Fußball Bundesliga
Umfrage: Nur Bayern mischt bei den Topklubs mit

Bayern München ist einer Umfrage zufolge der einzige deutsche Klub, der bei den europäischen Fans größeres Ansehen genießt. Mit rund 50 Mill. Fans führt Barcelona die Liste an.

Herbe Enttäuschung für den deutschen Fußball: Laut einer Studie des Marktforschungs-Instituts Sport+Markt aus Köln kann einzig Rekordmeister Bayern München bei den Fans in Europa punkten. Im Konzert der Topklubs landete der Ligaprimus nur auf Rang sechs, Barcelona hingegen belegt mit gut 50 Mill. Fans Platz eins der beliebtesten europäischen Klubs. Bei der Umfrage wurden knapp 10 000 Fußball-Interessierte aus 16 europäischen Ländern von Portugal bis Russland befragt.

Der Trend geht auch dank der Verbreitung des Internets zu einem "Zweitverein", der neben dem nationalen Favoriten unterstützt wird. Der deutsche Rekordmeister München belegt mit europaweit knapp 20 Mill. Fans Platz sechs hinter Real Madrid (45,9), Manchester United (32,8), dem FC Arsenal (22,9) und Champions-League-Sieger AC Mailand (22,2). Großer Gewinner neben Barca ist der FC Chelsea, der seine europäische Fanbasis in den letzten Jahren mehr als verfünffacht hat und Siebter ist.

Dortmund, Schalke und Hamburg nur im Mittelfeld

Einzig Werder Bremen mit insgesamt 4,4 Mill. Anhängern schiebt sich aus der deutschen Eliteklasse als 20. noch in die erweiterte Spitze. Doch ebenso wie Borussia Dortmund (3,64) auf Platz 25 direkt gefolgt vom Revierrivalen Schalke 04 (3,34) und dem Hamburger SV (3,15) stammt der Großteil der Fans aus dem Inland. Bei Barcelona sind 45 der 50 Mill. Fans nicht aus Spanien, bei Bayern immerhin die Hälfte nicht aus Deutschland.

"Die Bundesliga hat in Deutschland eine starke Stellung inne", erklärte Hartmut Zastrow aus dem Vorstand von Sport+Markt. "Doch die Ligen sind keine geschlossenen Systeme mehr, so dass beispielsweise Energie Cottbus auch mit Real Madrid um die Gunst der Fans konkurriert."

Hoffnung dürfte die Einsicht machen, dass zwar nach ein paar erfolglosen Jahren auch die ausländischen Fans nicht in Scharen weglaufen, aber ebenso wie in der freien Wirtschaft die Markenloyalität sinkt. Die derzeit auch bei den Jugendlichen angesagten Klubs vor allem aus Spanien und England können besonders bei fallenden Aktien ihrer Aushängeschilder Ronaldinho & Co. an Boden verlieren.

Erfolg steigert Ansehen

Am "einfachsten" führt neben einem zahlungskräftigen Sponsor wie beim FC Chelsea ein gutes Abschneiden in der Königsklasse zum gewünschten Ziel. Wirtschaftlich soll sich die Beliebtheit schließlich auch lohnen und da sieht die Studie noch einige Luft nach oben.

Während die Vereine vermehrt in den asiatischen Markt drängen, zeigt sich auch bei einer vorsichtigen Schätzung, dass die Fanausgaben von allen großen Vereinen nur zu 20 Prozent ausgeschöpft werden. Einzig Chelsea mit seinen "Edelfans" kommt auf 30 Prozent. "Für die Klubs bieten sich in Europa noch Riesenpotenziale. Direkt vor der Haustür steht ein boomender Markt mit 225 Mill. Fußballfans offen", erklärte Zastrow.

© SID

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