Fußball Bundesliga
Werder will Schalke von der Spitze verdrängen

Werder Bremen hat heute ab 17 Uhr bei Arminia Bielefeld die Chance, Wiedergutmachung für die blamable Leistung im Uefa-Pokal zu leisten. Zusätzlich winkt auch noch die Tabellenführung, weil Spitzenreiter Schalke patzte.

Bei Werder Bremen stehen alle Zeichen auf Wiedergutmachung. Nach dem 0:3-Debakel im Uefa-Pokal bei Espanyol Barcelona am Donnerstag werden bei den Norddeutschen die Kräfte für den Titelkampf in der Bundesliga gebündelt. Der Sprung auf den ersten Tabellenplatz soll Werder heute bei Arminia Bielefeld (17 Uhr) über die Pleite im Halbfinal-Hinspiel bei den Spaniern hinwegtrösten und sogar noch Hoffnung auf ein neues Wunder an der Weser schüren. Denn ein Sieg auf der Alm reicht nach dem Patzer von Schalke 04 beim VfL Bochum (1:2), um Werder auf Rang eins zu katapultieren.

Doch die Uefa-Cup-Blamage und das Transfertheater um WM-Torschützenkönig Miroslav Klose machen die Vorbereitung zur Konzentrationsübung. Nach dem inzwischen bestätigten Geheimtreffen mit Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld und einem unterirdischen Auftritt am Donnerstag ist das Denkmal Klose in Bremen keineswegs mehr unantastbar. Klose entschuldigte sich zwar nach der Bayern-Posse in Hannover, dennoch wackelt der Stammplatz des Torjägers. "Natürlich hat Miro nicht gut gespielt. Wir müssen seine Leistung und auch die aller anderen jetzt überprüfen und überlegen, welche Alternativen wir haben", erklärte Trainer Thomas Schaaf auf einer Pressekonferenz.

Rosenberg Kandidat für Bremer Anfangself

Nachdem die Statistik bei Kloses Auswechslung ganze elf Ballkontakte sowie einen einzigen Torschuss aufgewiesen hatte, ist den Fans und wohl auch der Führungsetage der Geduldsfaden gerissen. Die 500 mitgereisten Anhänger verspotteten ihren einstigen Liebling ("Wir wollen keine Bayern-Schweine"), und Schaaf zeigte auf, wen er mit "Alternative" meint: "Markus Rosenberg ist nach guten Leistungen zuletzt ein Kandidat für die Anfangself", sagte der Coach.

Eine andere Frage beantwortete der Europapokalsieger von 1992 nach der Roten Karte für Tim Wiese klar und deutlich. "Es ist klar, dass Andreas Reinke gegen Espanyol wieder spielen wird, ich möchte ihm deshalb gegen die Arminia zusätzliche Spielpraxis verschaffen", kündigte Schaaf überraschend an. Spielpraxis für einen 38-Jährigen in einem womöglich vorentscheidenden Begegnung im Titelrennen - eine wahrlich verblüffende Maßnahme.

In Bielefeld wird man es gerne hören, braucht die Arminia doch selbst dringend jeden Punkt im Abstiegskampf. Aber auch auf der Alm dominierten in der vergangenen Woche zur Unzeit die außersportlichen Schlagzeilen - die Promillefahrt von Trainer Ernst Middendorp war das große Thema. "Es ist vorbei. Jetzt geht es in eine Partie David gegen Goliath. Wenn alles perfekt läuft, muss ich meinen derzeitigen Meistertipp Werder Bremen vielleicht wieder revidieren", meinte der Bielefelder "Jahrhunderttrainer" am Freitag bester Laune.

Leverkusen erwartet Überraschungsteam aus Cottbus

Die herrscht seit Neuestem auch wieder bei Bayer Leverkusen. Gegen den 1. FC Nürnberg gelang zuletzt ein wichtiger Sieg für eine erneute Uefa-Cup-Teilnahme, der beste Liga-Torschütze Theofanis Gekas ist auf dem Sprung in die Bayarena - jetzt muss nur noch der Angriff der Überraschungsmannschaft der Saison abgewehrt werden.

Energie Cottbus nämlich setzt ebenfalls zum Sprung an: Zwar noch nicht ins internationale Geschäft, aber erstmals in der Liga über die 40-Punkte-Marke. Das, was auf der offiziellen Internetseite als "historische Chance" gefeiert wird, wäre für Erfolgscoach Petrik Sander "ein Riesensatz in Richtung Klassenerhalt."

© SID

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