Fußball Bundesliga
Vorfreude in Stuttgart - Zurückhaltung auf Schalke

Der 34. Spieltag am heutigen Samstag steht ganz im Zeichen des Titel-Zweikampfes. Während der VfB Stuttgart gegen Cottbus nach dem fünften Titel greift, üben sich die Schalker bei zwei Punkten Rückstand in Zurückhaltung.

Beim VfB Stuttgart hat man sich für den Titel gerüstet: Die Spieler wetzen schon die Messer für den Meister-Haarschnitt von Trainer Armin Veh, die Stadt bittet zur Megaparty, und die Euphorie der Fans kennt keine Grenzen. Der VfB Stuttgart stürmt mit grenzenloser Zuversicht seiner fünften deutschen Meisterschaft entgegen, während Schalke 04 zum Abschluss der 44. Bundesliga-Saison nur noch die Hoffnung auf ein Fußball-Wunder bleibt.

Nur eine Niederlage der Stuttgarter gegen Energie Cottbus und ein eigener Sieg gegen Arminia Bielefeld (beide 15.30 Uhr, live bei arena) oder ein Erfolg mit mindestens vier Toren Unterschied bei einem Remis der Schwaben könnte die Königsblauen vor einer "Meisterschaft der Schmerzen" bewahren. Doch alles spricht für den zuletzt siebenmal in Folge siegreichen VfB, auch die Statistik: Noch nie in der Liga-Historie hat ein Tabellenführer am letzten Spieltag im eigenen Stadion noch den Titel verschenkt.

Veh warnt

Umso eindringlicher warnt Veh. "Wir sind noch kein Meister", erklärte der Coach seit dem 3:2-Sieg beim VfL Bochum in der Vorwoche und dem Sprung an die Tabellenspitze immer wieder: "Wir bleiben hoch konzentriert."

Alles, was auch nur ansatzweise überheblich klingt, will Veh nicht hören. Das hielt seine Spieler allerdings nicht von der Ankündigung ab, dem Coach im Fall der Fälle eine Meister-Glatze zu verpassen. "Da hat er keine Chance. Er ist allein, wir sind 25 Spieler", sagte Kapitän Fernando Meira.

Viele Balkone in Stuttgart sind geschmückt wie vor einem Jahr beim WM-Sommermärchen. Aufsichtsratboss Dieter Hundt kündigte an, im Meisterfall vor einem Heimspiel in der kommenden Saison Fanartikel zu verkaufen. Für das Spiel gegen Cottbus hätten weit mehr als 100 000 Karten verkauft werden können. Bis zu 40 000 Fans ohne Ticket können das Spiel auf einer Leinwand auf dem Schlossplatz, wo auch am Abend der Autokorso zur Meisterfeier anhalten soll, verfolgen. Aus Verbundenheit zum VfB treten dort die Kult-Hip-Hopper der "Fantastischen Vier" live auf.

Klub-Ikone Guido Buchwald steht bereit, die Meisterschale - und zwar das Original, in Schalke liegt nur eine Kopie - zu überreichen. Es wäre der dritte Bundesliga-Titel für die Stuttgarter, die sich damit in der kommenden Saison einen Meisterstern aufs Trikot sticken dürften.

Cottbus könnte zum großen Spielverderber werden. "Die Meisterschaft soll fair entschieden werden. Wenn Stuttgart Meister werden will, müssen sie uns einen großen Kampf liefern", kündigte Energie-Trainer Petrik Sander an. Allerdings verlor sein Team, seit es den Klassenerhalt perfekt gemacht hat, zwei Spiele, ohne ein eigenes Tor geschossen zu haben. Cottbus und den VfB verbindet zudem eine innige Fanfreundschaft, und auch die Spielerfrauen durften mit nach Stuttgart reisen - wenn auch nicht ins selbe Hotel wie ihre Männer.

Manager Müller bleibt Realist

Entsprechend zurückhaltend bleiben die Schalker. "Ich bin Optimist, aber auch Realist. Wir können das Mögliche schaffen, nämlich Platz zwei sichern, um das Unmögliche vielleicht noch zu erreichen", sagte Manager Andreas Müller: "Schließlich haben wir in dieser Saison viele verrückte Dinge erlebt und gesehen, wie schnell sich das Tabellenbild verändert."

Trainer Mirko Slomka fordert, "präsent" zu sein, "wenn die Chance da ist". Entgegen erster Aussagen nach dem 0:2 im Derby bei Borussia Dortmund werden nun doch auch in Gelsenkirchen am Musiktheater die Leinwände fürs Public Viewing aufgestellt. Und geht es nach Mittelfeldspieler Hamit Altintop, bekommen die Fans keine Tragödie zu sehen: "Ich glaube fest daran, dass noch ein Wunder passieren wird."

Über derlei Gerede kann Bielefelds Trainer Ernst Middendorp nur lachen. "Ich höre immer nur 4:0. Fakt ist, dass wir unseren fünften Sieg in Folge holen wollen", sagte "Power-Ernst". Diese Serie würde Bielefelder Vereinsrekord bedeuten.

Alle übrigen Spiele stehen klar im Schatten des Fernduells um die Meisterschaft. Alemannia Aachen hat beim Hamburger SV ebenso nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt wie der FSV Mainz 05 bei Bayern München. Dem VfL Wolfsburg reicht ein Punkt zur sicheren Rettung im Spiel gegen Werder Bremen, das seinerseits noch auf einen Schalker Patzer und den Sprung auf Platz zwei (direkte Champions-League-Qualifikation) hofft. Bayer Leverkusen genügt ein Remis gegen Borussia Dortmund, um den Uefa-Cup-Platz zu sichern. Der BVB, Hannover 96 (gegen den 1. FC Nürnberg), der HSV, Bielefeld und der VfL Bochum (bei Absteiger Borussia Mönchengladbach) ringen um den einzigen UI-Cup-Platz.

© SID

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