Fußball Bundesliga
Viel Brisanz in Schalke und Bremen

Vor allem zwei Partien des zweiten Spieltags haben es heute in sich: Wenn Dortmund beim Lokalrivalen FC Schalke und Bayern München in großen Widersacher Werder Bremen gastiert, wird in beiden Stadien die Luft brennen.

Die Zeit für Freundlichkeiten ist bereits am zweiten Spieltag der Bundesliga-Saison beendet. Selten war die Stimmung zu einem so frühen Zeitpunkt derart aufgeladen wie es sich in diesem Jahr darstellt. Das Aufeinandertreffen von Werder Bremen und Bayern München und das 130. Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund (15.30 Uhr) - mehr Spannung und Emotionen kann ein zweiter Spieltag wohl kaum vertragen.

Vor allem die Verantwortlichen aller vier beteiligter Vereine bemühten sich im Vorfeld des Spieltages um einen normalen Umgangston. Zu groß scheint die Angst vor einer noch ernsthafteren Beschädigung der Beziehungen untereinander. Doch so sehr sich die Beteiligten um Normalität bemühen, es wird sie nicht geben. Besonders die Rückkehr von Miroslav Klose nach Bremen wird für den Nationalspieler zu einem wahren Spießroutenlauf werden, mit dem er rechnen musste, seitdem er auf eine mehr als unglückliche Art seinen Abgang aus der Hansestadt zum Erzrivalen nach München forcierte.

Der öffentliche Tenor zu dem konfliktreichen Spieltag fällt - zumindest auch auf Seiten der Spieler - eher gemäßigt und besonnen aus. "Wir müssen Fußball spielen, und nicht über Krieg reden. Es gibt keine Revanche, nur ein Spiel, das wir gewinnen wollen", sagte Schalkes Kapitän Marcelo Bordon und spricht damit den Offiziellen auf beiden Seiten aus der Seele. Die Schalker schalteten zur Deeskalation in mehreren Ruhrgebiets-Zeitungen sogar eine Anzeige ("Herne-West grüßt Lüdenscheid-Nord"), in der sie den Dortmundern symbolisch die Hand reichten.

Alte Wunden noch nicht ausgeheilt

Vergessen hat auf Schalke das 0:2 in Dortmund am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison aber niemand, worauf auch Trainer Mirko Slomka noch mal ausdrücklich hinwies. Die Königsblauen hatten beim Erzrivalen den Meistertitel verspielt, und die Schwarz-Gelben legten genüsslich den Finger in die Wunde. "Diejenigen, die damals gelacht haben, sollen am Samstag nicht mehr lachen", meinte Schalkes Nationalspieler Gerald Asamoah.

Rein sportlich scheinen die Schalker die besseren Karten zu haben. In den letzten zehn Jahren gelang dem BVB nur ein einziger Sieg in Gelsenkirchen (2:1 am 14. Mai 2005), und im Gegensatz zu den Königsblauen (2:2 beim deutschen Meister VfB Stuttgart) verpatzte die Elf von Trainer Thomas Doll den Saisonstart beim 1:3 gegen Aufsteiger MSV Duisburg völlig. "Wir werden eine ganz andere Mannschaft sehen", meinte Doll, der ohnehin "keine Lust" mehr habe, über das Duisburg-Spiel zu sprechen: "Wenn ich nur daran denke, wird mir heute noch schlecht."

Schwerer Gang für Klose

Auch vor dem Spiel der beiden Ex-Meister aus Bremen und München umschmeicheln sich beide Kontrahenten so sehr, wie man es nach dem öffentlichen Rededuell zwischen den Managern Klaus Allofs und Uli Hoeneß im Rahmen des Aufeinandertreffens im Ligapokal vor knapp vier Wochen nicht für möglich gehalten hätte. "Es tun alle gut daran, sich vor dem Spiel zurückzuhalten", sagte Hoeneß, der aber noch hinzufügte: "Für uns wird es kein schweres Spiel, eher für Bremen."

Dass Werder Miroslav Klose, der seinen Wechsel von der Weser an die Isar am Ende mit aller Macht vorangetrieben hatte, vor dem Spiel offiziell verabschieden will, nennt Trainer Ottmar Hitzfeld "eine sehr noble Geste". Klose, der ausgerechnet bei seinem alten Arbeitgeber sein 100. Ligator erzielen kann, macht sich derweil auf einen wenig herzlichen Empfang gefasst: "Sie werden sicher pfeifen, das bleibt nicht aus. Ich bin bereit. Für einen Fußballer ist das kein Problem." Klose wird trotz einer Sehnenentzündung im Fuß spielen, allerdings wohl nicht mit Luca Toni (Hitzfeld: "Ihm fehlt die Frische"), sondern mit Franck Ribery als Sturmpartner.

Die Bayern haben von den letzten sieben Spielen in Bremen nur eins gewonnen. Leichter als in diesem Jahr wird das Starensemble wohl auch nicht mehr in die Nähe eines Dreiers im Weserstadion kommen. Die Personalsituation bei Werder ist unverändert angespannt, das magere 2:1 in der Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb machte das Selbstvertrauen nicht gerade größer. Allofs: "Wir werden auch am Samstag nicht das Werder sehen, wie wir es endgültig erwarten."

Sieben Partien im Schatten von Zweien

Alle übrigen Begegnungen des zweiten Spieltages stehen klar im Schatten der beiden brisanten Duelle. Am Samstag hofft Meister Stuttgart bei Hertha BSC Berlin auf seinen ersten Sieg. Arminia Bielefeld liebäugelt im Falle eines Sieges gegen Eintracht Frankfurt mit der Tabellenführung. Im Duell zwischen Hansa Rostock und Pokalsieger 1. FC Nürnberg wollen beide Teams einen Fehlstart mit null Punkten vermeiden - ebenso wie der geschäftsführende Trainer-Manager Felix Magath beim Spiel seines VfL Wolfsburg bei Aufsteiger MSV Duisburg.

© SID

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