Fußball
Bundesliga setzt auf Manager-Nachwuchs

Neben den Trainern verlassen nun auch Geschäftsführer und Vorstände ihre Vereine - und junges Personal rückt nach.

DÜSSELDORF. Das Tempo des berüchtigten "Trainerkarussells" ist atemberaubend. Bojan Prasnikar musste am Saisonende der Fußball-Bundesliga bei Energie Cottbus gehen, der in Bielefeld geschasste Michael Frontzeck hat bei Borussia Mönchengladbach angeheuert und Jürgen Klinsmann überstand in München nicht einmal eine Saison. Und das sind nur einige Beispiele.

Dennoch: Die Regel, nach der es immer die Trainer sind, die für Misserfolge den Kopf hinhalten müssen, stimmt nur noch bedingt. Vor der neuen Spielzeit nimmt plötzlich auch die Fluktuation im Management und in den Vorstandsetagen der Klubs an Fahrt auf. Der Liga steht eine Verjüngungskur bevor, weil viele Manager und Vorstände dem Druck nachgeben.

Hertha BSC Berlin trennt sich - angeblich einvernehmlich - nach 13 Jahren vom 56-jährigen Manager Dieter Hoeneß. "Die Vereinsgremien und der Vorsitzende der Geschäftsführung hatten zuletzt unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftspolitik", heißt es in einer Pressemitteilung. Schätzungsweise eine Mio. Euro Abfindung lässt sich Hertha die Entlassung von Hoeneß kosten. Als Geschäftsführer für den sportlichen Bereich ersetzt ihn Michael Preetz. Neben ihm soll Ingo Schiller als Geschäftsführer für Finanzen agieren. Schiller ist 44 Jahre alt, Preetz 41.

Der Verein befand seinen früheren Stürmer bei einem Auswahlverfahren für Führungskräfte für geeignet. Auch Klub-Jurist Jochen Sauer und drei weitere Kandidaten bestanden den Test. Die Berliner wollen die umfangreichen Aufgaben, die in den Verantwortungsbereich von Hoeneß fielen, nun auf mehrere Schultern verteilen. "Hertha wird mehrstimmiger", sagt der Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Schiphorst. Der Klub prüfe weitere Besetzungen.

Eine Verjüngung steht auch bei Bayer Leverkusen bevor. Dort stolperte der 51-jährige Manager Michael Reschke über den Abgang von Trainer Bruno Labbadia, der beim Hamburger SV unterschrieben hat. Sportchef Rudi Völler hätte Labbadia gerne gehalten, doch der warf Reschke vor, gegen ihn intrigiert zu haben und kehrte dem Verein den Rücken. Reschke erhalte "ein modifiziertes Aufgabengebiet", sagt Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Jetzt sucht der Klub nach einem geeigneten Nachfolger.

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