Fußball Bundesliga
Watzke kritisiert mangelndes Fingerspitzengefühl

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat DFB-Präsident Theo Zwanziger nach dessen Äußerungen zu den Rassismus-Vorwürfen gegen Roman Weidenfeller harsch kritisiert und ihm mangelndes Fingerspitzengefühl vorgeworfen.

Neuer Ärger in der Affäre um die angeblichen rassistischen Äußerungen von Roman Weidenfeller. Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Bundesligisten Borussia Dortmund, hat DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger nach dessen Äußerungen zu den Vorwürfen in der Tageszeitung Die Welt (Dienstag-Ausgabe) harsch kritisiert.

"Ich sage ganz deutlich, dass mir dieses Statement von Theo Zwanziger überhaupt nicht gepasst hat. Ich habe sehr viel Respekt vor ihm, aber man muss bei solch erheblichen Vorwürfen ein bisschen Fingerspitzengefühl haben. Da muss sich der DFB-Präsident nicht schon so diffizil äußern und mit einer Diktion herangehen, die mir persönlich nicht gefallen hat", sagte Watzke.

Zwanziger hatte gesagt: "Der DFB verurteilt rassistische Vorfälle jeder Art und wird sie konsequent bestrafen. Zunächst einmal muss in diesem konkreten Fall aber der Sachverhalt durch den Kontrollausschuss geklärt werden, bevor ich eine wertende Beurteilung vornehmen kann."

Watzke stellte sich indes vor Weidenfeller, der im Derby am vergangenen Samstag bei Schalke 04 (1:4) Gerald Asamoah als "schwarzes Schwein" beschimpft haben soll. "Ich habe mit Roman gesprochen, er hat mir versichert, dass er Asamoah definitiv nicht rassistisch beleidigt hat. Roman ist kein Rassist, ist nie in dieser Beziehung aufgefallen. Borussia Dortmund tut so viel wie kaum ein anderer Verein gegen Rassismus." Er wolle Asamoah keine Lüge unterstellen. Vielleicht habe er in diesem Tollhaus etwas falsch verstanden. Roman bestreite auch nicht, ihn beleidigt zu haben, aber ganz bestimmt nicht rassistisch.

Zudem habe Watzke gehört, das da "bei den sogenannten Lippenlesern unheimlich insistiert worden ist". Es sei nicht in Ordnung, bei solch einer Aktion zu insistieren, um ein Ergebnis hervorzubringen, das von vorne herein gewollt war. Das sei der Ernsthaftigkeit der Situation nicht angemessen.

Derweil fordert Gunter A. Pilz, Mitglied der Task Force Rassismus beim DFB und Vorsitzender der DFB-Expertengruppe "Für Toleranz, gegen Rassismus", im Berliner Tagesspiegel (Dienstag-Ausgabe) eine "knallharte Strafe" für Weidenfeller: "Es kann sein, dass er keinen rassistischen Hintergrund für diese Äußerungen hatte, sondern nur provozieren wollte, aber man kann erwarten, dass ein Profi sich bei so einem sensiblen Thema im Griff hat."

© SID

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