Fußball Bundesliga
Villa fordert bessere psychologische Betreuung

Fast ein Jahr nach dem Selbstmord von Robert Enke hat Marco Villa eine bessere psychologische Betreuung von Spitzensportlern gefordert. Gerade Fußball-Profis verspürten viel Druck.

Knapp ein Jahr nach dem Selbstmord seines Freundes Robert Enke macht sich der ehemalige Bundesliga-Profi Marco Villa für eine bessere psychologische Betreuung von Spitzensportlern stark. "Es ist gut und wichtig, dass seit ein paar Jahren Sportpsychologen eingesetzt werden. Aber diese kümmern sich in erster Linie um die Leistungsförderung. Es sollte aber auch die Möglichkeit geben, dass sie sich mit dem Menschen als Gesamtheit auseinandersetzen. Dafür wäre eine eventuelle psychotherapeutische Betreuung sinnvoll", sagte der 32-Jährige im Gespräch mit dem SID.

Villa sieht gerade Fußball-Profis einem starken Druck ausgesetzt und damit als besonders gefährdet für psychische Erkrankungen an. "Wenn man nur alle zwei Jahre einen Vertrag abschließt und danach die Arbeitslosigkeit droht, muss man das berücksichtigen. Außerdem befindet man sich ständig im Fokus der Öffentlichkeit und kann den Beruf nur 15 Jahre lang ausüben", sagte der ehemalige Junioren-Nationalspieler, der seit seinem Engagement beim 1. FC Nürnberg 2003 in unterklassigen italienischen Ligen auf Torejagd geht.

Von der Granate zum Rohrkrepierer

"In Nürnberg wurde ich als Granate vorgestellt und nach ein paar Spielen dann schon als Rohrkrepierer bezeichnet. Das ist damals auch an mir nicht spurlos vorübergegangen", sagte Villa und glaubt, dass eine umfassende psychologische Betreuung auch Verletzungen vorgebeugen könne: "Das würde sich aufgrund der verringerten Ausfälle auch wirtschaftlich für die Klubs lohnen."

Villas Freund Enke, Nationaltorhüter und langjähriger Schlussmann von Hannover 96, litt von der Öffentlichkeit unbemerkt unter Depressionen und nahm sich am 11. November 2009 das Leben.

© SID

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