Fußball Bundesliga
Schalke und das heikle Spiel auf Pump

Der FC Schalke 04 hat am Wochenende gegen Aufsteiger SC Freiburg zum ersten Mal in dieser Saison verloren. Was aber noch viel schwerer wiegen dürfte: Er bestätigte auch Engpässe bei der Finanzierung. Verzweifelt versuchen die Königsblauen, der Situation Herr zu werden.

BERLIN. Souverän sieht anders aus: Der FC Schalke 04 hat am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison verloren, gegen den Aufsteiger SC Freiburg, daheim vor prall gefüllten Rängen. Das einzige Tor schoss der Südkoreaner Du-Ri Cha in der 40. Minute. Schalkes Trainer Felix Magath ärgerte sich zurecht: Nicht, dass der SC Freiburg so stark gewesen wäre. Die Schalker waren zu schwach.

Zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison wollen die Gelsenkirchener die Niederlage aber nicht überbewerten. Magath, der nach der Partie das einfallslose Spiel seiner Elf als "harm- und kopflos" beschrieb, kennt sich mit vergleichbaren Situationen aus. Vor einem Jahr hatte er als Trainer des VfL Wolfsburg nur eines von vier Spielen gewonnen, drei endeten Unentschieden. Trotzdem wurde er mit seinem Team am Ende deutscher Meister. Jedoch: Der FC Schalke 04 ist nicht der VfL Wolfsburg.

Es sind vor allen Dingen die Finanzen, die beide Klubs eklatant voneinander unterscheiden. In Wolfsburg standen Magath zweistellige Millionen-Beträge aus den Marketing-Töpfen des VW-Konzerns zur Verfügung, in Gelsenkirchen hingegen sind nicht einmal mehr die Gelder von Hauptsponsor Gazprom und Ausrüster Adidas verfügbar. Schalke, das brachten Recherchen verschiedener Medien in der Vorwoche zutage, hat sich die Millioneneinnahmen bereits auszahlen lassen.

Davon ist allem Anschein nach aber nichts mehr da. Den bis 2012 laufenden Gazprom-Vertrag etwa haben die Schalker in einem Forfaitierungsgeschäft für 33 Mio. Euro an die britische Barclays Bank verkauft. Bis Ende der Vertragslaufzeit fließen vom russischen Gaskonzern so nur noch Prämienzahlungen an die Schalker. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies hat den Vorgang mittlerweile bestätigt: "Der große Teil dieser Einmalzahlung ist fest angelegt."

Ähnlich gingen die Gelsenkirchener angeblich auch mit dem Geld aus dem Adidas-Ausrüstervertrag um: Anstatt der bis 2018 jährlich garantierten 3,5 bis vier Mio. Euro ließ sich Schalke nach Angaben des Fachmagazins "Kicker" das Geld auf einmal auszahlen. Einen Teil davon soll der Verein für die Tilgung der bis 2018 laufenden Rückzahlungen für die Stadionfinanzierung benutzt haben, einen weiteren für die Tilgung der sogenannten "Schechter-Anleihe". Bei dem englischen Investmentbanker Stephen Schechter hatte Schalke vor sechs Jahren seine Zuschauereinnahmen bis zum Jahr 2025 für 85 Mio. Euro verpfändet und damit Altschulden in längerfristige Verbindlichkeiten umgewandelt.

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