Fußball Bundesliga
Waffenstillstand vor dem Revierderby

Mit warmen Worten bemühen sich die Funktionäre der Erzrivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund vor dem Revierderby am Samstag um Normalität. Doch beide Teams haben die Vorkommnisse aus der letzten Saison nicht vergessen.

Für das Derby-Vorspiel sorgen die Vereinsbosse. Mit freundlichen Worten und Aktionen bemühen sich die Funktionäre der westfälischen Erzrivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund vor dem 130. Revierschlager in der Bundesliga am kommenden Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) um Normalität. "Herne-West grüßt Lüdenscheid-Nord" lautet eine versöhnlichen Anzeige, die die Königsblauen am Donnerstag in diversen Ruhrgebietszeitungen geschalteten hatten.

"Der FC Schalke 04 freut sich auf das Spiel gegen Borussia Dortmund in der Veltins-Arena. Wir freuen uns auf ein intensives Derby in einzigartiger Atmosphäre. Denn Rivalität ist sportlich, Feindschaft tut weh", steht zu lesen, Offizielle und Fans des BVB seien herzlich willkommen. Der Text schließt mit dem Appell: "Auf gute Nachbarschaft."

Diese wurde nach ruhigeren Jahren am 12. Mai schwer belastet, als die Borussen den S04 mit einem 2:0-Sieg am vorletzten Spieltag aus allen Titelträumen rissen. Hohn und Spott ergossen sich über die frustrierten Schalker, während die Schwarz-Gelben ihren Triumph in vollen Zügen genossen.

Peters will Rückkehr zu fairem Umgang

"Natürlich gab es rund um das letzte Derby in Dortmund und danach unschöne Vorkommnisse, die noch in lebhafter Erinnerung sind. Auf beiden Seiten ist jedoch die Einsicht eingekehrt, dass man trotz aller Emotionen ganz schnell zu einem fairen Umgang zurückkehren muss", sagte Schalkes Geschäftsführer Peter Peters. Deshalb die honorige Anzeige. Herne-West, so nennen die Dortmunder Schalke 04, um den Namen nicht aussprechen zu müssen. Mit Lüdenscheid-Nord wurde dies einst von Schalke gekontert.

"Ich finde die Aktion gut. Wir müssen versuchen zu deeskalieren und keine Plattform für Hass und Aggressivität zu liefern. Auf dem Platz wird es knallharte Zweikämpfe geben, vielleicht härter als sonst, aber es ist und bleibt ein Fußballspiel", ergänzte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Gipfel auf neutralem Platz

Mit einem Friedensgipfel vor zwei Wochen auf neutralem Platz im Restaurant "Meisterhaus" in Unna (BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Hätte wegen Schalke treffender "Vizemeisterhaus" heißen müssen") haben die Verantwortlichen beider Klubs nach ihren Verbalattacken nach dem letzten Duell versucht, die Gemüter zu beruhigen. "Es war ein gutes Gespräch. Es bleibt jedoch festzuhalten: Ich habe nie jemand persönlich angegriffen. Frotzeleien müssen jedoch erlaubt sein. Das gehört zum Geschäft, darauf haben wir uns geeinigt", berichtete Watzke.

Der Stachel der Enttäuschung vor drei Monaten scheint jedoch besonders bei Schalkes Coach Mirko Slomka noch immer tief zu sitzen: "Alles, was nach dem Spiel ablief, war nicht okay. Das war respektlos. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer unserer Spieler das letzte Derby vergessen hat."

Doll: "Schalke kommt gerade richtig"

Sein Dortmunder Kollege Thomas Doll kennt die Rivalität der beiden Traditionsklubs nur aus den Schlagzeilen. "Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass wir in Schalke nicht mit offenen Armen erwartet und niedergebrüllt werden", sagte der Ex-Nationalspieler, "je lauter die Pfiffe, desto besser." Denn der 41-Jährige fordert von seiner Truppe Wiedergutmachung für die Blamage zum Auftakt gegen den MSV Duisburg (1:3).

"Das Spiel gegen Schalke kommt gerade richtig", versicherte Doll in einem Interview mit der Rheinischen Post, "an so einem Tag wäre ich gern noch mal selbst Fußballer. Ich will bei meiner Mannschaft sehen: Wer zerreißt sich, wer ist bereit zu kämpfen. Fußball ist ein Kampfsport. Am Samstag auf Schalke will ich echte Kerle auf dem Platz sehen." Die Bedeutung des Derbys will er allerdings nicht überschätzt sehen. "Das Spiel spielen allein die Spieler. Ich bin als Trainer nicht dazu da, mich über so ein Spiel zu profilieren. Das überlasse ich anderen."

© SID

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