Fußball Bundesliga
Prasnikar soll Cottbus aus dem Keller führen

Der Slowene Bojan Prasnikar wird neuer Trainer beim abstiegsbedrohten Bundesligisten Energie Cottbus. Die Lausitzer stellten den 54-Jährigen am Freitag als Nachfolger des entlassenen Petrik Sander vor.

Bundesligist Energie Cottbus ist auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Der Slowene Bojan Prasnikar wird die Nachfolge des am Sonntag entlassenen Petrik Sander antreten. Der 54-Jährige, der in seiner Karriere dreimal die Nationalmannschaft seines Heimatlandes betreute, ist am Freitag vorgestellt worden.

"Wir sind sehr froh, dass wir einen erfahrenen Trainer und ausgewiesenen Fachmann unter Vertrag nehmen konnten", sagte Präsident Ulrich Lepsch. Zuletzt stand Prasnikar beim slowenischen Erstligisten Primorje Ajdovscina unter Vertrag, wo er jedoch eine Ausstiegsklausel besitzen soll.

Prasnikar zeigte sich bei seiner Vorstellung am Freitagnachmittag voller Vorfreude: "Ich habe als Trainer in meiner Heimat alles erreicht, daher sehe ich die Bundesliga als eine große Herausforderung an." Er erwartet "eine sehr schöne, aber auch sehr schwere Aufgabe".

Sein Spielsystem sei eher offensiv ausgerichtet: "Ich stelle mir vor, dass wir mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen." Nach der Präsentation leitete der ehemalige Stürmer erstmals das Training der Lausitzer und bereitete die Mannschaft auf das Heimspiel am Sonntag (17.00 Uhr/live bei Premiere) gegen Eintracht Frankfurt vor.

Der ehemalige Stürmer (136 Tore für NK Smartno und Olimpija Ljubljana) sollte unmittelbar nach seiner Präsentation erstmals das Training der Lausitzer leiten und die Mannschaft auf das Heimspiel am Sonntag (17.00 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag vorbereiten.

"Er war von Anfang an im engeren Kreis. Wir haben immer gesagt, dass wir bei der Trainersuche über den Tellerrand hinausschauen", sagte Manager Heidrich. Allerdings war der ehemalige Nationalspieler Jürgen Kohler der eigentliche Wunschkandidat der Cottbuser gewesen. Der Weltmeister von 1990 habe jedoch ohne Angaben von Gründen abgesagt, erklärte Heidrich.

"Der deutsche Markt hat nichts hergegeben"

Der erste Nationaltrainer Sloweniens nach der Unabhängigkeit seines Landes ist nach dem Niederländer Huub Stevens (Hamburger SV) sowie den beiden Schweizern Lucien Favre (Hertha BSC Berlin) und Marcel Koller (VfL Bochum) der vierte ausländische Trainer in der laufenden Bundesliga-Saison. "Der deutsche Markt hat nichts hergegeben", meinte Heidrich. Prasnikar spreche relativ gut deutsch und könne sich mit den 13 Osteuropäern im Team gut verständigen.

Der frühere Sportlehrer genießt in seiner Heimat einen exzellenten Ruf und gilt neben dem ehemaligen Bundesligaprofi Srecko Katanec als bester Fußballlehrer des Landes. Er ist als Taktik-Fuchs bekannt, der besonderen Wert auf Disziplin legt. Seine erfolgreichste Trainerzeit auf Vereinsseite erlebte er bei NK Maribor (1996 bis 2000). Den Klub führte er zu vier Meistertiteln in Folge und 1999 als bislang einzigen slowenischen Klub überhaupt bis in die Champions League. In der Gruppenphase traf der Klub auch auf Bayer Leverkusen.

In Cottbus wartet auf Prasnikar eine Menge Arbeit. Energie ist als einzige Bundesliga-Mannschaft in der Saison noch ohne Sieg und offenbarte bislang viele Schwächen. Dabei wird er sofort am Erfolg seines Vorgängers gemessen. Sander hatte Energie 2005 vor dem Abstieg aus der zweiten Liga gerettet, ein Jahr später ins Oberhaus und in der vergangenen Saison zum Klassenerhalt geführt. Die Fans, die lautstark gegen Sanders Entlassung protestiert hatten, kann Prasnikar nur mit Siegen auf seine Seite ziehen.

© SID

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