Fußball Bundesliga
Presse bei HSV-Mitgliederversammlung unerwünscht

Als ob der Hamburger SV nicht schon genügend Probleme hätte: Ein Eklat und in der 119-jährigen Vereinsgeschichte einmaliger Vorgang hat Bundesligist Hamburger SV zusätzlich zur sportlichen Misere einen katastrophalen Imageschaden zugefügt.

Als ob der Hamburger SV nicht schon genügend Probleme hätte: Ein Eklat und in der 119-jährigen Vereinsgeschichte einmaliger Vorgang hat Bundesligist Hamburger SV zusätzlich zur sportlichen Misere einen katastrophalen Imageschaden zugefügt. Nach einer Kampfabstimmung mussten die auf der Mitgliederversammlung des Tabellenvorletzten anwesenden Journalisten den Saal vorzeitig verlassen.

Nachdem eine Abstimmung per Akklamation kein eindeutiges Meinungsbild ergeben hatte, wurde in geheimer Wahl abgestimmt. 689 Vereinsmitglieder votierten für einen Verbleib der Medienvertreter im Saal I des Congress Centrum Hamburg, 731 stimmten dagegen. Dieses Ergebnis verkündete der HSV-Aufsichtsratsvorsitzende Udo Bandow unter johlendem und zustimmendem Gebrüll der meisten Anwesenden.

Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann, der zu diesem Zeitpunkt offiziell noch gar nicht zu Wort gekommen war, hatte schon während des Zählvorgangs das völlig unerwartete Ergebnis geahnt: "Das hat es wohl in der gesamten Bundesliga-Geschichte noch nicht gegeben, dass darüber schriftlich abgestimmt werden muss, ob Medienvertreter über eine Mitgliederversammlung berichten dürfen."

In seiner offiziellen Ansprache, die 20 Minuten dauerte, gab der 43-Jährige ohne Umschweife ein neues sportliches Ziel aus. "Es kann für uns in dieser Saison nur noch um den Nicht-Abstieg gehen", erklärte Hoffmann, der die Mitglieder zum Abschluss seines Vortrages eindringlich beschwor: `Ohne Geschlossenheit werden wir absaufen."

Organisatorische Panne sorgt für Verzögerung

Die wegen der sportlichen Talfahrt ohnehin gereizte Stimmung der 1 589 stimmberechtigten Mitglieder war zuvor schon zusätzlich durch eine organisatorische Panne angeheizt worden. Die wenigen Eingänge konnten die Besuchermassen nicht bewältigen, es bildeten sich lange Schlangen. Die Veranstaltung begann mit einer Stunde Verspätung.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Carsten Harms, Vorsitzender des Vereins Hamburger Sportjournalisten, über das Votum der HSV-Mitglieder verwundert: "Es ist eine unverständliche Entscheidung, die wir in einer Demokratie aber akzeptieren müssen. Fakt ist, dass die kritischen Mitglieder diejenigen ausschließen, die ihre Kritik nach außen und in die Öffentlichkeit tragen."

Auf Geheiß von HSV-Trainer Thomas Doll war die gesamte HSV-Profimannschaft der Veranstaltung von vornherein ferngeblieben. Der um seinen Job bei den Hanseaten kämpfende Coach hatte seine Entscheidung damit begründet, dass sich die Spieler auf die letzte Partie der Hinserie am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) beim Bundesliga-Neuling Alemannia Aachen konzentrieren sollten. Sicher ist jedoch, dass die Norddeutschen auf einem Abstiegsplatz überwintern werden.

© SID

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