Fußball Bundesliga
Schwick: "Es geht weiter mit Middendorp"

Nach dem Sieg gegen Nürnberg sitzt Trainer Ernst Middendorp bei Arminia Bielefeld wieder etwas fester im Sattel. Präsident Hans-Hermann Schwick hatte sich für den Fall einer Niederlage bereits "Gedanken gemacht".

Nicht nur die Fans von Arminia Bielefeld, auch Trainer Ernst Middendorp durfte nach dem 3:1 gegen den 1. FC Nürnberg durchatmen. Bei einer Niederlage wäre es wohl eng geworden für den Coach. "Es ist doch normal, dass man sich Gedanken macht", so Präsident Hans-Hermann Schwick im Interview.

Frage: "Herr Schwick, 3:1 gegen den 1. FC Nürnberg: Was bedeutet dieser Sieg?"

Hans-Hermann Schwick: "Er bedeutet, dass es weitergeht mit Ernst Middendorp als Trainer."

Frage: "Wäre das denn im Falle eine Niederlage nicht so gewesen?"

Schwick: "Es hängt doch immer davon ab, wie sich die Mannschaft verkauft. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer, und dass kleine Vereine wie Arminia Bielefeld mal sechs, sieben Spiele hintereinander nicht gewinnen, ist immer möglich. Diese Erfahrung musste ja zum Beispiel auch Bochum in dieser Saison schon machen. Aber unser Auftreten in den letzten Wochen war teilweise desaströs. Beim 1:8 in Bremen haben wir die zweithöchste Niederlage der Vereinsgeschichte kassiert. Beim 0:3 in Schalke hätten wir auch sechs bekommen können. Und beim 0:4 in Leverkusen hatten wir Glück, dass Bayer sich in der zweiten Halbzeit offenbar für den Uefa-Cup geschont hat."

Frage: "Aber noch mal die Frage: Wäre Ernst Middendorp im Falle einer Niederlage gegen Nürnberg entlassen worden?"

Schwick: "Es ist doch normal, dass man sich Gedanken macht. Wenn wir wieder verloren hätten, wären es acht Spiele ohne Sieg gewesen. Dann wären wieder Fragen aufgekommen. Wir wollen, dass die Arminia den Klassenerhalt schafft, egal wie. Da ist man in der Verantwortung, das Beste für den Verein zu wollen. Und da will man sich nachher nicht vorwerfen lassen, man hätte zu spät reagiert."

Frage: "Sie drängen sich ungern in den Vordergrund und gelten nicht als Lautsprecher. Dennoch haben Sie vor zwei Wochen für Aufsehen gesorgt, als Sie öffentlich gesagt haben, sie würden nicht zusehen, wie der Verein den Bach runtergeht. Was hat Sie dazu bewogen?"

Schwick: "Die Sorge um die damalige Entwicklung. Da ist man als Präsident auch mal gefordert, Dinge offen anzusprechen. Das macht ja auch ein Karl-Heinz Rummenigge bei Bayern München. Damit erhofft man sich natürlich eine Reaktion."

Frage: "Gegen Nürnberg hat die Mannschaft nach einer katastrophalen ersten Halbzeit noch einmal die Kurve gekriegt."

Schwick: "Sie hat zwei völlig verschiedene Gesichter gezeigt. Nach der ersten Halbzeit hatte ich große Zweifel. Aber in der Pause muss irgendwas passiert sein. Danach gab es diesen Ruck, auf den wir seit Wochen gewartet haben."

Frage: "Sind Sie damit jetzt erst einmal über den Berg, oder trauen Sie dem Frieden noch nicht?"

Schwick: "Ich denke, wir haben den Hebel nun umgelegt. Ich bin wieder guter Dinge, dass wir unser erstes Ziel, bis zur Winterpause 20 Punkte zu erreichen, schaffen werden. Und dass wir auch die Klasse halten. Denn diese Mannschaft hat auf jeden Fall die Qualität, drei andere hinter sich zu lassen."

© SID

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