Fußball Bundesliga
Völler: "Müssen nicht zittern, müssen beißen"

Nur ein Punkt aus drei Spielen: Nach der Last-Minute-Niederlage gegen Duisburg äußert sich Leverkusens Sportchef Rudi Völler im Interview über die Ziele für den Rest der Saison.

Schon wieder verloren, schon wieder gegen einen Abstiegskandidaten. Dazu noch in der letzten Minute den entscheidenden Gegentreffer kassiert. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler spricht im Interview über die Leverkusener Krise und die Ziele für den Rest der Saison.

Frage: "Herr Völler, Bayer Leverkusen hat beim Tabellenletzten MSV Duisburg in letzter Sekunde 2:3 verloren. Wie bitter ist dieser Rückschlag drei Spieltage vor dem Saisonende?

Rudi Völler: "So ein Spiel darf man eigentlich niemals verlieren. Selbst bei einem 2:2 wäre ich total unzufrieden gewesen. Duisburg lag eigentlich am Boden und hat um den Gnadenstoß gebettelt. Doch statt ihn zu setzen, haben wir ihn bekommen. Da fehlen einem eigentlich fast die Worte."

Frage: "Man hat in den letzten Wochen ein bisschen das Gefühl, der Mannschaft fehle der letzte Wille..."

Völler: "Man kennt das ja: Wenn Barnetta den Ball in der 88. Minute reinköpft statt an den Innenpfosten, sagen alle, das sei nach zweimaligem Rückstand ein Sieg des Willens gewesen. Aber natürlich: Wenn wir uns am Ende der Saison zusammensetzen, müssen wir analysieren, warum es in der kompletten Hinrunde und den ersten Spielen der Rückrunde gut geklappt hat und seitdem nicht mehr so. Fußballerisch war das am Sonntag wieder ein Lichtblick, aber ein paar Dinge sind nicht mehr so gut wie noch vor einigen Wochen. Vor allem hinten hakt es ein bisschen, da machen wir zu viele Fehler. Und dann reicht es eben auch nicht bei einer Mannschaft wie Duisburg."

Frage: "Symbolisch war Paul Freier, der eingewechselt wurde und schon nach wenigen Minuten auf ungewohnt harrsche Art von Trainer Michael Skibbe kritisiert wurde. Wie haben Sie seine Leistung gesehen?"

Völler: "Der Paul ist ein grundanständiger Kerl. Aber bei ihm ging einfach gar nichts. Er hat alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Er ist einfach total verunsichert."

Frage: "Um den Uefa-Cup-Platz muss Bayer nun mehr als zittern..."

Völler: "Wir müssen nicht zittern, wir müssen beißen. Aber wir müssen das realistisch sehen: Das war ein ganz schlechtes Wochenende für uns. Die andern haben gewonnen und wir nicht. Nun haben wir drei Punkte Rückstand auf Platz vier und fünf. Wir müssen am Mittwoch gegen Hertha unbedingt gewinnen, wenn wir noch eine reelle Chance haben wollen. Und wahrscheinlich müssen wir alle drei noch ausstehenden Spiele gewinnen."

Frage: "Zwischenzeitlich durfte Bayer von der Champions League träumen, nun droht sogar der UI-Cup. Wie beurteilen Sie die Lage?"

Völler: "Die, die nicht die Bodenhaftung verloren haben, haben nie von mehr geträumt. Wir haben immer gewusst, dass auf jeden Fall drei Mannschaften in dieser Liga stärker sind und wir ein Team für Platz vier bis acht sind. Nun ist das Ziel, den UI-Cup-Platz zu halten. Immer mit einem Auge nach oben, aber wir müssen auch nach hinten aufpassen, denn Wolfsburg hat Blut geleckt."



© SID

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