Fußball Bundesliga
Sammer redet Bundesliga-Trainern ins Gewissen

Angesichts der vielen vorzeitigen Trainerwechsel in der Bundesliga hat DFB-Sportdirektor Matthias Sammer die Coaches ermahnt und sie an ihre Vorbildfunktion erinnert.

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat angesichts des heftig drehenden Trainerkarussells in der Bundesliga die Trainer ermahnt und sie an ihre Vorbildfunktion erinnert. "Sie haben auch einen erzieherischen Auftrag, sollen Vorbild sein. Wenn keiner seinen Vertrag einhält, dann ist das schlecht und unglaubwürdig. Die Wirkung auf junge Spieler ist verheerend", sagte der Europameister von 1996 im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

Sammer sprach sich dafür aus, in den Kontrakten auf Ausstiegsklauseln zu verzichten: "Wenn man Verträge abschließt, dann ohne Ausstiegsklauseln, denn solche sind immer ein gewisses Alibi." Auch der neue Bayer-Leverkusen-Coach Jupp Heynckes hatte am Samstag seinen Kollegen ins Gewissen geredet: "Ich habe noch nie einen Vertrag gebrochen. Auch nicht, als ich 1996 als Trainer von CD Teneriffa ein Angebot vom FC Barcelona hatte. Da sind die Klubs aber auch ein Stück selbst schuld. Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass Vereine Ausstiegsklauseln in Verträgen bei Trainern einbauen."

Sammer ("Ich bin kein Moral-Apostel") hat eine gewisse Trendwende in der Bundesliga festgestellt. Früher sei der Trainer bei den Vereinen das "schwächste Glied in der Kette" gewesen. Jetzt wehrten sich die Fußballlehrer und "nehmen eine Revoluzzerhaltung" ein, die zwar "ein Stück weit legitim" sei, aber eher kontraproduktiv. Sammer: "Was will ein Trainer seinem Spieler, dessen Vertrag noch läuft, sagen, wenn dieser den Klub verlassen will?"

Kontinuität auf Trainerposten zahlt sich aus

Der DFB-Sportdirektor appelliert an die Klubs, langfristig mit den Coaches zu planen wie etwa Pokalsieger Werder Bremen mit Trainer Thomas Schaaf (seit 1999 Cheftrainer) oder der englische Meister Manchester United, der seit 1986 mit Teammanager Sir Alex Ferguson zusammenarbeitet. Auch beim FC Arsenal (Arsene Wenger) und dem FC Liverpool (Rafael Benitez) mache sich Kontinuität auf dem Trainerposten, so Sammer, bezahlt. In der Bundesliga beträgt hingegen die Verweildauer der Coaches in den letzten Jahren gerade einmal knapp 14 Monate.

In den letzten Wochen hatte es einige Trainerwechsel in der Bundesliga gegeben, obwohl die Übungsleiter noch laufende Verträge bei ihren Klubs hatten. So verließ Martin Jol den Hamburger SV trotz eines bestehenden Kontraktes in Richtung Ajax Amsterdam. Christoph Daum kündigte seinen Vertrag beim 1. FC Köln aufgrund einer Klausel zum 31. Mai und wechselt zu Fenerbahce Istanbul.

Bei Borussia Mönchengladbach hatte Hans Meyer nach dem geschafften Klassenerhalt um Vertragsauflösung gebeten. Einen Spieltag vor dem Saisonende hatten sich Eintracht Frankfurt und Friedhelm Funkel zu einer Auflösung des Vertrages zum Ende der Spielzeit geeinigt. Meister-Coach Felix Magath hatte zuvor beim VfL Wolfsburg von einer Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht war zum Ligarivalen Schalke 04 gewechselt.

© SID

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