Fußball Bundesliga
Vereine wollen Sonntagsspiele im Ersten

Die Entscheidung der ARD, die Zusammenfassung der Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga ins Dritte Programm abzuschieben, ist aus der Sicht der Profi-Klubs eine schlechte Lösung. „Die Bundesliga gehört ins Erste“, hieß es in Kreisen der Vereine. Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

KÖLN. Die Profiklubs setzen nach dem Wahljahr 2009 auf ein Ende der sonntäglichen Talksendung „Anne Will“. Dadurch würde dann Platz für eine „Mini-Sportschau“ am Sonntag in der ARD frei werden. Auch innerhalb der ARD gibt es nach Angaben von Insidern Intendanten, die eine Rückkehr der Bundesliga ins Erste befürworten.

Ab der kommenden Saison 2009/2010 wird die Zusammenfassung der Sonntagsspiele nicht wie ursprünglich von den Vereinen erwartet im Ersten zu sehen sein. Der neue ARD-Programmchef Volker Herres hatte entschieden, die Talkshow „Anne Will“ nicht für den Fußball zu opfern. Er will nur kurze Zusammenfassungen in den „Tagesthemen“ ausstrahlen. Stattdessen sollen die Dritten Programme der ARD ausführliche Zusammenfassung ab 21.45 Uhr ausstrahlen. Doch das ist umstritten. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) verzichtet voraussichtlich auf eine Berichterstattung. „Wir haben einfach keinen Sendeplatz am Sonntagabend“, hieß es zuletzt in der Leipziger MDR-Zentrale. Auch der Bayerische Rundfunk (BR) ist skeptisch. „Wir haben keinen Platz für die Spiele am Sonntagabend“, hieß es in München.

Zuletzt entschied sich der Saarländische Rundfunk (SR) für die Bundesliga am Sonntag. In der Nachrichtensendung „Aktuell“ am Sonntag um 21.45 Uhr werde es dann einen zehnminütigen Sportblock mit den Zusammenfassungen der beiden Sonntagsspiele geben. Intendant Fritz Raff sagte: „Mit dieser kompakten Form der Bundesliga-Zusammenfassung wollen wir dem Bedürfnis der Zuschauer entsprechen, sich in einem überschaubaren Zeitfenster zeitnah über die Bundesliga auch am Sonntag zu informieren.“

Die Sonntagsspiele sind ein Novum für die ARD. Bei der letzten Vergabe der Fernsehrechte hatte der Senderverbund erstmals nicht nur die Lizenz für die ARD-„Sportschau“ am frühen Samstagabend erworben, sondern auch das Recht, Zusammenfassungen der Sonntagsbegegnungen auszustrahlen. Damit hatte die ARD den privaten Sportsender DSF ausgestochen, an dem Medienunternehmer Leo Kirch indirekt beteiligt ist.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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