Fußball Bundesliga
Röber beerbt van Marwijk in Dortmund

Bundesligist Borussia Dortmund hat den ehemaligen Hertha-Coach Jürgen Röber als neuen Trainer verpflichtet. Der 52-Jährige unterschrieb bei den Westfalen zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende.

Die Suche nach einem Nachfolger für den am Montag entlassenen Coach Bert van Marwijk hat bei Borussia Dortmund ein Ende. Der Bundesligist hat den langjährigen Bundesliga-Profi und -Trainer Jürgen Röber unter Vertrag genommen. Dies bestätigten die Westfalen auf einer Pressekonferenz am Dienstag. "Ich freue mich, wieder in Deutschland arbeiten zu dürfen und das bei einem Traditionsverein mit einem so großen Potenzial", verriet der 52-Jährige im Blitzlichtgewitter der Fotografen bei seiner Präsentation.

24 Stunden nach der Trennung von van Marwijk und der Absage von Ottmar Hitzfeld präsentierte der BVB den neuen Coach, dessen Kontrakt bis zum 30. Juni des kommenden Jahres befristet ist. "Darüber hinaus bestehen noch keine Vereinbarungen mit irgendeinem anderen Trainer", erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und versuchte mehr oder weniger glaubhaft, Spekulationen zu beenden, man habe bereits eine feste Absprache mit dem erklärten Wunschtrainer Thomas von Heesen, der seinen Vertrag bei Arminia Bielefeld bis zum Saisonende erfüllen wird.

Vertragslaufzeit für Röber "sekundär"

Röber sei neben Hitzfeld die zweite Option für die Rückrunde gewesen, berichtete Watzke. Röber, der zuletzt bis zum 4. April 2004 beim VfL Wolfsburg in der obersten deutschen Spielklasse gearbeitet hatte, sieht sich jedoch keineswegs als Lückenbüßer und ließ durchblicken, dass er nach einer Auslandserfahrung bei Partizan Belgrad (bis 11. Mai) froh sei, "dass ich wieder bei einem guten Verein bin. Dass es nur sechs Monate sind, ist sekundär". Mit dem BVB strebt der Coach in der Rückrunde einen Uefa-Cup-Platz an.

Es waren besonders die Verdienste während seiner gut sechs Jahre bei Hertha BSC Berlin (1996 bis 2002), die er aus der 2. Bundesliga bis in die Champions League geführt hatte, die in das Anforderungsprofil des BVB passten. "Wir sind mit dieser Lösung zufrieden und glücklich", bestätigte Watzke: "Mit Jürgen Röber werden wir den Erfolg wieder nach Dortmund zurückholen."

Zusammen mit seinem Assistenten Bernd Storck, der einst von 1983 bis 1989 in Dortmund an der Seite des jetzigen BVB-Sportdirektors Michael Zorc 147 Bundesligaspiele (7 Tore) bestritt, hat Röber klare Vorstellung wie die aktuelle Heimschwäche der Borussia (zwei Siege in neun Begegnungen) zu beheben ist. "Wir müssen dafür sorgen, dass das komplette Stadion hinter der Mannschaft steht und die Gegner wieder Respekt bekommen", sagte Röber, der sich beim BVB Referenzen für eine Weiterverpflichtung in der Bundesliga erarbeiten will.

"Wir müssen den Spielern zunächst die Angst nehmen"

"Wir müssen den Spielern zunächst die Angst nehmen und wieder Selbstvertrauen geben", meinte der ehemalige Bundesliga-Profi (303 Spiele für Werder Bremen, Bayern München und Bayer Leverkusen). Schon vor dem Trainingsbeginn am 4. Januar 2007 werde er mit den Spielern Gespräche führen und ihnen Trainingspläne mitgeben, "damit sie beim Start nicht völlig überrascht sind". Die Fitness, in der Ära van Marwijk stets ein Diskussionthema, bilde den Schwerpunkt der dreiwöchigen Vorbereitungszeit.

Röber präsentierte sich zudem als Verfechter der Offensivfußballs und des Teamgeistes. "Egal ob junger oder alter Spieler - er muss gut und fit sein", meinte der neue BVB-Coach. Seine Aufgabe sehe er darin "alles aus der Mannschaft herauszuholen. Und dazu werde ich sie auch bringen", versprach Röber der Riesenschar der sichtlich skeptischen Journalisten.

Der Mittelpunkt seiner Arbeit wird im psychologischen und taktischen Bereich im Trainingslager ab dem 11. Januar 2007 im spanischen Marbella liegen, wo ausgerechnet Hertha BSC Berlin ein Testspielgegner sein wird. Sein Bundesliga-Comeback wird Röber am 26. Januar 2007 in der bereits ausverkauften Dortmunder Arena gegen den "Double"-Gewinner Bayern München feiern. Der BVB-Coach machte den "Schwarz-Gelben" Hoffnung auf den insgesamt dritten Heimsieg der Spielzeit: "Mein erstes Spiel als Trainer beim VfB Stuttgart war in München, und dort hat seinerzeit der VfB erstmals nach 25 Jahren wieder gewonnen."

© SID

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