Fußball Bundesliga
Schalke feuert Trainer Mirko Slomka

Nach dem 1:5 in Bremen hat sich FC Schalke 04 mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Mirko Slomka getrennt. Mike Büskens und Youri Mulder übernehmen bis Saisonende die Mannschaft.

Die Ära Mirko Slomka beim deutschen Vizemeister Schalke 04 ist nach der 1:5-Schlappe bei Werder Bremen vom Vorstand abrupt beendet worden. Am Sonntag vollzog der Traditionsklub aus dem Revier die Trennung von dem 40 Jahre alten Cheftrainer, der seit dem 4. Januar 2006 als Nachfolger von Ralf Rangnick im Amt war.

Die beiden "Eurofighter" Mike Büskens und Youri Mulder, die 1997 beim Uefa-Cup-Sieg der Königsblauen als Spieler dabei waren, werden in den letzten sechs Saison-Spielen Slomka ersetzen. Der Klub hob hervor, dass es sich dabei um eine Interimslösung handelt und S04 in der kommenden Spielzeit definitiv von einem Chefcoach trainiert wird. Büskens coacht ist seit 2005 die Schalker Oberliga-Mannschaft. Der neunmalige niederländische Nationalspieler Mulder war zuletzt in seiner Heimat als Experte für den Fernsehsender NOS tätig.

"Es geht nun darum, im Sinne des Vereins das bestmögliche aus der Situation zu machen und die Mannschaft auf das nächste Spiel gegen Cottbus vorzubereiten. Dabei verstehe ich mich als Teamplayer, Youri Mulder und ich arbeiten als gleichberechtigte Trainer", sagte Büskens dem Reviersport.

"Zuletzt gab es auch bei mir eine Tendenz, die Zusammenarbeit mit Mirko nach dieser Saison zu beenden", sagte Manager Andreas Müller, "nach dem gestrigen Spiel bei Werder Bremen ist dann bei mir die Entscheidung gereift, diesen Schritt vorzuziehen. Es ist eine Situation entstanden, die sich meiner festen Überzeugung nach in den nächsten Wochen sehr negativ auf die Mannschaft auswirken würde und somit das verbleibende Saisonziel Champions-League-Qualifikation gefährdet. Daher dieser schnelle Entschluss."

Der Sportdirektor teilte dem Coach die einstimmige Entscheidung des Vorstandes mit. Auch Co-Trainer Nestor El Maestro wurde freigestellt. Wer die Schalker Mannschaft in den verbleibenden sechs Spielen bis zum Saisonende betreut, sollte im Laufe des Sonntagmachmittags bekannt gegeben. Der Trainer für die neue Saison steht noch nicht fest.

Tönnies:" Leidige Diskussion hätte zur Belastung werden können"

Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies sagte dem sid: "Ich trage die Entscheidung der sportlichen Führung mit. Es war keine sportliche Fortentwicklung zu erkennen, deshalb haben wir die Reißleine gezogen. Die leidige Diskussion um Trainer Mirko Slomka hätte in den nächsten Spielen zu einer Belastung werden können."

Da die erneute Champions-League-Qualifikation aufgrund des Debakels in Bremen in Gefahr geraten war, entschlossen sich die Schalker vor der englischen Woche mit Spielen gegen Energie Cottbus (Dienstag) und beim Konkurrenten Hamburger SV (Samstag) zur Trennung. Durch ein 0:1 am vergangenen Mittwoch beim FC Barcelona waren die Königsblauen zudem im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden.

"Mirko hat bei uns gute Arbeit geleistet, was durch die sportlichen Erfolge dokumentiert wird. Im Laufe dieser Saison haben wir jedoch den Eindruck gewonnen, dass sich die Mannschaft sportlich nicht entscheidend weiterentwickelt. Wir sind zu der Ansicht gekommen, dass dies mit einem neuen Trainer besser gelingen würde", begründete Müller den Trainerwechsel.

Spekulationen nagen an Slomka

Bereits seit Wochen stand Slomka, vor seiner Berufung zum Chefcoach bereits als Assisten bei den Knappen gearbeitet hatte, in der Kritik. "Ich habe einfach keine Lust mehr, mich jede Woche aufs Neue zur Diskussion um meine Person zu äußern oder meine Arbeit zu verteidigen", hatte Slomka am Samstag alle Fragen nach seiner persönlichen Zukunft bei den Königsblauen abgeblockt. Seinen angeschlagenen seelischen Zustand konnte er dennoch nicht verbergen: "Ich kann mich nicht ständig damit beschäftigen, sonst würde ich kaputt gehen."

Sein Bremer Kollege Thomas Schaaf ergriff sogar Partei für Slomka. "Die Kritik an ihm kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Er hat seine Mannschaft ins Champions-League-Viertelfinale geführt und steht auf Platz drei der Liga - das spricht für sich. Ich würde ihm wünschen, dass man ihn endlich in Ruhe arbeiten lässt", hatte der dienstälteste Trainer der Bundesliga appelliert.

Die Schalker Führung sah es aber anders. Bereits vor einigen Wochen nach den Niederlagen in Leverkusen und gegen Bayern München war der Trainer von Präsident Josef Schnusenberg öffentlich in Frage gestellt worden. Schließlich wurde dem Fußballlehrer in Aussicht gestellt, zumindest bis zum Saisonende im Amt zu bleiben. Sein Vertrag war noch bis 30. Juni 2009 datiert. Doch auch von dieser Entscheidung rückten die Verantwortlichen ab.

© SID

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