Fußball-Bundesliga
VfB feiert seine neuen „jungen Wilden“

dpa HANNOVER. Für die Spitzenteams in München, Bremen und Schalke muss es wie eine Drohung klingen. „Das werden in naher Zukunft überdurchschnittliche Jungs“, prophezeite Armin Veh.

Kurz nachdem seine Mannschaft in der Kabine mit wilden Schreien den 2:1-Sieg bei Hannover 96 und den Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga gefeiert hatte, sprach der Trainer des VfB Stuttgart von einem „Riesenpotenzial“ und sagte fröhlich: „Es ist schön, wenn man auf die Tabelle schaut.“

Die nächste Generation von „jungen Wilden“ mischt die Bundesliga auf. Nach einem kompletten Umbruch ist die derzeit jüngste Mannschaft der 1. Liga - im Durchschnitt nicht einmal 24 Jahre alt - ganz nach vorne gestürmt und kann der Reifeprüfung bei Rekordmeister Bayern München gelassen entgegen sehen. Kess sagte Torhüter Timo Hildebrand angesichts des Vier-Punkte-Vorsprungs: „Wir stehen nach dem Spiel auf jeden Fall noch vor den Bayern.“ Der Keeper ist als einziger der Talente übrig geblieben, die sich vor drei Jahren zur Vizemeisterschaft gespielt haben.

Die Stuttgarter genießen den Moment, planen aber eher langfristig. „Normalerweise haben wir mit dieser jungen Mannschaft da oben noch nichts zu suchen“, sagte Veh und versuchte den Druck der hohen Erwartungen zu mildern: „Wir geben die Ziele nicht aus, die andere jetzt formulieren.“ Der Coach sieht sein Team nicht als Anwärter für die Meisterschaft - noch nicht.

Seine Spieler würden „auf dem Teppich bleiben“, versicherte der 45 Jahre alte Fußball-Lehrer, nachdem Thomas Hitzlsperger (49. Minute) und Cacau (54.) die Führung von Jan Rosenthal (13.) umgedreht hatten. „Diese Jungs muss man nicht bremsen“, sie werden „den augenblicklichen Druck, das ganz Medientheater und so weiter, aushalten“. Veh ist dabei kein schlechtes Beispiel, zumal er weiß, wie schnell sich der Wind drehen kann: Nach zwei Heimniederlagen zu Beginn der Saison galt er schon als Wackelkandidat.

Nach dem eher kuriosen Kapitel Trapattoni scheint Nachfolger Veh - gemeinsam mit Manager Horst Heldt - der Generationswechsel schneller als erhofft gelungen zu sein. Erfahrene Profis wie Markus Babbel (34) oder Silvio Meißner (33) dürfen fast nur noch auf der Bank sitzen, während Nachwuchskräfte wie Mario Gomez (21), Serdar Tasci (19), Roberto Hilbert (22), Christian Gentner (21) und neuerdings Sami Khedira (19) auf dem Platz für Furore sorgen.

Veh wird nicht müde, die hervorragende Nachwuchsarbeit des VfB zu loben. Aber er hat auch den richtigen Riecher: Mit Hilbert, Antonio da Silva, Pavel Pardo, Ricardo Osorio und Arthur Boka gehören fünf Neuzugänge zum Stamm der Elf, die zuletzt neun Mal ungeschlagen blieb.

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