Fußball Bundesliga
Schalke-Manager Müller wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Fans und Ex-Trainer Slomka machen Andreas Müller für die sportliche Misere von Schalke 04 verantwortlich. Doch der sieht sich als Sündenbock.

Andreas Müller hat unter anderem vom ehemaligen Schalke-Trainer Mirko Slomka verbal Prügel bezogen. Doch nun schlägt der Manager der "Königsblauen" zurück. In der Bild am Sonntag bestritt der ehemalige Fußballprofi vor dem Bundesligaspiel des FC Schalke 04 am Sonntagabend beim VfB Stuttgart sowohl eine verfehlte Personalpolitik als auch Fehler im Umgang mit den Profis.

Auch der Trainerwechsel sei trotz der bislang äußerst durchwachsenen Saison richtig gewesen. "Der Wechsel von Mirko Slomka zu Fred Rutten dauert sicherlich länger, als wir erwartet hatten. Doch auf Dauer wird Fred mit seiner Detailarbeit Erfolg haben. Wenn nicht er, wer dann?", sagte Müller. Auch die Verpflichtung von Orlando Engelaar und Jefferson Farfan, dem teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte, verteidigte der Schalke-Manager.

Schalke will Farfan Druck machen

"Seine Schulterverletzung bei der Champions-League-Qualifikation gegen Atletico hat ihn zurückgeworfen. Ich sehe ihn nicht so schlecht wie andere. Aber richtig ist auch, dass Jeff noch viel Luft nach oben hat. Wir werden ihm jetzt den entsprechenden Druck machen", meinte Müller über den Peruaner Farfan, der zehn Mill. Euro Ablösesumme gekostet hat.

Auch den Vorwurf, dass der Niederländer Engelaar nur spiele, weil dieser ein Freund und Landsmann von Rutten sei, konterte Müller: "Wir waren schon an Orlando Engelaar dran, bevor wir uns für Fred Rutten als Trainer entschieden haben. Orlando wäre auch gekommen, wenn wir Fred nicht geholt hätten. Jeder Trainer stellt nach Leistung und nicht nach Sympathie auf. Alles andere ist totaler Quatsch."

Müller gesteht Fehleinkäufe ein

Selbstkritisch bewertete Müller seine Transferpolitik: "Ich muss eingestehen, dass nach Grossmüller auch die Wintereinkäufe Streit, Ze Roberto und Sanchez auf Schalke nicht eingeschlagen sind. Dafür sind Jones und Westermann echte Volltreffer. Und ich bin überzeugt, dass Rakitic auch noch einer wird."

Dass ihm angelastet wird, Disziplinlosigkeiten innerhalb des Teams nicht streng genug zu ahnden, ist für Müller ebenfalls nicht nachvollziehbar. "Ich habe schon letzte Saison, als Krstajic und Rakitic drei Tage vor dem Champions-League-Spiel gegen Trondheim auf der Piste waren, knallhart durchgegriffen und sie suspendiert. Auch dass Grossmüller und Varela ein Training schwänzten, haben wir uns nicht bieten lassen. Sie spielen jetzt nur noch in der Regionalliga", meinte der 45-jährige.

Müller bestreitet auch, dass Schalke zu wenig getan hat, um die Abwehr zu verstärken: "Mit Heiko Westermann und Benedikt Höwedes stehen die Erben von Marcelo Bordon und Mladen Krstajic schon bereit. Sicherlich müssen wir uns auf der linken Verteidigerposition Gedanken machen, weil Christian Pander leider immer wieder verletzt ausfällt und keine Konstante ist."

Müller: "Fans picken sich immer einen Sündenbock heraus"

Dass er derzeit bei den Fans besonders in der Kritik steht, scheint Müller nicht sonderlich zu beirren. "Wut der Fans gehört auf Schalke einfach dazu. Einmal ist es ein Spieler, einmal ist es der Trainer, jetzt ist es der Manager. Die Fans auf Schalke picken sich immer einen Sündenbock heraus. Doch das müssen wir aushalten, das schweißt uns nur noch mehr zusammen."

Der Manager ist zudem überzeugt davon, dass der auf Schalke nicht unumstrittene ehemalige Nationalspieler Kevin Kuranyi bei den Königsblauen eine Zukunft hat: "Ich bleibe dabei: Wir planen unsere Zukunft mit Kevin und wollen weiter, dass er seinen Vertrag vorzeitig verlängert."

Slomka macht Müller für seinen Rauswurf verantwortlich

Nachdem die Schalker Fans am Donnerstag nach der 0:2-Niederlage im Uefa-Cup gegen Manchester City lautstark Müllers Entlassung gefordert hatten, wurde der Manager am Samstag auch von Ex-Trainer Mirko Slomka in einem Interview scharf kritisiert. Man könne schon sagen, dass Müllers Fehleinkäufe "mir zum Verhängnis geworden sind", sagte der Rutten-Vorgänger der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ) mit Blick auf seine Entlassung bei den Königsblauen im April 2008.

© SID

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