites Wunder geschafft", erklärte der Geschäftsführer eines Kraftwerkbetriebes.

"So viel Platz gibt es auf der Linse auch gar nicht."

Selbst die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit in der Bundesliga reizte den schwergewichtigen Funktionär nicht, der von den Fans wegen seiner Ähnlichkeit mit Reiner Calmund liebevoll "Cottbus-Calli" genannt wird: "Ich brauche keine Medienpräsenz, so viel Platz gibt es auf der Linse auch gar nicht."

Nachfolger Lepsch ließ keinen Zweifel daran, trotz des kleinen Etats von 19,7 Mill. Euro und den zum größten Teil ablösefreien Neuzugängen den direkten Abstieg vermeiden zu wollen. "Wir haben das klare Ziel Klassenerhalt. Es ist ein nahtloser Übergang gewährleistet, der uns in die Lage versetzt, wichtige Projekte voranzutreiben", so der Vorsitzende der Sparkasse Spree-Neiße.

Stein hatte die Geschäfte des Lausitz-Klubs im Mai vergangenen Jahres übernommen, als der Verein nach der Demission des langjährigen Dreigestirns um Präsident Dieter Krein, Manager Klaus Stabach und Erfolgstrainer Eduard Geyer sowie der finanziellen Schieflage in ein Chaos zu schlittern drohte.

Konservative Spar- und Einkaufspolitik

Der 50-Jährige Stein führte den Klub mit seinem unternehmerischen Sachverstand wieder ins ruhige Fahrwasser und konnte den Schuldenstand in seiner Amtszeit dank einer konservativen Spar- und Einkaufspolitik bei knapp 4,5 Mill. Euro halten. Dennoch zog der sportliche Erfolg ein: Energie gelang im Jahr des 40-jährigen Jubiläums überraschend der zweite Bundesliga-Aufstieg nach 2000.

Stein wünscht seinem Nachfolger "alles Gute, viel Erfolg und ein glückliches Händchen". Der Diplom-Ingenieur will sich verstärkt um seine eigentliche Arbeit kümmern, aber auch zu den Heimspielen ins Stadion der Freundschaft gehen. Die Mannschaft von Trainer Petrik Sander bereitet sich unterdessen seit Montag im Lauftrainingslager von Oberhof auf die Rückkehr ins Oberhaus vor. Mit von der Partie ist auch der chinesische Nationalspieler Jiayi Shao. Dessen Verpflichtung ist mit Shaos früherem Arbeitgeber Guoan Peking, der die Transferrechte an dem Mittelfeldspieler hält, bereits mündlich vereinbart worden. Noch fehlt die schriftliche Bestätigung. Am Mittwoch testet das Team in Zella-Mehlis (18.00 Uhr) gegen den heimischen TSV erstmals seine Form.

© SID

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