Fußball Bundesliga
Sieg im Blick und Herbsttitel vor Augen

Vom Titel des Herbstmeisters will 1 899 Hoffenheim vor dem Spiel heute gegen Schalke (17 Uhr) nichts wissen. Den Sieg hat das Team von Trainer Ralf Rangnick dennoch im Blick.

Für Ralf Rangnick ist es die Konfrontation mit der Vergangenheit, für die Profis von 1 899 Hoffenheim die Chance zur Krönung einer traumhaften Hinrunde: Vom möglichen "Pseudo-Titel" Herbstmeister will allerdings keiner der Protagonisten vor dem abschließenden Hinrundenspiel des Aufsteigers am heutigen Sonntag (17.00 Uhr/live in Premiere) gegen Schalke 04 etwas wissen.

Copado will "am Ende vorne stehen"

"Das ist uns überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir ganz am Ende vorne stehen", erklärte Mittelfeldspieler Francisco Copado, während auch Rangnick seine gestiegenen Ansprüche verdeutlichte: "Würden wir trotz einer Niederlage Herbstmeister, wäre ich nicht zufrieden. Wir waren bis jetzt sehr erfolgreich und wollen das Jahr mit einem Sieg krönen", meinte der 50-Jährige vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub, der derzeit acht Punkte weniger auf dem Konto hat als die Kraichgauer.

Aus eigener Kraft kann der Dorfklub aus Hoffenheim heute die Halbzeit-Meisterschaft gewinnen und sein Wintermärchen wahr werden lassen. Nachdem der zuvor punktgleiche Rivale Bayern München am Samstag beim VfB Stuttgart mit dem 2:2 Punkte ließ, würde dem Neuling gar ein Remis genügen.

In der Wertschätzung der Konkurrenz aber steht die Rangnick-Elf bereits auf einer Stufe mit den großen Bayern. "Hoffenheim ist die Mannschaft, die den besten Fußball in Deutschland spielt. Sie sind körperlich sehr fit und stehen zu Recht da oben", lobte Schalke-Coach Fred Rutten den Neuling, der noch um den Einsatz von Mittelfeldspieler Carlos Eduardo bangt. Der Brasilianer konnte am Freitag wegen einer Grippe nicht trainieren.

Kuranyi fällt aus, Kapitän Bordon an Bord

Die in der laufenden Saison hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Schalker müssen auf Kevin Kuranyi verzichten. Der erfolgreichste Schalke-Stürmer der Saison (sechs Tore) fehlt wegen muskulärer Probleme im rechten Oberschenkel. Entwarnung gab es dagegen bei Kapitän Marcelo Bordon, der nach seiner Zwangspause wegen einer Verhärtung der Hüftbeugemuskulatur wieder zur Verfügung steht.

Rangnick hat großen Respekt vor seinem früheren Verein. Auch weil er einige Altbekannte wiedertrifft. "Da sind noch einige Spieler, mit denen ich als Schalke-Trainer zu tun hatte und die es mir zeigen wollen", meinte der Hoffenheim-Coach, der vor exakt drei Jahren und zwei Tagen auf Schalke entlassen worden war.

Doch allein der Gedanke an die S04-Fans sorgt beim ansonsten eher nüchternen "Professor" für ungewohnte Emotionen. "Schalke ist mehr als nur ein Fußballklub, die Fans sind einzigartig. Schalke war für mich der emotionalste Klub", schwärmte Rangnick und kann seine "Schwäche" für die "Königsblauen" nicht verhehlen. Er ist immer noch Vereinsmitglied beim Uefa-Cup-Sieger von 1997.

Das Spiel verspricht vielerlei Emotionen. Auch weil Hoffenheim seine Abschiedsvorstellung in Mannheim gibt. Das Carl-Benz-Stadion hat sich dabei als regelrechte Festung erwiesen: In acht Spielen siegten die Kraichgauer siebenmal und spielten einmal unentschieden. "Die Bilanz ist gut, aber jetzt wollen wir sie auf phantastisch erhöhen", kündigte Rangnick an. Ab der Rückrunde ist die neue Arena an der A6 in Sinsheim das neue Domizil der Hoffenheimer.

© SID

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