Fußball Bundesliga
Raul führt Schalke zum ersten Bundesliga-Heimsieg

Mit einem 3:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli hat Schalke 04 am 11. Spieltag den ersten Heimsieg der Saison eingefahren. Für die Erlösung sorgten Raul (14., 81.) und Huntelaar (54.).

Superstar Raul hat auf die immer lautere Kritik geantwortet und Schalke 04 zum ersten Bundesliga-Heimsieg nach 202 Tagen geführt. Der Spanier erzielte zwei Treffer zum 3:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli, mit dem die Königsblauen einen ersten Schritt aus der Krise machten. Zwischen den beiden Treffern des deutlich verbesserten Raul in der 14. und 81. Minute erzielte Stürmerkollege Klaas-Jan Huntelaar mit seinem sechsten Saisontor das zwischenzeitliche 2:0 (54.).

Mit dem ersten Bundesliga-Heimsieg der Saison drei Tage nach dem blamablen 0:0 in der Champions Legaue bei Hapoel Tel Aviv kletterte der böse abgestürzte Vizemeister vom 17. auf den 15. Rang. "Das war gut für die Schalker Seele, die in den letzten Wochen stark gelitten hat", sagte Schalkes Geburtstagskind Christoph Metzelder, der am Freitag 30 Jahre alt wurde. Die Hamburger, die ihre dritte Niederlage in Folge kassierten, müssen sich nach starkem Saisonstart langsam nach unten orientieren.

Magath wollte Raul im Strafraum sehen

Raul hatte sich offenbar die Worte von Trainer Felix Magath zu Herzen genommen. Der Coach hatte dem spanischen Superstar in einem Gespräch noch einmal erklärt, dass er ihn lieber im gegnerischen Strafraum als im Mittelfeld sehen wolle. Raul suchte anderes als in den vergangenen Spielen zuvor den Weg zum Tor. Prompt wurde auch das Schalker Offensivspiel gefährlicher. "Ich bin froh, dass er in der Bundesliga getroffen hat. Ich freue mich für ihn und denke, das war so eine Art Erlösung", sagte Felix Magath.

Bei seinem ersten Treffer staubte Raul nach einer Hereingabe von Atsuto Uchida, die Huntelaar verpasste, ab. Zumindest für den Spanier wirkte das Tor befreiend. Nur neun Minuten später hätte er beinahe das 2:0 erzielt. Nach einer Flanke von Lukas Schmitz verfehlte er nur knapp das Tor (23.). Im Gegenzug geriet erstmals das Tor von Manuel Neuer in Gefahr: Nach einer Flanke von Bastian Oczipka köpfte Deniz Naki knapp neben den Pfosten (24.).

"Hacke, Spitze, eins, zwei, drei"

Das Spiel bestimmten aber die Gastgeber. Einen Distanzschuss von Jose Manuel Jurado wehrte Pauli-Keeper Thomas Kessler ab (37.). Kurz vor der Pause allerdings verloren die Schalker plötzlich die Spielkontrolle, und St. Pauli hatte durch Naki, der völlig frei vor Neuer auftauchte, die große Chance zum Ausgleich (40.). "Wenn wir unsere hundertprozentigen Chancen nicht verwerten, kannst du kein Spiel gewinnen. Dann hast du es auch nicht verdient", meinte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski.

In der Kabine blieb nach dem Seitenwechsel Jurado. "Hacke, Spitze, eins, zwei, drei ist nicht gefragt", begründete Vorstandsmitglied Horst Heldt den Wechsel. "Jurado muss sich langsam an das Tempo gewöhnen und Gas geben." Ohne den Spanier machten die Königsblauen mehr Druck. Nach einer Ecke von Jefferson Farfan köpfte Huntelaar zum 2:0 ein.

Gegenüber dem Spiel in Israel hatte Magath auf drei Positionen umgestellt. Schmitz und Jermaine Jones kehrten nach überstandener Verletzung ins Team zurück. Zudem musste Mittelfeldspieler Ivan Rakitic zunächst auf der Bank Platz nehmen, für ihn spielte Christoph Moritz.

Bei den Hamburgern fehlte neben Gerald Asamoah, der wegen einer Gelb-Rot-Sperre seine Rückkehr nach Schalke nur auf der Tribüne erlebte, auch Mittelfeldspieler Charles Takyi wegen einer Knöchelprellung. Trainer Holger Stanislawski bewies Mut und bot in Naki einen zweiten Stürmer auf.

© SID

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