Fußball Bundesliga
Seifert will den "Gedankenaustausch vertiefen"

In Berlin ist die zweitägige Epfl-Konferenz zu Ende gegangen. Als Resumee ist für den DFL-Vorsitzenden Seifert die Verbesserung der Kommunikation zwischen Ligen, Verbänden und Politik eine der Aufgaben für die Zukunft.

Zwei Jahre nach seiner Gründung hat der Dachverband der europäischen Fußball-Ligen (Epfl) auf seiner zweitägigen Konferenz in Berlin neues Selbstvertrauen getankt. "Ich muss die Epfl zu dieser Tagung beglückwünschen. Man hat gemerkt, zu welchen Leistungen die Ligen in gesellschaftspolitischen und sozialen Bereichen fähig sind", sagte Vizepräsident Gerhard Mayer-Vorfelder von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und überbrachte die Grüße seines Präsidenten Michel Platini.

Auch "Gastgeber" Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: "Es war eine große Ehre für uns, die zweite Epfl-Konferenz auszurichten. Ich hoffe, wir haben dazu beigetragen, das Profil der Organisation zu schärfen." Die 18 wichtigsten europäischen Ligen sind im Verband organisiert. Bis Ende des Jahres soll die Gruppe auf 30 Ligen anwachsen. Noch vor Jahresfrist ist eine weitere Tagung in Portugal geplant.

Seifert sah aber auch große Aufgaben auf den Liga-Verbund zukommen: "Wir müssen den Gedankenaustausch zwischen den Ligen, den Verbänden wie Fifa und Uefa sowie der Politik vertiefen." Seifert erinnerte daran, dass das Nein der Europäischen Kommission bei der zentralen Vermarktung von TV-Rechten gezeigt habe, wie negativ der Einfluss der Politik sein kann.

"Wir stehen für Entwicklung und Stabilität"

Bis zu Abstimmungen etwa bei der Frage der Vermarktung von Medien-Rechten oder der Regulierung der Anzahl von ausländischer Spieler pro Mannschaft sind die Teilnehmer nicht vorgedrungen. Dafür war es wohl noch zu früh. Viemehr ging es darum, sich zu konstituieren. Emanuel Macedo de Medeiros, portugiesischer Generalsekretär der Epfl, betonte: "Wir stehen für Entwicklung und Stabilität, nicht für Revolution. Die Rolle der Ligen ist, den Fußball zu organisieren und auf europäischer Ebene zu vertreten."

Gerade mit Blick auf die europäische Bühne der Politik befürchteten die Teilnehmer der vier Podiumsdiskussionen Probleme: "Man muss darauf achten, dass der Fußball nicht zu sehr von Politik und Gerichten dominiert wird", hatte der britische Sportminister Richard Caborn gefordert und damit den "Nerv" der Tagung getroffen. "Das war der zentrale Satz", meinte der ehemalige DFB-Präsident Mayer-Vorfelder und betonte: "Der Sport hat seine Besonderheiten. Die müssen wir herausarbeiten und unsere eigenen Kompetenzen definieren."

"MV", der in den Debatten mehrmals durch engagiert vorgetragene Beiträge auffiel, sprach die bei den Verbänden und Ligen mit großer Spannung erwartete Untersuchung der Europäischen Kommission zum Thema Sport an. "Jetzt soll ja ein Weißbuch zum Thema Sport erscheinen. Man darf gespannt sein, was da wohl drinsteht", meinte Mayer-Vorfelder mit ironischer Distanz. Seifert reagierte ebenfalls mit Vorbehalten auf das Positions-Papier der EU, das im Juli erscheinen soll: "Ich befürchte unscharfe Regelungen."

Seifert hatte zu Beginn der Konferenz mit seiner Wortschöpfung vom "Finanz-Doping" der Debatte um Ökonomie im Fußball eine provokante wie originelle These vorangestellt. Einige Fußball-Klubs würden systematisch mit finanziellen Mitteln Erfolg suchen, die sie aus eigener Kraft nicht erbringen könnten. "Richtig ist es aber, dass der Wettbewerb auf dem Spielfeld und nicht in den Bilanzen stattfinden muss", hatte der Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung gefordert.

© SID

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