Fußball Bundesliga
Rangnick sieht sich durch Abwehrschwäche bestätigt

Ralf Rangnick lässt kein gutes Haar an der Ausbildung von deutschen Abwehrspielern: "Es gibt riesigen Nachholbedarf", sagte der Trainer von Bundesligist 1 899 Hoffenheim.

Für Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick sind die Abwehrschwächen der deutschen Nationalmannschaft bei der EM in Österreich und in der Schweiz keine Überraschung, sondern eher das Resultat einer schlechten Ausbildung seit den 90er Jahren. Rangnick fühlt sich in seinen vor Jahren gestellten Prognosen bestätigt. "Wir waren der Entwicklung 15 bis 20 Jahre hinterher und werden noch heute dafür bestraft", sagte der Coach von Bundesliga-Aufsteiger 1 899 Hoffenheim dem Fachblatt kicker.

Zu lange habe man auf das Modell mit Libero gebaut, erst seit sieben Jahren habe sich die Viererkette in der Bundesliga durchgesetzt. Mittlerweile seien vor allem analytische Fähigkeiten bei Innenverteidigern gefragt. "Entscheidend ist, dass der Spieler ein Gespür dafür hat, die Situation richtig einzuschätzen", so Rangnick.

Zentrale Positionen mit Ausländern besetzt

Da die Ausbildung der Defensivkräfte in Deutschland lange vernachlässigt wurde, sind die zentralen Positionen mittlerweile meist durch ausländische Verteidiger besetzt. Lediglich auf sechs von 36 Plätzen, so der kicker, seien deutsche Spieler gesetzt. Rangnick: "Wir waren in Deutschland nie für andere Nationen Wegweiser in taktischer Hinsicht. Im Gegenteil. Es gibt riesigen Nachholbedarf."

Bereits Ende 1998 hatte Rangnick im "Aktuellen Sportstudio" an einer Magnettafel erklärt, wie er mit dem SSV Ulm die Viererkette praktiziere. Der Auftritt damals hat dem Coach den Spitznamen "Fußballprofessor" eingebracht. "Die Tatsache, wie viel Aufsehen dieser eigentlich triviale Auftritt erregt hat, zeigt, dass wir vor zehn Jahren in einem Land gelebt haben, in dem das Thema Raumdeckung völlig außen vor war", sagt Rangnick heute.

© SID

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