Fußball Bundesliga
Rummenigge gegen Vermarktungsstrategie der DFL

Karl-Heinz Rummenigge hat die Bundesliga-Vermarktung durch die DFL kritisiert. Ebenso ist er gegen den Plan von Fifa-Boss Blatter, bei Olympia weiterhin U23-Teams zu stellen.

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sieht die Vermarktungsstrategie der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit Skepsis. "Die DFL geht im Moment einen zumindest für die Spitzenklubs nicht ganz ungefährlichen Weg, in dem eine schleichende Zentralisierung eingeführt wird. Mit dieser Gleichmacherei gehen wir national zwar den richtigen, aber international einen gefährlichen Weg", sagte Rummenigge in einem Interview mit Sport Bild.

"Es werden auch für geringere Summen Partnerschaften eingegangen und Rechte verkauft", führte der Bayern-Boss weiter aus: "Aber es bringt doch nichts, eine Kaffeetasse mit dem Logo der 36 Klubs auf den Markt zu bringen. Unser Grundsatz beim FC Bayern lautet: Think big!" Auch bei der Verteilung der Fernsehgelder sind für Rummenigge die deutschen Spitzenklubs im Vergleich etwa zu England weiter klar im Nachteil. "Unsere Topklubs werden sich weitestgehend selbst überlassen und müssen selbst kreativ tätig werden, um international ihre Ziele zu erreichen", sagte der frühere Nationalmannschaftskapitän.

Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, fuhr dem Bayern-Boss allerdings postwendend in die Parade. "Da muss es sich um eine Fehl-Information handeln. So einen Deal gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Im Übrigen ist die DFL nicht bekannt dafür, dass sie Verträge zu billig abschließt", sagte der DFL-Boss.

Widerstand auch gegen Blatters Olympia-Pläne

Vehement wehrte sich Rummenigge zudem gegen den Plan von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter, bei den Olympischen Spielen auch in Zukunft U23-Mannschaften mit drei älteren Akteuren zuzulassen. "Da widerspreche ich Blatter ausdrücklich", betonte der Vorsitzende der Europäischen Klub-Vereinigung ECA.

"Europa hat eine ganz klare Haltung: Wir pochen darauf, dass Blatter seine mit uns getroffene Vereinbarung einhält, nämlich dass nur U21-Mannschaften ohne ältere Spieler teilnehmen und das Turnier in den Fifa-Spielkalender aufgenommen wird, damit eine Abstellungspflicht besteht. Dass es jetzt eine Initiative von IOC-Präsident Rogge gibt, der U23-Teams will, können wir nicht akzeptieren", sagte Rummenigge. Im Moment stelle das Thema eine "große Belastung für das Verhältnis Uefa/Fifa dar, da wird nicht mit Platzpatronen geschossen. Das wird zur großen Kraftprobe zwischen Uefa und Fifa".

© SID

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