Fußball Bundesliga
Wolfsburg mit Reifeprüfung in Stuttgart

Am 31. Spieltag muss der VfL Wolfsburg bei Verfolger VfB Stuttgart beweisen, dass er sich durch Turbulenzen um Felix Magath im Meisterschaftskampf nicht beeinflussen lässt.

Für Felix Magath ist es ein "Endspiel", für seine Profis vom VfL Wolfsburg die "Meisterprüfung": Scheinbar unbeeindruckt von den Turbulenzen um den Wechsel ihres Trainers am Saisonende zu Schalke 04 bereitet sich der Tabellenführer auf das Schlagerspiel der 31. Runde heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) beim Verfolger VfB Stuttgart vor. "Wir müssen die Entscheidung des Trainers akzeptieren. Die Meisterschale wäre ein schönes Abschiedsgeschenk", meinte Nationalspieler Marcel Schäfer.

Für zusätzliche Unruhe in Wolfsburg und vor allem auch in Bremen sorgte am Freitagabend eine Meldung der Bild-Zeitung. Angeblich soll Werder-Trainer Thomas Schaaf Kandidat Nummer eins für die Magath-Nachfolge sein. Nach Bild-Informationen verhandelt Wolfsburg bereits mit Schaaf, der in Bremen am Sonntag exakt zehn Jahre lang Trainer ist und noch einen Vertrag bis 2010 besitzt. Beide Parteien waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Magath lässt weiterhin keinen Zweifel an seinen Zielen mit den Niedersachsen und versicherte vor der Abreise zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte: "Die Mannschaft und ich sind einhundert Prozent bei der Sache. Die Chance, die deutsche Meisterschaft zu gewinnen, ist groß. Denn alle, die in der Tabelle nach uns kommen, müssen auf einen Ausrutscher von uns hoffen." Der VfL-Coach stellte aber auch fest: "Die Partie ist wie ein Endspiel für uns."

Verfolger richten Blick auch nach unten

Drei Punkte trennen die "Wölfe" von Titelverteidiger Bayern München, der beim Abstiegsaspiranten Energie Cottbus antreten muss, vier von Hertha BSC Berlin (gegen den VfL Bochum) und fünf von Stuttgart und dem Hamburger SV.

Der Weg zum Gipfel ist für alle Verfolger vier Runden vor dem Saisonfinale am 23. Mai in Sichtweite, aber auch die Fallhöhe beträchtlich. Denn sollte zum Beispiel der im Uefa-Cup-Halbfinale an Werder Bremen gescheiterte HSV die insgesamt vierte Auflage des Nordderbys am Sonntag verlieren, droht bereits der Sturz aus den Europacup-Rängen - falls Borussia Dortmund sein Heimspiel gegen Schlusslicht Karlsruher SC gewinnt.

"Wir müssen das Spiel gegen Wolfsburg gewinnen, sonst wird es im Kampf um die internationalen Plätze sehr schwer", warnte deshalb Stuttgarts Teamchef Markus Babbel. Im Ländle träumen sie zwar noch immer von einem Champions-League-Rang, doch zumindest in der Öffentlichkeit übt man sich beim VfB nach dem Dämpfer in Bielefeld (2:2) in Zurückhaltung, zumal auch die Gerüchte um einen eventuellen Wechsel von Manager Horst Heldt nach Schalke für Unruhe sorgten.

"Selbst bei einer Niederlage ist für uns noch nichts verloren. Der Druck liegt beim VfB", sagte Wolfsburgs Mittelfeldspieler Christian Gentner. Und natürlich auch bei den Bayern in Cottbus, das seinerseits jeden Zähler im Kampf um den Klassenerhalt benötigt und im letzten Heimspiel sogar die Siegesserie der Wolfsburger beendete (2:0).

Heynckes wünscht sich drei Punkte

Die Bayern sind also gewarnt. Trainer Jupp Heynckes, der seinen 64. Geburtstag mit einem Sieg im Stadion der Freundschaft feiern will, hat während der Woche viele Videos akribisch studiert. Kapitän Mark van Bommel versprach: "Wir werden dem Trainer drei Punkte schenken." Auf die Sympathien von Energie-Coach Bojan Prasnikar, der sich während der Woche als Bayern-Fan outete, kann der Rekordmeister in dieser Partie jedoch nicht hoffen.

In Berlin soll es im Heimspiel gegen Bochum Rückkehrer Andrej Woronin richten. Drei Spiele fehlte der Ukrainer (11 Saisontore) der Hertha wegen einer Sperre. Woronin stotzt voller Tatendrang: "Ich habe etwas gutzumachen. Wenn wir vier Siege holen, werden wir Meister. Wolfsburg kann bei seinem Restprogramm noch dreimal verlieren."

Einer der Wolfsburger Gegner ist unter anderem am Dienstag die Borussia aus Dortmund, die mit ihrer Serie von sechs Siegen in Folge und der Aussicht auf den Sprung auf Platz fünf eine riesige Euphorie entfacht hat. Doch Trainer Jürgen Klopp hält seine Profis vor dem Duell mit dem KSC auf dem Teppich und warnte: "Das wird kein leichtes Spiel. Wir gehen mit großem Respekt an die Sache heran. Wir müssen nicht viel verändern, aber den Einsatz nochmal erhöhen."

© SID

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