Fußball Bundesliga
Stürmische Tage bei den Bayern

Bayerns Mark van Bommel hat den Gerüchten um einen Wechsel zum VfL Wolfsburg den Garaus gemacht. Derweil holt Arjen Robbens Physiotherapeut zum Rundumschlag aus.

Der Kapitän bleibt an Bord, aber die Wellen schlagen trotzdem hoch: Kaum gab es in der Personalie Mark van Bommel Klarheit, erwischte Bayern München eine Breitseite aus den Niederlanden. "Bei Bayern sind sie alle total verrückt", sagte Physiotherapeut Dick van Toorn der Zeitung "AD" und eröffnete im Dauerstreit über angebliche Behandlungsfehler bei der Verletzung von Mittelfeldstar Arjen Robben ein neues Kapitel.



Auch der Münchner Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bekam vom "Wunderheiler", der Robben für die Weltmeisterschaft in Südafrika fitgemacht hatte, mächtig sein Fett weg. "Er hat gesagt, dass ich ein zu aggressives und unorthodoxes Programm angewendet habe. Und sas soll das ganze Elend verursacht haben. Blödsinn!", sagte van Toorn. Der Spieler habe während der Behandlung bei ihm "nur einen Muskelriss" gehabt.

"Es ist schrecklich"

"Es ist schrecklich, wie ich jetzt fertiggemacht werde", fügte der Physiotherapeut hinzu, es gehe nur "um Müller-Wohlfahrts Ego". Der Bayern-Arzt sei "ein Mann mit viel Macht".

Die Bayern liegen seit langem mit dem niederländischen Verband Knvb im Clinch, weil nach der WM ein Loch in Robbens Oberschenkelmuskulatur entdeckt worden war. Der deutsche Rekordmeister wirft dem Knvb vor, fahrlässig die Gesundheit des Spielers riskiert zu haben, um die Chance auf den WM-Titel zu wahren - zum Nachteil des Klubs. Van Toorn bestreitet dies: "Glaubt ihr, dass man mit einem Loch im Muskel 120 Minuten im WM-Finale spielen kann? Das ist unmöglich." Robben hat seit der WM kein Spiel für die Bayern absolviert.

Van Bommel bleibt in München

Während diese Baustelle noch längst nicht geschlossen ist, sind die Spekulationen im Fall van Bommel beendet. Der Kapitän wird weiter für den Rekordmeister spielen; ein Wechsel in der Winterpause zum VfL Wolfsburg ist damit vom Tisch. "Mark wird die nächsten fünf Monate bei Bayern spielen", sagte Mino Raiola, Berater des Vize-Weltmeisters, der Bild-Zeitung.

Dennoch verhandeln die Bayern weiter intensiv mit Luiz Gustavo von 1 899 Hoffenheim. Der Brasilianer spielt wie van Bommel bevorzugt als "Sechser" vor der Abwehr und dürfte dort dem Niederländer Konkurrenz machen. Van Bommel will sich der Herausforderung stellen. "Mark wird nicht wegrennen. Wenn Bayern neue Spieler kauft, muss er härter arbeiten und besser sein", sagte Raiola. Was nach dem Ende der Saison geschieht, ist offen, van Bommels Vertrag läuft am 30. Juni 2011 aus.

Demichelis nach Malaga

Ein anderer hat seinen Platz schon geräumt: Der Wechsel des Innenverteidigers Martin Demichelis zum spanischen Erstligisten FC Malaga ist perfekt. Der argentinische WM-Teilnehmer wird bis zum Saisonende ausgeliehen; sollte Malaga nicht absteigen, sind vier Mill. Euro Ablöse fällig. Martin Demichelis war 2003 zu den Bayern gekommen und bestritt 174 Bundesligaspiele. Zuletzt hatte er allerdings schwache Leistungen gezeigt und in der Planung von Trainer Louis van Gaal deshalb eine untergeordnete Rolle gespielt.

Baines bleibt Everton treu

Vor der Abreise ins Trainingslager in Katar am Sonntag legte sich der FC Bayern zudem fest, keinen Linksverteidiger zu verpflichten. Leighton Baines vom FC Everton galt als Wunschkandidat, zog es aber vor, in England zu bleiben. Nun gilt Gustavo als exzellente Alternative - nicht nur für van Bommel, sondern auch für die linke Seite.

© SID

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