Fußball Bundesliga
Wege von Schalke und Olaf Thon trennen sich

Olaf Thon wird nach dieser Saison nicht mehr für Schalke 04 tätig sein. Wie der Verein auf seiner Internetseite mitteilte, erfolgt die Trennung auf Wunsch des 42-Jährigen.

Aufgeben kannte Olaf Thon nicht. Keine Verletzung, kein Rückstand und auch kein Gegenspieler hat ihn in die Knie gezwungen. Aber nach 23 Jahren warf der Mittelfeldstar von einst die Brocken bei seinem Lieblingsklub Schalke 04 hin. Offenbar frustriert und mürbe geklopft von der Haltung der Verantwortlichen auf Schalke, hört der 42-Jährige zum 31. Juli in der Marketingabteilung des Klubs und als "Berater des Vorstandes" auf.

Zu den am Donnerstag vom Verein offiziell mitgeteilten Gründen für die Trennung wollte Thon nichts hinzufügen. "Ich werde eins nach dem anderen abarbeiten. Diese Sache muss ich erst einmal verarbeiten. Diese Woche wird es nichts Neues geben. Ich werde morgen zum Spiel gegen Energie Cottbus gehen und hoffe, dass wir den dritten Sieg in Folge holen", sagte Thon dem Sport-Informations-Dienst (SID) am Donnerstagabend.

Auf der Internetseite lasen sich die Gründe des "Schalker Idols" wie folgt: "Olaf Thon sah sich nicht länger in der Lage, den Verein glaubwürdig und überzeugend vertreten zu können, wenn in sportlichen Fragen auf seine Erfahrung und Kompetenz nicht zurückgegriffen wird." Die getroffene Entscheidung sei "einvernehmlich" gefallen. Thon werde noch bis zum Sommer für die Knappen tätig sein, um alle angefangenen Projekte beenden zu können.

"Wir haben jetzt erstmal die Pressemitteilung herausgegeben. Ich werde mich nach und nach dazu äußern", erklärte Thon. Seine Tätigkeit mit den "Knappen-Kids" werde er bis zum 31. Juli, "genau genommen bis zum 7. August" ausfüllen". Es sei eine "schwere" Entscheidung gewesen. Aber: "Ich bin in Gelsenkirchen geboren und werde immer ein Schalker bleiben."

Trennung kam nicht Knall auf Fall

Die Trennung war absehbar, vor wenigen Tagen hatte Thon sich über seine Situation beklagt. "Ich habe im Sommer des vergangenen Jahres eine Anstellung in der Marketingabteilung der Königsblauen angetreten und sollte dabei auch als Berater des Vorstands fungieren. Dabei hätte ich mir gewünscht, dass man mich auch in der letzten Zeit über gewisse Entwicklungen und Entscheidungen im Verein informiert. Denn Schalke 04 befindet sich in einer Phase, in der ich gerne richtig mithelfen würde, doch das kann ich leider nicht", sagte Thon.

Warum wurde also auf die Kompetenz eines Olaf Thon nicht gesetzt? "Der Verein hat sich entschieden, dies nicht zu tun. Über die Gründe wollen wir uns überhaupt nicht äußern", sagte Geschäftsführer Peter Peters dem SID. Nach einer sportlich bislang verheerend verlaufenen Saison mit der Trennung von Trainer Fred Rutten will man auf Schalke offenbar nicht noch mehr Wirbel. "Es gab Differenzen, die wir auch nicht leugnen. Aber wir wollen nicht nachkarten. Und wir gehen ja nicht im Streit auseinander, dieser Eindruck wäre völlig falsch."

Ära "auf Schalke" geht zuende

Damit endet eine kleine Ära bei den Königsblauen. Thons Stern ging im Mai 1984 beim legendären 6:6 der Schalker im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München auf. Drei Tore erzielte er als 18-Jähriger. 295 von 443 Bundesliga-Spielen absolvierte Thon für den siebenmaligen deutschen Meister, führte die Königsblauen 1997 als Kapitän zum Uefa-Cup-Triumph und holte zweimal den DFB-Pokal (2001, 2002). Dazu kamen drei Meisterschaften mit Bayern München.

Der 52-malige Nationalspieler wurde zudem mit Deutschland 1990 in Italien Weltmeister. Im WM-Halbfinale gegen England verwandelte Thon den letzten deutschen Elfmeter.

Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn machte er 2004 zunächst den Trainerschein.

© SID

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