Fußball Bundesliga
Schlagabtausch zwischen Hoeneß und Bierhoff

Zwischen Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Bayern-Manager Uli Hoeneß fliegen wieder mal die Fetzen: "Er soll das dumme Gequatsche sein lassen", hatte Hoeneß Bierhoff geraten, der zeigte sich nun "erstaunt".

Wieder Zoff zwischen Uli Hoeneß und Oliver Bierhoff: Der Streit der Top-Manager drängte die Vorbereitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf das EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) in Hamburg gegen die Slowakei völlig in den Hintergrund. "Diese Reaktionen aus München überraschen mich. Es ist aber zu einfach, mich immer nur zu beschimpfen und die Fakten beiseite zu schieben, aber das scheint seit Jahren die Politik der Bayern zu sein", reagierte DFB-Manager Bierhoff unwirsch auf die neuerlichen verbalen Giftpfeile von der Isar, die Hoeneß via kicker gegen den früheren Nationalmannschafts-Kapitän abgefeuert hatte.

"Herr Bierhoff sollte sich um seinen Mist kümmern. Ich habe das Gefühl, er meint, zu jedem Thema seinen Senf abgeben zu müssen." Und weiter: "Er soll das dumme Gequatsche sein lassen. Redet er weiter über uns, müssen wir vielleicht auch mal über ihn reden", sagte der mächtige Bayern-Manager über Bierhoff.

Zum einen passt Hoeneß nicht, dass Bierhoff jüngst der Euphorie um die Bayern-Neuverpflichtung Luca Toni mit folgender Aussage einen Dämpfer versetzt hatte: "Luca Toni ist sicher ein großer Name, er zählt aber nicht zu den Top Ten der Welt." Zum anderen ist der Bayern-Manager sauer darüber, dass Bierhoff kritische Worte über die Bayern-Reise Anfang Juli nach Honkong verloren hatte.

"Luca Toni ist kein schlechter Einkauf"

"Ich habe nie gesagt, dass Luca Toni ein schlechter Einkauf ist. Er ist sicherlich eine Verstärkung für die Bayern, aber für mich zählt er nach wie vor nicht zu den Top Ten der Welt. Spieler wie Ronaldinho, Cristiano Ronaldo oder Kaka spielen nun mal in einer anderen Klasse", wiederholte Bierhoff auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) und blieb damit bei seiner jüngst getroffenen Einschätzung.

Und auch der Trip des deutschen Rekordmeisters nach Asien ist seiner Meinung nach nicht optimal. "Sicherlich habe ich keinen Einfluss auf die Planungen der Klubs. Aber es ist mein gutes Recht, dazu etwas zu sagen. Denn wenn 16 von 23 WM-Spielern im Laufe der Saison verletzt sind, dann mache ich mir schon meine Gedanken darüber. Wenn Lukas Podolski nach seinem Urlaub gleich wieder in den Flieger nach Asien steigt, kann das der Vorbereitung nicht förderlich sein", meinte Bierhoff, konterte die Hoeneß-Äußerungen und fügte an: "Die Bayern haben sich vor Jahren über Real Madrid als Zirkustruppe lustig gemacht, weil sie durch die Welt gereist sind, um Geld zu verdienen und dann nicht die optimale Leistung in der Meisterschaft gebracht haben."

"Für den Termin bin ich nicht verantwortlich"

Auch für die bissige Anmerkung von Hoeneß zum EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino - "Es ist fragwürdig, dass man für so ein Juxspiel den Spielern eine Woche Urlaub klaut" - hat Bierhoff kein Verständnis: "Für den Termin bin ich nicht verantwortlich, sondern die Uefa. Das sollte auch Hoeneß wissen. Außerdem sollte Hoeneß wissen, dass wir auch auf die Vereine Rücksicht nehmen und gegen Dänemark unter anderem die Spieler der Bayern geschont haben, was uns viel Kritik eingebracht hat. Zudem war das Spiel im Vorfeld der Begegnung gegen die Slowakei durchaus sinnvoll."

Der DFB-Manager, der bereits im vergangenen Februar wegen seiner Rolle in der Ausrüsterfrage beim DFB heftig ins Kreuzfeuer von Bayerns Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge geraten war, will trotz allen Ärgers den neuerlichen Zoff mit der Chefetage des FC Bayern nicht überbewerten. "Ich habe noch nicht mit Hoeneß telefoniert, sehe dafür auch keine Notwendigkeit. Mein Verhältnis zu ihm ist nach wie vor gut", versicherte Bierhoff.

Bundestrainer Joachim Löw richtete derweil sein Augenmerk auf das Spiel. Er weiß zwar auch, dass "uns ein Erfolg gegen die Slowakei einen ganzes Stück weiter bringen wird", nach dem mühseligen 6:0 gegen San Marino aber auch um die Schwere der Aufgabe: "Leicht wird das nicht, selbst wenn wir das Hinspiel mit 4:1 gewonnen haben." Dabei setzt Löw trotz aller Kritik auch weiterhin im Angriff auf Problemfall Miroslav Klose, der seit 271 Minuten in der Nationalelf nicht getroffen hat.

Fehlen wird auf alle Fälle Jan Schlaudraff, der wegen einer Rückenverletzung am Montag aus dem Trainingsquartier abreisen musste. Für den gegen San Marino nicht überzeugenden Roberto Hilbert könnte Clemens Fritz gegen die Slowakei in die Startelf kommen.

© SID

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