Fußball Bundesliga
"Wölfe" vor Sieg-Rekord, "Fohlen" gegen Arminia

Der VfL Wolfsburg will heute bei Energie Cottbus mit dem elften Sieg in Serie Geschichte schreiben. Unterdessen empfängt Borussia Mönchengladbach Arminia Bielefeld zum Kellerduell.

Den Rekord-Sieg vor Augen, die Schale im Sinn: Der VfL Wolfsburg kann mit einem Erfolg bei Energie Cottbus heute (17.30 Uhr/live bei Premiere) Bundesliga-Geschichte schreiben und einen weiteren Schritt in Richtung Meistertitel machen. Doch Trainer Felix Magath wird nicht müde zu warnen. "Mich interessieren weder aufgestellte Rekorde noch sonstige Zahlenspiele", sagte er: "Cottbus wird alles versuchen, um gegen uns zu punkten. Das müssen wir verhindern."

Elf Siege in Folge hat es innerhalb einer Saison noch nie gegeben. Noch liegt Wolfsburg gleichauf mit der Borussia aus Mönchengladbach, die in der Saison 1986/87 ebenfalls zehnmal nacheinander ungeschlagen geblieben war - und von dieser Serie momentan nur träumen kann. In der Realität erwartet den fünfmaligen deutschen Meister am Sonntag im Spiel gegen den direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld knochenharter Abstiegskampf.

Saisonübergreifend feierte die meisten Siege in Folge Rekordmeister Bayern München, der zwischen März und September 2005 insgesamt sogar 15 Spiele in Folge gewann. Trainer damals war Felix Magath, von dessen harten Trainingseinheiten mittlerweile die Wolfsburger profitieren.

Riether: "Kondition spielt eine wichtige Rolle"

In der Rückrunde fielen sieben der 14 VfL-Tore in der Schlussviertelstunde. Ohne die späten Treffer hätte Wolfsburg 13 Punkte weniger auf dem Konto. "Die Kondition spielt eine wichtige Rolle. Mit unserer starken Offensivabteilung ist es immer möglich, kurz vor Schluss ein Tor zu machen. Das ist in unseren Köpfen drin. Und dieses Wissen macht uns stark", sagte Sascha Riether.

Zudem strotzen die Cottbuser nach sechs Niederlagen in den vergangenen sieben Spielen und der katastrophalen Leistung beim 0:4 bei Schalke 04 nicht gerade vor Selbstvertrauen. Besonders groß ist der Respekt vor der Offensivabteilung um Torjäger Grafite. "Das ist das Beste, was die Bundesliga derzeit zu bieten hat. Wir müssen kompakt als Mannschaft spielen. Im Spiel eins gegen eins haben wir keine Chance", sagte Trainer Bojan Prasnikar.

Die Vorzeichen vor dem Spiel in Gladbach sind ebenfalls deutlich. Die vergangenen sechs Spiele gegen Bielefeld hat die Borussia ohne Gegentor für sich entschieden. Das letzte Bundesliga-Tor der Arminia in Mönchengladbach erzielte Karl-Heinz Geils am 13. November 1981, danach gab es neun Spiele in Folge ohne Gästetreffer.

Frontzeck beschwört den "Geist von Herzlake"

"Dieses Spiel ist eminent wichtig, das spürt man auch in der Mannschaft und im Umfeld", sagte Bielefelds Geschäftsführer Roland Kentsch. Trainer Michael Frontzeck gab zu, "dass die Ergebnisse derzeit nicht stimmen" und lud sein Team zum dreitägigen Trainingslager ins Emsland ein: "Vielleicht hilft der Geist von Herzlake ja, das zu ändern."

Doch ausgerechnet in der letzten Aktion auf dem Trainingsplatz am Hotel Aselager Mühle verletzte sich Torjäger Artur Wichniarek, der allein zwölf der lediglich 22 Bielefelder Tore geschossen hat, am Oberschenkel. Über einen Einsatz des Polen soll erst unmittelbar vor Spielbeginn entschieden werden.

Trotz der Erfolgsserie in Heimspielen gegen Bielefeld, das zur Zeit auf Platz 15 einen Zähler mehr auf dem Konto hat, sieht Gladbachs Trainer Hans Meyer die Gäste diesmal in einem Punkt im Vorteil. "Sie haben die gleiche Probleme wie wir mit einem Unterschied: Sie haben seit Jahren Erfahrung im Abstiegskampf. Bei uns gibt's einige Jungs, die das noch nicht so kennen." Gladbachs größter Hoffnungsträger ist Nationalspieler Marko Marin, der beim 2:0-Sieg im Hinspiel beide Tore erzielte.

© SID

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