Fußball Bundesliga
Richtungsweisendes Nord-Derby in Hamburg

Das prestigeträchtige Duell zwischen dem Hamburger SV und Nordrivalen Werder Bremen ist für beide Teams enorm wichtig: Der Sieger kann Anschluss an die Spitzengruppe herstellen.

Am Mittwoch gab er sein Debüt im Tor der deutschen Nationalmannschaft, heutet hütet Tim Wiese wieder die Schießbude der Bundesliga. Wenn der Schlussmann mit Werder Bremen zum Nordderby beim Hamburger SV (17.00 Uhr/live bei Premiere) antritt, soll beim Vizemeister endlich wieder mal die Null stehen. Erst in zwei Partien brachte Werder dies in der laufenden Saison zu Stande. In Borussia Mönchengladbach und dem Karlsruher SC kassierten vor dem 13. Spieltag nur zwei Klubs ebenfalls schon 24 Gegentreffer.

"Das ist genau das richtige Spiel zum richtigen Zeitpunkt, und der HSV ist genau der richtige Gegner", meint Wiese, der seinem Klub im bisherigen Saisonverlauf in zwei Spielen verletzungsbedingt fehlte, aber dennoch schon 21-mal hinter sich greifen musste. An dem Keeper selbst ist Werders Abwehrschwäche zwar nicht festzumachen, doch sein starker 45-minütiger Auftritt im DFB-Trikot bei der Niederlage gegen England, dürfte sein Selbstvertrauen zum passenden Zeitpunkt weiter verstärkt haben.

Wiese muss in Hamburg mit Pfiffen rechnen

"Natürlich brauchen wir auch gegen den HSV einen starken Tim Wiese", meint Bremens Sportdirektor Klaus Allofs: "Das Länderspiel war für ihn sehr wichtig. Das gibt ihm weitere Motivation und wird sich auch positiv auf seine Leistungen im Verein auswirken. Wenn er in der Liga und international weiter gute Leistungen bringt, wird man in der Nationalmannschaft nicht an ihm vorbeikommen."

In der Begegnung beim HSV kann Wiese diese Ansprüche weiter untermauern. Mit einem freundlichen Empfang darf der Torhüter in der Arena der Hamburger aber wohl nicht rechnen. Seit er HSV-Stürmer Ivica Olic beim letzten Aufeinandertreffen der Nordrivalen im vergangenen Mai bei einer Rettungsaktion mit einem Kung-Fu-Tritt zu Boden streckte, ist Wiese bei den Hamburger Fans der Buhmann.

"Tim weiß, dass das kein einfaches Spiel für ihn wird. Aber man sollte nicht vergessen, dass er sich für die Aktion damals längst entschuldigt hat", sagt Allofs. Wiese und Olic trafen sich im Vorfeld der Partie und betonten, dass "die Sache abgehakt" sei. "Auch unsere Fans sollten dieses Foul vergessen", appelliert Olic an den eigenen Anhang.

Personalsorgen auf beiden Seiten

Den in der laufenden Saison zu Hause noch ungeschlagenen HSV plagen vor der richtungweisenden Partie ohnehin ganz andere Sorgen. In Mannschaftskapitän David Jarolim (Gelbsperre) und Nigel de Jong (Innenbandanriss) muss Trainer Martin Jol sein komplettes defensives Mittelfeld ersetzen.

Werder-Coach Thomas Schaaf stehen neben den Langzeitverletzten auch der angeschlagene Sebastian Boenisch und der rotgesperrte Mesut Özil nicht zur Verfügung. Der Einsatz von Clemens Fritz ist nach einem offenbar noch nicht ganz auskurierten Muskelfaserriss im Oberschenkel fraglich.

© SID

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