Fußball Bundesliga
Van der Vaart fehlt Hamburg im Nord-"Endspiel"

Der Hamburger SV wird im Nord-Schlager gegen Werder Bremen am Samstag ohne Rafael van der Vaart antreten. "Rafael hat noch nicht die Sicherheit, die er braucht, um uns zu helfen," sagte Trainer Thomas Doll.

Der Hamburger SV kämpft am Samstag gegen Werder Bremen (15.30 Uhr/live bei Premiere) ohne Spielmacher Rafael van der Vaart um die Vizemeisterschaft in der Bundesliga. Der Niederländer entschied gemeinsam mit Trainer Thomas Doll nach einer Trainingseinheit am Donnerstag, auf einen Einsatz in der Begegnung um den direkten Einzug in die Champions League zu verzichten.

"Rafael hat noch nicht die Sicherheit, die er braucht, um uns zu helfen. Wir wollen auch kein Risiko eingehen", sagte Doll. Der Niederländer stand seit Wochenbeginn wieder im Mannschaftstraining. Ihm war vor vier Wochen ein Nagel entfernt worden, der seinen gebrochenen Knöchel stabilisiert hatte. Van der Vaart hat damit in dieser Saison 19 Punktspiele für die Hanseaten bestritten.

Doll ist trotzdem optimistisch

Trotz des Rückschlages aber verbreitete Doll weiterhin seinen unerschütterlichen Optimismus. Der 40-Jährige kann auf den Spuren von Trainer-Legende Ernst Happel wandeln, unter dem der HSV letztmals 1987 Vizemeister wurde. "Wir haben ein sehr starkes Team beisammen, jeder ist voll bei der Sache und die Mannschaft hat sehr konzentriert gearbeitet. Wir haben schließlich ein echtes Endspiel und dem fiebert jeder entgegen."

Es ist das heißeste Nordderby seit Jahren. Erst einmal waren der HSV und Werder zum Saisonende gemeinsam unter den Top Drei, 1983, als die Hamburger Meister vor den Bremern wurden. Jetzt geht es nicht nur um die Spitze im Norden, sondern um die direkte Teilnahme an der "Königsklasse" und damit eine bereits garantierte Einnahme von zehn Mill. Euro. Das bedeutet für die Sportchefs Dietmar Beiersdorfer und Klaus Allofs frühe Planungssicherheit beim Aufbau der neuen Kader.

"Der HSV hat als Zweiter etwas zu verlieren", sagte Allofs, "es wird ein Nervenspiel". Da wähnen sich die Grün-Weißen nach ihrer Aufholjagd der letzten Wochen im Vorteil. Von sechs auf einen Zähler haben sie schließlich den Rückstand reduziert. "Die Punkte sind jetzt alle weg, wir sind deshalb klar im Vorteil", meint Werders Nationalspieler Torsten Frings: "Wir werden gewinnen, weil wir die bessere Mannschaft haben. Du kannst doch Werder nicht mit dem HSV vergleichen."

"Werder wer?"

"Werder wer?" steht andererseits auf den T-Shirts, die ein HSV-Sponsor vor der Partie an die Fans verteilt. Das Spiel ist seit Wochen mit 57 000 Zuschauern restlos ausverkauft, trotz der höchsten Eintrittspreise in der HSV-Geschichte. Mit Flyern animiert der Supporters Club außerdem die HSV-Fans zu steten Anfeuerungen. "Wir haben Endspielatmosphäre und ich gehe davon aus, dass 57 000 minus der Werder-Fans komplett hinter uns stehen werden", meinte HSV-Chef Bernd Hoffmann: "Wir haben die Chance, eine großartige Saison überragend zu machen."

Es ist bereits das 55. Pflichtspiel für sein Team in diesem Jahr und die Belastung hat offenbar ihren Tribut gezollt. Saft- und kraftlos ließen sich die Hamburger in Berlin in der zweiten Hälfte einen 2:1-Vorsprung noch nehmen, verloren 2:4, während Werder auch ohne den noch gesperrten Spielmacher Johan Micoud eine 6:0-Gala gegen Köln feierte und so seine Chance auf Platz zwei wahrte. "Wir können jetzt nur noch gewinnen", meint Trainer Thomas Schaaf.

Dem HSV reicht zum zweiten Vorstoß in die Champions League nach 2000 und der besten Bundesliga-Platzierung seit 19 Jahren jedoch schon ein Unentschieden. Doch darauf will sich Doll keinesfalls einlassen: "Wir wollen gewinnen, es ist gefährlich, auf Unentschieden zu spielen", sagt der HSV-Trainer, der weiß: "Wir haben einen starken Gegner vor der Brust - Werder aber auch."

© SID

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