Fußball Bundesliga
"Wölfe" wollen den Titel, Bayern und VfB lauern

Felix Magath will zum Abschied aus Wolfsburg den Titel gewinnen. Nur bei einem Ausrutscher gegen Bremen haben Bayern München und Stuttgart noch eine Chance auf die Meisterschaft.

Das Original der Meisterschale ist in Wolfsburg, die große Sause vor dem Rathaus bereits organisiert - aber Bayern München und der VfB Stuttgart können die "Wölfe" doch noch zum Heulen bringen. Mit zwei Punkten Vorsprung auf die beiden Verfolger geht der VfL Wolfsburg heute als Tabellenführer ins Saisonfinale der Bundesliga (15.30 Uhr/live bei Premiere). Ein Remis gegen Werder Bremen dürfte angesichts der Tordifferenz zum Gewinn des ersten Titels der Vereinsgeschichte reichen. Sollte der VfL aber patzen, hat der Sieger des direkten Duells zwischen Bayern und dem VfB beim Abpfiff die Nase vorn.

"Es wird eine haarige Partie, in der wir ein letztes Mal an unsere Leistungsgrenze gehen müssen. Mir wäre es lieber gewesen, Bremen hätte im Uefa-Cup-Finale gegen Donezk gewonnen. Zufriedene Spieler sind manchmal weniger leistungsbereit", sagt Wolfsburgs Trainer Felix Magath, der mit seinem Team in der laufenden Saison zu Hause noch ungeschlagen ist und seine Arbeit beim VfL vor dem Wechsel zu Schalke 04 mit dem Titel krönen will.

Kein Wolfsburger Schaulaufen gegen Bremen

Bei aller Euphorie im Umfeld warnt auch Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem vor den Bremern: "Das wird kein Schaulaufen. Das werden die wichtigsten 90 Minuten der Wolfsburger Sportgeschichte." Zumal Werder-Keeper Tim Wiese nach der 1:2-Niederlage im Endspiel des Europacups gegen Schachtjor Donezk versprach: "Ganz Deutschland schaut auf uns. Wir werden bestimmt nichts abschenken."

Bei den Bayern übt man sich derweil in Understatement. "Die Wolfsburger werden sich den Titel nicht mehr nehmen lassen", meint Trainer Jupp Heynckes. Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge fordert von den Spielern vornehmlich Konzentration auf die eigene Situation. Schließlich geht es gegen Stuttgart nicht nur um den Titel, sondern auch um Champions-League-Millionen. Sollten die Münchener verlieren und Hertha BSC Berlin zeitgleich beim Karlsruher SC gewinnen, könnten die Bayern sogar auf Platz vier abrutschen.

Heißer Tanz um die Champions-League-Qualifikation in München

"Unsere Mannschaft muss gegen Stuttgart alles in die Waagschale werfen, um zu gewinnen", sagt Rummenigge: "Wir müssen an der Champions League teilnehmen und werden den Gegner nicht unterschätzen. Aber es wird schwierig." Auch Heynckes weist auf die Dramatik des Saisonabschlusses hin: "Das wird ein Herzschlagfinale und ist nichts für schwache Nerven."

Beim VfB ist die Gefahr, am Ende ohne die Teilnahme an der Königsklasse planen zu müssen sogar noch größer. Schon bei einem Remis in München und einem Sieg der Hertha wäre der Traum geplatzt. Dennoch geben sich die Schwaben betont gelassen. Der Kampf um den Titel sei "gegessen", meint Teamchef Markus Babbel, verspricht aber zumindest einen heißen Tanz um die Qualifikation für die Champions League: "Das wird eine Herkulesaufgabe. Wir haben die Chance, etwas Außergewöhnliches zu schaffen und fahren nicht da hin, um einen Ausflug zu machen."

Berlin als lachender Dritter

Die Berliner, die lange Zeit selbst gut im Rennen um die Meisterschaft vertreten waren, wollen nach dem Duell in München aber in jedem Fall als lachender Dritter dastehen. Wenn es in der Partie zwischen den beiden Konkurrenten keinen Sieger gibt, kann die Hertha die Spielzeit auf Platz zwei beenden. "Dann hätten wir die Krönung einer hervorragenden Saison geschafft", sagt Manager Dieter Hoeneß.

Dramatik verspricht aber auch das Fernduell zwischen Borussia Dortmund und dem Hamburger SV um die Teilnahme an der Europa League. Beide Teams sind punktgleich, der BVB weist vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach allerdings die weitaus bessere Tordifferenz auf. "Das ist Spannung pur. Wir wollen die Arbeit der bisherigen 33 Spieltage erfolgreich zu Ende bringen", appellierte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, dessen Mannschaft eine Prämie von insgesamt einer Million Euro winkt.

HSV will retten, was zu retten ist, BVB die Saison krönen

Der HSV will nach der gescheiterten Titeljagd in DFB-Pokal, Uefa-Cup und Bundesliga derweil retten, was noch zu retten ist. "Wir haben in den vergangenen Wochen alles verloren. Jetzt wollen wir wenigstens in die Europa League. Für uns zählt nur ein Sieg", sagt Hamburgs Coach Martin Jol vor der Partie bei Eintracht Frankfurt und hofft aus Schützenhilfe aus Gladbach.

© SID

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