Fußball Bundesliga
Roth stärkt Referees nach Kartenflut den Rücken

Nach sieben Roten und zwei Gelb-Roten Karten an den ersten zwei Bundesliga-Spieltagen hat DFB-Schiedsrichter-Boss Volker Roth die Referees in Schutz genommen: "Wenn Spieler sich nicht benehmen können, fliegen sie raus."

Sieben Rote und zwei Gelb-Rote Karten haben die Referees an den ersten beiden Spieltagen der Bundesliga verteilt. Schiedsrichter-Boss Volker Roth hat die Unparteiischen nach der Kartenflut in Schutz genommen. "Wenn Spieler sich nicht benehmen können, fliegen sie raus", sagte der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses im Deutschen Fußball-Bund (DFB), im kicker.

In der vergangenen Saison dauerte es bis zum sechsten Spieltag, ehe siebenmal der rote Karton gezückt wurde, 2004/2 005 sogar bis zur neunten Runde. Allein am Wochenende wurde fünfmal Rot gezeigt, dies gab es zuletzt vor knapp drei Jahren am 12. Spieltag der Saison 2003/04. Mit insgesamt neun Platzverweisen wurden nach bisher nur 18 Spielen bereits genauso viele Spieler vorzeitig des Feldes verwiesen wie in der Vorsaison nach fünf Spieltagen.

Strigel: "Rote Karten alle berechtigt"

"So weit ich es sehe, waren die Roten Karten alle berechtigt, bis auf die in Frankfurt, die diskussionswürdig ist", äußerte Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel in der Tageszeitung die Welt und meinte die Schauspieleinlage von Wolfsburgs Diego Klimowicz, der sich nach einer leichten Berührung durch den Frankfurter Sotirios Kyrgiakos theatralisch fallen ließ; der Hellene wurde trotzdem des Feldes verwiesen und nun für eine Partie vom DFB-Sportgericht gesperrt.

Strigel kritisierte in dem Interview allerdings auch Referee-Leistungen: "Beim Spiel des HSV in Cottbus war bedauerlich, dass die Schiedsrichter zwar das Handspiel auf der Linie gesehen haben, nicht aber, wer es war. Das verwundert mich."

Der Hamburger David Jarolim, der das absichtliche Handspiel begangen hatte, muss allerdings nicht mit einer nachträglichen Bestrafung rechnen. Der DFB-Kontrollausschuss wird kein Ermittlungsverfahren einleiten. Der gegen den HSV verhängte Strafstoß habe zu einem Torerfolg für Cottbus geführt, dadurch sei keine Ergebnisverfälschung herbeigeführt worden. Es werde deshalb kein Verfahren gegen Jarolim wegen krass sportwidrigen Verhaltens geben, ließ der Kontrollausschuss am Montag verlauten.

Der tschechische Nationalspieler hatte beim Stand von 1:0 für den HSV einen Ball auf der Torlinie mit der Hand abgewehrt. Schiedsrichter Günter Perl (München) verhängte zwar einen Strafstoß gegen die Hamburger, verzichtete aber auf eine Rote Karte gegen Jarolim. Er und sein Gespann hätten den "Täter" nicht ausmachen können.

Keine Sperre für Hamburgs Sanogo

Auch Boubacar Sanogo kommt um eine nachträgliche Sperre herum. Der HSV-Stürmer von der Elfenbeinküste soll nach vorangegangener Provokation Vragel da Silva angespuckt haben. TV-Bilder konnte die Szene jedoch nicht aufklären. Laut DFB-Kontrollausschuss würden keine objektiven Beweismittel vorliegen, deshalb werde man derzeit kein Verfahren gegen einen der beiden Spieler einleiten.

Strigel bemängelte unterdessen in der Welt den Fehler eines Unparteiischen an der Seitenauslinie beim Duell zwischen Hertha BSC Berlin und Hannover 96, "der nicht passieren darf". Vor dem 1:0 der Gastgeber hatte der Schiedsrichter-Assistent an der Linie die Fahne gehoben, um Abseits anzuzeigen, und nahm die Entscheidung eine halbe Sekunde später wieder zurück. Strigel: "Das bringt die Abwehrspieler durcheinander. Dabei haben die Assistenten die klare Anweisung, im Zweifel erst zwei Sekunden später die Fahne zu heben. Der Schiedsrichter hat keinen Fehler gemacht und das Spiel weiterlaufen lassen."

© SID

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