Fußball Bundesliga
Stuttgart verpasst Befreiungsschlag

Der VfB Stuttgart hat einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst. Die Schwaben kamen gegen 1 899 Hoffenheim trotz langer Überzahl nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus.

Der VfB Stuttgart steckt nach dem vierten Bundesliga-Spiel ohne Sieg weiter im Tabellenkeller fest. Die Schwaben kamen im fünften baden-württembergischen Liga-Derby gegen 1 899 Hoffenheim trotz Überzahl nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Für Trainer Jens Keller war es erst der neunte Punkt im achten Spiel im Fußball-Oberhaus, seine Ablösung in der Winterpause rückt damit wieder in den Bereich des Möglichen.

Sejad Salihovic hatte Hoffenheim in einem zerfahrenen und selten packenden Derby mit seinem fünften Saisontor in Führung gebracht (11.). Doch Stuttgart kämpfte sich zurück, Martin Harnik glich aus (34.). Obwohl TSG-Abwehrspieler Isaac Vorsah noch eine zweifelhafte Rote Karte wegen angeblicher Tätlichkeit sah (41.), reichte es für den VfB nicht mehr zum ersten Dreier seit dem 6:0 gegen Werder Bremen am 7. November.

VfB-Trainer Jens Keller war mit der Einstellung seiner Mannschaft, nicht aber mit dem Ergebnis zufrieden: "Nach der Roten Karte ist ein Punkt für uns zu wenig. Im Großen und Ganzen kann ich der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen."

Für Ralf Rangnick sah den Platzverweis als Knackpunkt. "Nach der Roten Karte war es für uns ein anderes Spiel.", sagte der Hoffenheim-Coach. Für Hoffenheim, das auch sein sechstes Pflichtspiel gegen den schwäbischen Rivalen nicht gewann, war das Unentschieden im Kampf um Platz fünf ebenfalls zu wenig.

Stuttgart versucht die Räume eng zu machen

Vor 36 800 Fans in der Mercedes-Benz-Arena versuchte Keller, Hoffenheim die Lust am kultivierten Spiel zu nehmen. "Wir wollen die Zentrale dichtmachen", beschrieb er seine Taktik mit drei defensiven Mittelfeldspielern. Dazu stellte er Mamadou Bah als zusätzlichen Mann vor die Abwehrkette. Die Gäste mussten so nach anfänglichen Problemen auf die Außen ausweichen - und hatten gleich beim ersten ernsthaften Versuch Erfolg. Allerdings half der VfB dabei mit.

Timo Gebharts verunglückter Fallrückzieher an der rechten Strafraum-Ecke brachte TSG-Kapitän Andreas Beck ins Spiel. Der sprintete ein paar Meter und passte in den Rücken der Viererkette, wo Salihovic aus rund neun Metern per Direktabnahme vollendete. Die VfB-Abwehr, der kurzfristig ihr Innenverteidiger Serdar Tasci verletzungsbedingt fehlte, wirkte dabei äußerst unsortiert.

Stuttgart brauchte nach diesem Schock ein paar Minuten, um sich wieder neu auszurichten. Einige Fehlpässe waren die Folge, was wiederum die Zuschauer mit Pfiffen quittierten. Doch die Stuttgarter Profis zeigten bald, dass sie Manager Fredi Bobic und Keller genau zugehört hatten. Die hatten vor dem Derby an den Kampfeswillen der Angestellten appelliert - und die Spieler setzten es nun um. Spielerisch war das nicht gerade schön anzusehen, aber es war effektiv.

Cacau mit starker Vorarbeit

Denn mit der ersten echten Chance glückte gleich das 1:1. Harnik hatte Cacau auf die Reise geschickt, der gleich drei Hoffenheimer wie Slalomstangen stehen ließ - und von links an den "Fünfer" zurück zu Harnik passte. Der Vertreter des rotgesperrten Ciprian Marica ließ Torwart Daniel Haas keine Abnwehrchance. Noch vor der Pause dann ein weiterer Nackenschlag für die Gäste: Vorsah traf seinen Gegenspieler Christian Gentner im Laufduell mit dem rechten Arm am Kopf, was Schiedsrichter Jochen Drees (Münster-Sarmsheim) als Tätlichkeit wertete.

1 899-Trainer Ralf Rangnick quittierte die Entscheidung mit Kopfschütteln und stellte sein Team um. Mittelfeldspieler Tobias Weis sollte anstelle von Stürmer Vedad Ibisevic für mehr Stabilität sorgen (46.). Doch die zweite Halbzeit war gerade erst wenige Sekunden alt, als Cacau den rechten Pfosten traf. Stuttgart blieb gegen die nur noch aufs Verteidigen beschränkten Kraichgauer das bessere Team, agierte im Angriff aber viel zu umständlich.

Keller gab deshalb seine defensive Marschroute auf und brachte Stürmer Pawel Pogrebnjak für Bah. Linksverteidiger Arthur Boka musste zudem mit einer Blessur am rechten Bein raus.

© SID

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