Fußball Bundesliga
Vogts schießt scharf gegen seine Borussia

Berti Vogts lässt kein gutes Haar an seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach. Sowhl Präsident Rolf Königs als auch Ex-Sportdirektor Peter Pander hätten die Nöte des Vereins durch falsche Entscheidungen zu verantworten.

Borussia Mönchengladbachs Präsident Rolf Königs gerät unter Beschuss. Absender: Vereinsikone Berti Vogts. "Das Königreich Gladbach geht unter. Herr Königs sagt ja selbst, dass er keine Ahnung vom Fußball hat. Und im Vorstand sitzt auch niemand, der Ahnung hat", erklärte der frühere Bundestrainer in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Der 60-Jährige, als Profi an allen fünf Titelgewinnen und beiden Uefa-Cup-Triumphen der "Fohlen" beteiligt, wirft Gladbachs Führung falsche Entscheidungen bei der Besetzung der sportlichen Leitung als auch in der Einkaufspolitik für die Mannschaft vor. "Der größte Fehler war, vor zweieinhalb Jahren Dick Advocaat als Trainer zu verpflichten. Das ist die Wurzel allen Übels. Herr Königs wollte einen Welttrainer. Dabei haben selbst die Glasgow Rangers, wo Advocaat vorher Trainer war, noch finanzielle Probleme aufgrund seiner Einkaufspolitik", sagte Vogts und schloss auch den von Königs verpflichteten und inzwischen wieder geschassten Sportdirektor Peter Pander in seine Kritik ein: "Leider war auch das ein Fehler. Ich fand schon sehr interessant, welche Spieler Pander verplichtet hat. In Gladbach wurden weit über 50 Spieler in den letzten Jahren geholt. Das ist doch Wahnsinn. So kann man keine Mannschaft aufbauen."

Auch nach dem Rücktritt von Trainer Jupp Heynckes sind laut Vogts schwere Fehler gemacht worden. "Ich habe nicht verstanden, dass man frühzeitig gesagt hat, dass man mit Jos Luhukay in die zweite Liga geht, weil das ein völlig falsches Signal war. Zweite Liga, darüber durfte man nie sprechen. Spieler heute sind doch Sausäcke, die brauchen Druck. Da darf man nicht vom Abstieg reden", meinte Deutschlands Europameister-Trainer von 1996.

Unerfüllte Kartenwünsche

Besonders enttäuscht den Weltmeister von 1974 die Ignoranz von Königs gegenüber seinen persönlich unterbreiteten Zukunftskonzepten mit früheren Borussia-Profis an Schaltstellen. "Ich habe ihm Vorschläge gemacht, wie es weitergehen könnte. Lothar Matthäus als Trainer, ich als Berater im Hintergrund, dazu Alt-Borussen wie Allan Simonsen oder Rainer Bonhof als Scouts. Ich habe nie wieder etwas gehört. Schlimmer noch: Herr Königs hat behauptet, dass es nie ein Konzept von mir gegeben hätte. Wenn alles nicht so ernst wäre, müsste ich darüber lachen."

Vogts hat zudem vielmehr das Gefühl, bei der Vereinsspitze unerwünscht zu sein: "Ich habe vor kurzem gefragt, ob ich Karten für ein Spiel haben kann. Aber auf die warte ich noch heute. Das tut schon weh, so was zu erleben. Denn ich hänge noch immer sehr an diesem Klub."

Deswegen auch will der frühere Weltklasse-Verteidiger der Borussia und ihrem neuen Sportdirektor Christian Ziege beim Neuaufbau im Unterhaus ungeachtet des belasteten Verhältnisses weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Auf Christian Ziege wartet viel Arbeit. Aber wenn er meine Unterstützung braucht, kann er gerne vorbeikommen. Ich wohne ja nicht weit weg."

© SID

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