Fußball Bundesliga
St. Pauli stoppt Hannovers Höhenflug

St. Pauli hat Hannover 96 am siebten Bundesliga-Spieltag das Leben schwer gemacht. Die Niedersachsen unterlagen dem Aufsteiger mit 1:0. Das Tor für Pauli erzielte Marius Ebbers.

Aufsteiger FC St. Pauli hat den Höhenflug von Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga gestoppt. Die Hamburger gewannen bei den zuvor zu Hause unbesiegten Niedersachsen dank eines frühen Tores von Marius Ebbers (6.) mit 1:0 (1:0) und stellten damit erneut ihre Auswärtsstärke unter Beweis. Von insgesamt zehn Punkten holten die Hanseaten neun auf fremdem Platz.

Für Hannover bedeutete die Niederlage nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte dagegen einen unerwarteten Dämpfer. Mit einem Sieg hätte sich das Team, das zudem Karim Haggui durch eine Rote Karte wegen einer Notbremse verlor (80.), auf den zweiten Platz der Tabelle verbessern können.

"Wir haben keine Lösung gefunden, obwohl wir viel Ballbesitz hatten und viel gelaufen sind", sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke und erkannte die Niederlage neidlos an: "Wir sind mit unseren eigenen Mitteln geschlagen worden. Allein der Konter zum Tor war aller Ehren wert." Hannovers Ex-Nationalspieler Christian Schulz meinte: "Wir hoffen, dass das nur ein Ausrutscher war." St. Paulis Torwart Thomas Kessler war dagegen sichtlich stolz. "Unsere Mannschaft hat sich aufgeopfert. Wir sind einfach defensiv sehr stark - neun Auswärtspunkte sind eine Sensation", sagte Kessler.

Slomka zu Systemumstellung gezwungen

96-Trainer Mirko Slomka sah sich vor 49 000 Zuschauern in Hannovers ausverkaufter WM-Arena aufgrund des Ausfalls von Torjäger Didier Ya Konan zu einer Systemumstellung gezwungen. Der nach einer Schädelprellung rechtzeitig genesene Mohammed Abdellaoue bildete die einzige Spitze. Dahinter sollte Lars Stindl, der den Vorzug vor Mikael Forssell erhielt, aus der Mittelfeldzentrale für Druck nach vorn sorgen. Dies gelang gegen die couragierten Hamburger allerdings zunächst kaum.

Die Platzherren waren zwar engagiert, ließen es aber an Sicherheit im Kombinationsspiel und Durchschlagskraft vermissen. Ya Konan, der vor dem Spiel gemeinsam mit Abdellaoue für sieben der insgesamt elf 96-Treffer zuständig gewesen war, fehlte Hannover an allen Ecken und Enden. Ohne große Durchschlagskraft und Sicherheit im Kombinationsspiel sprang vor der Pause nur eine halbwegs aussichtsreiche Situation heraus. Der Freistoß von Sergio Pinto strich jedoch an St. Paulis Tor vorbei (45.).

Die Hamburger, bei denen Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah auch an alter Wirkungsstätte nicht in der Startelf stand und erst ab der 65. Minute zum Einsatz kam, zeigten sich von Trainer Holger Stanislawski hingegen vor allem taktisch perfekt vorbereitet. Durch hohe Laufbereitschaft wurden die Räume schon im Mittelfeld geschickt verengt.

St. Pauli meist gefährlicher als Hannover

Im Spiel nach vorn lauerte der Liganeuling immer wieder auf seine Chance und wirkte in seinen Aktionen meist gefährlicher als Hannover. So kamen Ebbers (8.), Matthias Lehmann und Fin Bartels (beide 39.) vor der Pause einem Torerfolg nahe. Vor allem bei der Führung wusste St. Pauli auch spielerisch zu gefallen. Ebbers schloss einen glänzenden Angriff über die linke Seite per Kopf ab. Zuvor hatte Bastian Oczipka milimetergenau geflankt.

Hannover konnte derweil auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht an die Form der Vorwochen anknüpfen. Die 96-Elf versuchte zwar, den Druck zu erhöhen, stieß jedoch immer wieder früh an ihre spielerischen Grenzen. In der 59. Minute reagierte Slomka, nahm den angeschlagenen Innenverteidiger Emanuel Pogatetz aus dem Spiel und erhöhte durch die Hereinnahme von Forssell die Offensivkraft. Doch auch der Finne brachte trotz jetzt größeren Drucks der Platzherren nichts Zählbares zu Stande.



© SID

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