Fußball Bundesliga
Slomka spielt Bayern-Duell herunter

Vor dem Schlager des fünften Bundesliga-Spieltags (heute ab 15.30 Uhr) gegen Bayern München übt sich Schalke 04-Trainer Mirko Slomka in Unterstatment: "Für mich ist der Ausgang des Spiels nicht richtungsweisend".

Nimmt man die vergangenen Jahre zum Maßstab, herrscht Ruhe vor dem Sturm. Denn es gab Zeiten, da flogen schon vor den Duellen zwischen Bayern München und Schalke 04 die Fetzen. Jeder giftete gegen jeden, vor allem Bayern-Manager Uli Hoeneß und sein ehemaliger Gegenspieler Rudi Assauer taten sich oft genug hervor. Vor dem Schlager des fünften Bundesliga-Spieltags (heute ab 15.30 Uhr/live bei Premiere) geht es dagegen fast schon beschaulich zu. Zwar wollen die beiden Spitzenteams mit einem Sieg vor den Wochen der Wahrheit mit Champions League und Uefa-Cup ihre sportlichen Ambitionen untermauern, doch verbal üben sich die Kontrahenten in Zurückhaltung.

Dabei ist der Druck auf Schalke, derzeit nur Tabellensiebter, vor dem Spiel beim Spitzenreiter "schon da", wie Stürmer Kevin Kuranyi zugibt: "Bei einer Niederlage wäre der Abstand sieben Zähler groß. Das wäre zuviel."

Mirko Slomka: "Ausgang des Spiels nicht Richtungsweisend"

Doch Trainer Mirko Slomka, der vor der Saison noch erklärt hatte, dass sein Team durchaus konkurrenzfähig mit "den göttlichen Bayern" sei, will von einer Vorentscheiung im Kampf um die Meisterschaft nichts wissen. "Für mich ist der Ausgang des Spiels noch nicht richtungweisend und schon gar nicht vorentscheidend für den restlichen Saisonverlauf. Nach fünf Spieltagen wird eine Liga nicht entschieden", meinte der Schalker Coach. Dennoch spricht auch Slomka von einer "hohen Bedeutung" und von einem "besonderen Spiel".

Vielleicht halten die Schalker auch deshalb bewusst den Ball flach, "weil wir in den letzten beiden Jahren mit großen Hoffnungen und Erwartungen nach München gefahren sind und diese nicht erfüllen konnten", wie Manager Andreas Müller feststellte. Deshalb sei es an der Zeit, "diese auch umzusetzen".

Gegen den Plan der Königsblauen, in München zu gewinnen und in der Allianz-Arena das erste Schalker Tor überhaupt zu erzielen, haben naturgemäß die Bayern etwas. Der Rekordmeister will vor den englischen Wochen seine Position an der Spitze ausbauen. "Wir können in diesen Wochen unheimlich viel gewinnen", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld und fügte an: "Schalke ist ein absolute Spitzenmannschaft. Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um den Titel zählen fast doppelt."

Vincent Kompany will mit Sieg in Frankfurt "an den Bayern dranzubleiben"

Personell entspannte sich die Lage beider Konkurrenten. Bei Schalke steht der zuletzt angeschlagene Nationalspieler Christian Pander zur Verfügung, die Bayern können wieder auf Weltmeister Luca Toni zurückgreifen. Der Italiener hat seine Oberschenkelzerrung auskuriert, ist laut Hitzfeld aber erst bei 70 Prozent. Ob Toni deshalb neben Miroslav Klose von Beginn an den Bayern-Angriff bilden wird, wollte Hitzfeld deshalb noch offen lassen. Man habe in den nächsten Wochen viele Spiele, "das muss man gut einteilen".

Im Schatten des Spitzenspiels versucht vor allem der Hamburger SV bei der gut gestarteten Frankfurter Eintracht "an den Bayern dranzubleiben", wie Vincent Kompany betonte. Auch Raphael van der Vaart, der nach seiner Wadenverletzung wieder zur Verfügung steht, hofft auf einen Sieg: "Dann liegen wir richtig gut im Rennen."

Gut im Rennen liegt Meister VfB Stuttgart noch lange nicht. Erst vier Punkte aus vier Spielen - deshalb ist ein Sieg vor den anstehenden Belastungen in der Champions League gegen Energie Cottbus Pflicht. Doch Trainer Armin Veh bleibt gelassen: "Normalerweise erzählt man in so einer Situation etwas von Gras fressen. Aber ich versuche das anders zu regeln. Wichtig ist, sachlich zu bleiben. Populismus hilft uns nicht weiter."

Marcel Koller warnt: "Nicht zu sehr auf Gekas konzentrieren"

Auch beim punktlosen Schlusslicht Hansa Rostock herrscht (noch) Ruhe. In Bielefeld soll nun der Bann gebrochen werden. Nicht nur deshalb ist es für Frank Pagelsdorf ein besonderes Spiel. Der Hansa-Trainer spielte von 1978 bis 1984 bei der Arminia, steht dort in der Jahrhundert-Elf und ist mit 28 Treffern immer noch Bielefelds Bundesliga-Rekordtorschütze.

Ein besonderes Wiedersehen gibt es auch bei der Partie zwischen Leverkusen und dem Überraschungszweiten VfL Bochum: Dabei trifft Torjäger Theofanis Gekas, der vor der Saison für 4,7 Mill. Euro vom VfL nach Leverkusen wechselte, auf seinen Ex-Klub. 20 Tore hatte der Grieche in der vergangenen Spielzeit für Bochum erzielt und sich dadurch die Torjäger-Kanone gesichert. "Wir dürfen uns nicht zu sehr auf Gekas konzentrieren", warnte allerdings Bochums Trainer Marcell Koller.

© SID

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