Fußball-Bundesliga
Ralf Rangnick forciert seinen Abgang

Die Rückrunde verläuft für Herbstmeister TSG Hofffenheim unterirdisch. Das lässt mittlerweile auch Trainer Ralf Rangnick nicht mehr kalt. Mit Blick auf die neue Saison fordert er deshalb lautstark Verstärkung. Doch Mäzen Dietmar Hopp will ihm dafür nur ein begrenztes Budget geben und auch den Etat des Dorfvereins nur moderat aufstocken. Rangnick ist das zu wenig.

HB BERLIN. Wie im Herbst die Vereine beginnen, Aufwand und Ertrag ihrer Trainer zu bilanzieren, beginnt im Frühling die Zeit der Übungsleiter. Sie bewerten ihrerseits die Arbeit der Klubs und ziehen daraus ihre Schlüsse. Felix Magath, Trainer vom Tabellenführer VfL Wolfsburg, ist einer von ihnen. Er soll Gerüchten zufolge entschieden haben, dass die geplanten Investitionen des Autobauers und Sponsors Volkswagen zu gering seien, um seine Ziele umsetzen zu können. Es zieht ihn nun zum FC Schalke 04.

Ein anderer ist Ralf Rangnick, der die letzten Wochen genutzt hat, um seine Zukunft zu planen. Die von ihm betreute Elf des Herbstmeisters aus Hoffenheim traf in Wolfsburg auf Magaths Team. Und wurde nach Toren von Edin Dzeko (65., 74. und 78. Minute) und Grafite (Foulelfmeter, 89.) mit einem 0:4 derart gedemütigt, dass es für Rangnick nach dem Spiel kein Halten mehr gab. Schon länger sieht er den Verfall von Kunst und Disziplin in seinem Kader. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel fauchte er frustriert: "Mit Mittelmaß kann ich mich nicht identifizieren. Ich bin nicht bereit, weitere Rückschritte in Kauf zu nehmen."

Sechs bis sieben neue Spieler möchte Rangnick gern verpflichten, um einen so beispiellosen Einbruch wie in dieser Rückserie nicht noch einmal erleben zu müssen. Mäzen Dietmar Hopp will ihm dafür jedoch nur zehn Mio. Euro geben. Zudem soll der Etat des Dorfvereins von 23 auf lediglich 26 Mio. Euro aufgestockt werden. Rangnick ist das zu wenig. "Selbst Hannover hat mehr Geld", klagte er. "Profis mit Qualität kommen nicht wegen der guten Landluft nach Hoffenheim."

Hopp sieht das anders, er findet die Luft im Kraichgau ganz vorzüglich und reagierte dementsprechend erbost auf Rangnicks Forderungen. "Ich lasse mich durch den Ehrgeiz von anderen nicht zu halsbrecherischen Aktionen verleiten", sagte der Gesellschafter und übte erstmals Kritik an Rangnicks Personalpolitik: "Wäre Wellington nicht verpflichtet worden, stünden fünf Mio. Euro mehr zur Verfügung." Der brasilianische Stürmer gilt als Fehleinkauf, er hat die Verletztenmisere in Hoffenheims Angriff ebensowenig auffangen können wie der von Werder Bremen ausgeliehene Boubacar Sanogo.

Doch solche Fehleinschätzungen gehören zum Geschäft. Rangnick wäre nicht der erste, der sich bei einem Spielerkauf irrt. Bei einem Klub wie Hoffenheim wiegen solche Fehler freilich schwerer als anderswo. Vereine wie der VfL Wolfsburg können das schon eher verkraften, zumal der Weg zurzeit Richtung Champions League führt. Vielleicht redete sich Rangnick ja nicht ohne Grund ausgerechnet in Wolfsburg in Rage. Anderen Gerüchten zufolge soll er dort Magath als Trainer beerben.

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