Fußball Bundesliga: Referees zwischen Kritik und Selbstkritik

Fußball Bundesliga
Referees zwischen Kritik und Selbstkritik

Schiedsrichterlehrwart Strigel sprach von einem "eklatanten Fehler", Referee Weiner zeigte sich einsichtig. Die Unparteiischen hatten in der Bundesliga ein "schwarzes Wochenende".

Ein "schwarzes Wochenende" mit einigen falschen oder zumindest strittigen Entscheidungen haben die Unparteiischen zum Rückrundenauftakt der Bundesliga erlebt. Als Konsequenz entschuldigte sich Referee Michael Weiner öffentlich, DFB-Schiedsrichterlehrwart Eugen Strigel sprach von einem "eklatanten Fehler". Das zu Unrecht anerkannte Abseitstor in Bremen hatte Symbolcharakter und stand stellvertretend für den Fehlstart der Schiedsrichter.

"Ich kann mich bei Werder nur entschuldigen"

Während Strigel eher die Schiedsrichter-Assistenten in der Pflicht sah, nahm Weiner nach dem 1:2 von Werder Bremen gegen den VfL Bochum seinen Fehler beim zu Unrecht anerkannten Abseitstor von Benjamin Auer zum zwischenzeitlichen Ausgleich auf die eigene Kappe. "Ich trage für diese Entscheidung die Verantwortung und kann mich bei Werder nur entschuldigen", sagte der Referee aus Giesen, der zudem einen Tritt von Werder-Schlussmann Tim Wiese gegen Stanislav Sestak umstrittenerweise nicht als Tätlichkeit wertete.

Im Blickpunkt stand auch Schiedsrichter Lutz Wagner beim 2:3 von Energie Cottbus gegen Bayer Leverkusen, nachdem der Referee aus Kriftel den Gastgebern zunächst zwei Tore wegen Abseits nicht anerkannt und in der Schlussphase Bayer auch noch einen Strafstoß zuerkannt hatte. Strigel nahm Wagner allerdings in Schutz. "Wenn knifflige Situationen selbst nach mehrmaligen Standbildern im Fernsehen nicht eindeutig aufgeklärt werden, sollte man mit Kritik vorsichtig sein", sagte Strigel dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Strigel gegen "pauschale öffentliche Kritik" - Lucio im Glück

Ohnehin wollte Strigel nicht den Stab über die Unparteiischen brechen. "Wir sprechen die Personen nach strittigen Entscheidungen intern sachlich an, aber eine pauschale öffentliche Kritik halte ich für falsch", erklärte Strigel.

Allerdings summierte sich die Anzahl der umstrittenen Entscheidungen am ersten Liga-Wochenende im Jahr 2008. Beim 3:3 des MSV Duisburg gegen Borussia Dortmund fühlte sich der BVB durch den Junior der Schiedsrichter-Gilde, den 25 Jahre alten Michael Kempter aus Sauldorf, klar benachteiligt. Grund war der Elfmeter zum zwischenzeitlichen 3:1 des MSV durch Mihai Tararache - der Dortmunder Dede hatte zuvor im Strafraum eindeutig den Ball gespielt.

Ebenso ein Dorn im Auge dürfte den Verantwortlichen im Schiedsrichterausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der nicht geahndete Ellbogenschlag von Bayern Münchens Innenverteidiger Lucio gegen Hansa Rostocks Mittelfeldspieler Zafer Yelen gewesen sein. Hansa blieb beim 1:2 nicht nur ein Strafstoß verwehrt, es war auch ein Fehlverhalten, auf das der Ausschuss-Vorsitzende Volker Roth vor dem Rückrundenstart ausdrücklich hingewiesen hatte.

"Das möchten wir nicht mehr sehen und in den Griff bekommen", hatte Roth gesagt und das Ahnden von versteckten Fouls und Ellenbogenschlägen verstärkt auf die Agenda gesetzt: "Dazu braucht der Schiedsrichter allerdings die Hilfe seiner Assistenten." Und von den Assistenten waren die Unparteiischen am Wochenende zum Teil empfindlich im Stich gelassen worden.

© SID

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