Fußball Bundesliga
Wolf: "Brauchen die doppelte Punktzahl"

Am Sonntag startet für den 1. FC Kaiserslautern die "Operation Klassenerhalt" mit dem Spiel gegen den FC Schalke 04. Vor dem Spiel äußerte sich FCK-Trainer Wolfgang Wolf vorsichtig optimistisch.

Der 1. FC Kaiserslautern ist derzeit Tabellenletzter. Am Sonntag starten die Pfälzer in die Rückrunde. Vor dem Spiel äußerte sich FCK-Trainer Wolfgang Wolf über die aktuelle Situation bei den "Roten Teufeln".

Frage: "Wolfgang Wolf, am Samstag startet der 1. FC Kaiserslautern als Tabellenletzter gegen Schalke 04 in die Rückrunde. Wie gehen Sie die Aufgabe an? Wo gibt es noch Problemfelder?"

Wolfgang Wolf: "Alles läuft bei uns noch nicht, das ist klar. Neuzugang Balazs Borbely ist noch nicht fit. Die Abstimmung zu den neuen Spielern Mathieu Beda und Jon Inge Hoiland muss noch verbessert werden. Die Mannschaft ist aber körperlich topfit. Alles andere müssen wir uns über die Spiele, am besten über Erfolgserlebnisse, erarbeiten."

Frage: "Sie sprechen die Neuzugänge an. Wie zufrieden sind Sie mit ihnen?"

Wolf: "Für unsere Verhältnisse haben wir gut eingekauft. Man muss immer sehen, wieviel Geld wir zur Verfügung haben. Das sind absolute Teamspieler, die uns weiterbringen. Sie haben auch den Vorteil, dass sie den Rucksack der Misserfolge nicht mitbringen."

Frage: "Wie groß ist Ihre Zuversicht, den Klassenerhalt zu schaffen?"

Wolf: "Wir wissen, was auf uns zu kommt. Wir liegen auf dem letzten Tabellenplatz. Aber wenn wir punkten und die anderen Mannschaften merken, dass wir kommen, dann kann das sogar ein Vorteil sein. Wir haben keine Angst und sind zuversichtlich."

Frage: "Was muss im Vergleich zur Hinrunde konkret besser werden?"

Wolf: "Wir brauchen die doppelte Punktzahl wie in der Hinrunde, das muss konkret besser werden. Dazu müssen wir in den Heimspielen das Stadion wieder zum Kochen bringen. Das Betzenberg-Feeling muss wieder kommen. Natürlich müssen wir unser Passspiel verbessern, dürfen nicht mehr so leichtfertig den Ball verlieren. Wir müssen die Torchancen nutzen, bei Standards hellwach sein, natürlich dürfen wir nicht mehr so viele Gegentore bekommen, die Räume enger machen und, und, und...."

Frage: "Vor wenigen Wochen war viel von einer Liste mit Spielern zu lesen, die Sie abgeschrieben haben sollen. Waren diese Äußerungen ein Fehler?

Wolf: "Von der Streichliste habe ich auch gehört. Wenn man laut sagt, dass einige Spieler öfter auf der Tribüne sitzen werden, dann gibt es gleich eine Streichliste. Fakt ist, dass die Spieler meine Einschätzung kennen. Aber sie haben alle noch Vertrag und wir werden die Verträge erfüllen. Fakt ist aber auch, dass sie es schwer haben werden, in den Kader zu kommen. Aber das ist legitim, darauf kann sich ein Spieler gut einstellen."

Frage: "Können diese Spieler wieder den Sprung in den Kader schaffen?"

Wolf: "Momentan nicht. Wir haben drei Neuzugänge, vielleicht kommt noch einer dazu. Auch die jungen Eigengewächse haben gut aufgeholt. Sie werden noch den einen oder anderen Etablierten aus der Mannschaft drängen. Wenn einer Probleme machen sollte, wird er bei den Amateuren trainieren und spielen." Frage: "Steht die Verpflichtung von drei ausländischen Spielern nicht im Gegensatz zu Ihrem Vorhaben, die eigene Jugend zu fördern?"

Wolf: "Wir haben drei junge Spieler, die man leichter in eine intakte Mannschaft bringen kann. Aber du kannst nicht mit drei Jungen ohne Erfahrung in den Abstiegskampf gehen. Spieler, die uns weiter helfen, findet man auf dem deutschen Markt sowieso keine. Wir müssen uns auf dem europäischen Markt orientieren und Leute mit Perspektive holen."

Frage: "Den Klassenerhalt zu schaffen, wird ein hartes Stück Arbeit. Planen Sie auch für den Fall des Abstiegs?"

Wolf: "Nein, damit würde erst Anfang März begonnen. Dann weiß man ungefähr, wo es hingeht. Dann kann man auch zweigleisig planen. Ich hoffe, dass wir bis zum letzten Spieltag die Möglichkeit haben, die Klasse zu erhalten. Es wäre fahrlässig, wenn man ab einem gewissen Zeitpunkt nicht zweigleisig planen würde. Aber momentan beschäftige ich mich damit noch nicht."

Frage: "Ob Abstieg oder Klassenerhalt, wird es nach der Saison einen großen Schnitt im Kader geben?"

Wolf: "Wenn wir absteigen, gibt es natürlich einen riesengroßen Schnitt. Wenn wir drin bleiben, werden wir auf die Spieler bauen, die die Klasse gehalten haben."

Frage: "Die wichtige Jahreshauptversammlung steht am Mittwoch an. Werden Sie und die Mannschaft davon belastet, und werden Sie auch das Wort ergreifen?"

Wolf: Das belastet uns nicht. Eine Rede habe ich in Nürnberg auch schon mal spontan gehalten. Das würde hier auch spontan geschehen. Mal schauen, was passiert. Aber auf jeden Fall muss Ruhe einkehren."

Frage: "Haben Sie bereits langfristige Ziele im Kopf, falls der FCK den Klassenerhalt schaffen sollte?"

Wolf: "Die Klasse zu halten, ist schwierig genug. Aber wenn wir langfristig denken, muss hier wieder ein Wir-Gefühl zwischen Team und Fans entstehen. Die Pfälzer wollen Kampf, Leidenschaft und Emotionen sehen. Dahin müssen wir wieder kommen. Die Mannschaft muss ein Gesicht bekommen, es dürfen nicht mehr so viele Spieler ausgetauscht werden. Man muss ein Grundgerüst aufbauen und darum neue Spieler gruppieren."

Frage: "Die Mannschaft gilt seit vielen Jahren als schlecht trainierbar. Sind das auch Ihre Erfahrungen?"

Wolf: "Fakt ist, dass die Mannschaft sehr gut zu trainieren ist. Die Spieler haben einen guten Charakter und trainieren voller Leidenschaft, nur bringen sie das nicht immer auf den Platz. Im Spiel, da gibt es Angst. Angst vor Fehlern und dem Pfeifen der Zuschauer. Das ist unser Problem. Aber die Einstellung ist gut. Alles ist nur ein Kopf-Problem und das kann man mit Erfolg regeln."

Frage: "Am Sonntag geht es gegen Schalke. Wie wollen Sie das Spiel angehen?"

Wolf: "Von den Namen her muss Schalke um die Meisterschaft mitspielen. Die Abwehr ist sehr schwer zu knacken. Wir müssen versuchen, Lincoln zu kontrollieren und keine Chancen zulassen. Und ein Tor machen wir zu Hause. Uns kann nichts Besseres passieren, als gegen Schalke anzufangen. Gegen einen anderen Abstiegskandidaten müssten wir gleich unbedingt die Punkte holen."

© SID

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